Ahmadinejad kritisiert Auspeitschung für „Präsidentenbeleidigung“

Mahmoud Ahmadinejad

Zamaaneh, 11. Oktober 2011 – Mahmoud Ahmadinejad hat die Justiz für die Vollstreckung von Auspeitschungsurteilen wegen Präsidentenbeleidigung kritisiert.

Wie die Webseite Tabnak berichtet, erklärte der iranische Präsident bei einem Treffen mit iranischen Gouverneuren: „Wenn Politiker, die den Präsidenten verleumden, ungeschoren davonkommen, will ich nicht, dass ein junger Mann ausgepeitscht wird, weil er den Präsidenten beleidigt hat.“

Wahrscheinlich zielt Ahmadinejads Äußerung auf den Fall des Journalisten Peyman Aref , der am Sonntag nach Ableistung seiner einjährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis freigelassen wurde und vorher 74 Peitschenhiebe erhielt.

Seine foltergleiche Bestrafung für Beleidigung des Präsidenten war vom Revolutionsgericht angeordnet worden. Außerdem erhielt das Mitglied der Nationalen Front ein lebenslanges journalistisches und politisches Betätigungsverbot.

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009, die von Massenprotesten gegen von Wahlbetrugsvorwürfen begleiteten Wahlsieg Ahmadinejads gefolgt wurden, waren viele Aktivisten verhaftet und wegen Beleidigung des Präsidenten angeklagt worden.

Die Regierung Ahmadinejad und sein enger Kreis von Beratern und Vertrauten müssen sich derzeit mit Vorwürfen der Verwicklung in einen 3 Milliarden Dollar umfassenden Bankbetrug auseinandersetzen, der vor Kurzem in den iranischen Medien öffentlich wurde.

Ahmadinejad hat die entsprechenden Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und erklärt, er werde sich im Interesse der nationalen Einheit nicht mehr dazu äußern.

Der hartnäckigen Kritik der konservativen Elite an Ahmadinejad und seinem Kreis zum Trotz hat der oberste Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Khamenei, die Medien kürzlich zu Zurückhaltung bei der Hervorhebung von Nachrichten über den Bankbetrug aufgerufen, um der Justiz zu ermöglichen, in Ruhe zu ermitteln.

Daraufhin hatte das Parlament einen Antrag auf Anhörung des Präsidenten zu seinen angeblichen Verwicklungen in den Skandal zurückgezogen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle Radio Zamaaneh

Werbeanzeigen

6 Antworten zu “Ahmadinejad kritisiert Auspeitschung für „Präsidentenbeleidigung“

  1. 2 x farsi:
    IRNA
    ISNA
    2 x Englisch:
    IRNA EN
    und tehranbureau vom 11. Okt. (bezieht sich auf ISNA)

  2. Pingback: News vom 12. Oktober 2011 « Arshama3's Blog

  3. Zamaaneh sieht die Aussage nur als kleinen Seitenhieb in einer internen Auseinandersetzung. Tatsächlich war es aber eine ganze Ecke deutlicher. Das „office of public relations, information, and propaganda“ des Präsidenten gab gestern Abend eine Meldung heraus, in der ausdrücklich verneint wurde, dass der junge Mann wegen Präsidentenbeleidigung ausgepeitscht wurde. Es wurde keine Anzeige gegen ihn erstattet. Der Brief sei höchst kritisch gewesen, aber keinesfalls beleidigend.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s