Revolutionsgarden wählen Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl aus

Rooz, 16. Oktober 2011 – Eine Abordnung von Befehlshabern der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und dortigen Vertreter des obersten Führers sind vergangene Woche mit dem Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates Saeed Jalili zusammengetroffen. Wie eine informierte Quelle Rooz gegenüber angibt, wurde Jalili gebeten, sich auf eine Kandidatur für die nächste Präsidentschaftswahl vorzubereiten.

Wie der informierte Offizielle weiter angibt, genießt die IRGC-Gruppe „Goftemane Sevom Tir“, die Mahmoud Ahmadinejad als ihren Führer anzusehen pflegte, noch immer große öffentliche Unterstützung und muss deshalb in die Kandidatur einbezogen werden [„and therefore had to be used“].

Bei dem Treffen beschrieb Yadollah Javani, Leiter des Politbüros der Revolutionsgarden, die Situation in Iran mit den Worten: „Bei der nächsten Präsidentschaftswahl werden die aufrührerischen Kräfte (so bezeichnet das iranische Regime die Grüne Bewegung) wieder versuchen, sich durch eine Teilnahme an der Wahl wiederzubeleben. Selbst wenn sie versuchen sollten, die Wahl zu boykottieren, werden sie dies nicht passiv tun, sondern mit Sicherheit einen radikalen Kandidaten aufstellen in der Hoffnung, dass dieser disqualifiziert wird und sie daraufhin erneut einen Tumult vom Zaun brechen können.“

„Unsere schärfsten Konkurrenten bei der nächsten Präsidentschaftswahl werden die Prinziplisten sein (eine Gruppe, die von sich sagt, dass sie die radikalen Ideale der Revolution von 1979 verfolgt). Dazu gehören auch die Repräsentanten von Herrn Ahmadinejad, die natürlich nicht als Prinziplisten kandidieren werden, und andere wie Herr Ghalibaf“, ergänzte Javani.

Die Strategie der Revolutionsgarden umriss Javani folgendermaßen: „Ahmadinejads Repräsentant muss schnell disqualifiziert und von einer Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen werden. Andere, wie Ghalibaf, müssen mit sorgfältiger Planung aus dem Rennen geworfen werden. Ich denke, dass Ghalibafs Motivation schon vor der Wahl [vor dem Wahlkampf] zerstört werde muss. Sie dürfen nicht dahin kommen, dass sie Wahlkampf betreiben und Fernsehinterviews geben können. Ghalibaf hat als Bürgermeister von Teheran einiges erreicht und hat eine gute Ausgangsposition. Wir müssen so handeln, dass Ghalibaf die Abstimmung nicht erreicht. Wenn ihm dies gelingt, wird die Konkurrenz hart werden. Wir müssen für Ghalibaf einen gut durchdachten Plan entwickeln.“

Nach weiteren Diskussionen über verschiedene Themen erklärte Saeed Jalili: „Auch ich wurde in der Vergangenheit vom Haus des obersten Führers kontaktiert und habe seitdem darüber nachgedacht. Ich bin dem Führer mein Leben lang gefolgt, und wenn er möchte, dass ich dies tue, kann ich nicht ablehnen. Aber ich habe auch einige Bedingungen. Ich bin der Meinung, dass wir vor der Wahl die Bedingungen festlegen müssen, damit wir uns der Reformer für künftige Wahlen schnell entledigen können und diesbezüglich Ruhe haben. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Leute wie Ghalibaf gar nicht erst die Bühne betreten, denn sonst wird es schwierig.“

Wie dies erreicht werden könnte, erklärt Jalili so: „Wenn unsere Freunde so planen können, dass die Jebhe Paydari (die Front der Standhaften) bei der Parlamentswahl siegt, werden damit viele Probleme gelöst sein. Dann können wir uns vertrauensvoll der Präsidentschaftswahl zuwenden. Ich denke nicht, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt politisch und in den Medien aktiv werden sollte, denn je geheimer die Aktivitäten sind, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Ich möchte Sie also freundlich bitten, jetzt nur über die Kriterien zu sprechen. Einfaches Leben, Unterstützung der Velayate Faghih (Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten) und der Kampf gegen Imperialisten sind die Themen, die der oberste Führer genannt hat. Es reicht, der Öffentlichkeit diese Kriterien des obersten Führers zu kommunizieren. Wenn Gott mir ein längeres Leben schenkt, werden wir uns darüber unterhalten, wie wir diese Ziele (des Führers) umsetzen.“

Abschließend erklärte Jalili, er habe in den 32 Jahren seines Dienstes niemals sich selbst oder seine Arbeit in den Medien hervorgehoben. „Doch auch ich bin der Revolution und der Velayat ergeben, und es ist die Güte der Freunde, die der Meinung sind, dass ich eine solche Position verdiene, die ich als Ehre betrachte. Es ist nicht möglich, jetzt (in den Wahlkampf) zu gehen. Wenn Gott will, wird es weitere Sitzungen geben, und ich werde Ihnen zu Diensten sein. Wenn der oberste Führer mir irgendwann befiehlt, mich zur Wahl zu stellen, werde ich gehorchen, und wir werden gewinnen.“

Milad Rezvani

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Rooz Online

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