Eilaktion: Iranischen Kurden droht Hinrichtung

Amnesty International, 19. Oktober 2011 – Der Oberste Gerichtshof hat die gegen Loghman Moradi und Zaniar Moradi verhängten Todesurteile bestätigt. Den beiden iranischen Kurden droht nun jederzeit die Hinrichtung.

Loghman Moradi und Zaniar Moradi waren am 22. Dezember 2010 in einem Berichten zufolge 20-minütigen Prozess von der 15. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Das Gericht hatte die beiden Kurden der „Feindschaft zu Gott“ (moharebeh) und der „Verdorbenheit auf Erden“ schuldig gesprochen, weil sie am 4. Juli 2009 in Marivan, einer Stadt in der im Nordosten des Landes gelegenen Provinz Kurdistan, den Sohn eines hohen Geistlichen ermordet haben sollen. Darüber hinaus hatte das Gericht die beiden Männer für schuldig befunden, in bewaffnete Aktivitäten der kurdischen Oppositionsgruppe Komala verwickelt gewesen zu sein.

Loghman Moradi und Zaniar Moradi legten Rechtsmittel ein, die jedoch laut einer Meldung vom 12. Oktober 2011 vom Obersten Gerichtshof abgewiesen wurden. Es hieß, die beiden Männer seien mündlich über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs informiert worden. Amnesty International geht derzeit Berichten nach, denen zufolge Zaniar Moradi zum Zeitpunkt seiner Festnahme erst 17 Jahre alt gewesen sein soll.

Zaniar Moradi und Loghman Moradi waren am 1. August beziehungsweise 17. Oktober 2009 in Marivan festgenommen und anschließend neun Monate lang vom Geheimdienstministerium in Haft gehalten worden. Während dieser neun Monate ist keine Anklage wegen Mordes gegen sie erhoben worden. Beide Männer wurden mehrfach in verschiedene Hafteinrichtungen verlegt, bevor man sie schließlich etwa Anfang Dezember 2010 in Trakt 4 des in Karaj nordwestlich von Teheran gelegenen Gefängnisses Raja’i Shahr einwies. Von dort schrieben sie einen Brief, in dem sie ausführten, während ihrer Vernehmung durch Angehörige des Geheimdienstministeriums zu dem „Geständnis“ gezwungen worden zu sein, den Sohn des Geistlichen ermordet zu haben. Zuvor, so Zaniar Moradi und Loghman Moradi, in ihrem Schreiben, seien sie 25 Tage lang gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht worden. Keiner der beiden Männer wurde angemessen medizinisch versorgt.

Quelle: Amnesty International
Hintergrundinformationen und Eilaktion

Eine Antwort zu “Eilaktion: Iranischen Kurden droht Hinrichtung

  1. Ich finde das toll, dass über solche Fällen offen gesprochen wird und die unmenschliche Regime nicht wie früher alles machen können, was sie wollen. Ich hoffe, dass die Weltgemeinschaft sich bald wie möglich um Menschenrechtsverletzungen in Iran und alle anderen Orten in der Welt kümmert. Dannach können wir davon aus gehen, dass die Menschen in dieser Welt gleich gestellt sind und mit Würde und Ehre behandelt werden.
    Danke und MFG
    B. Monaz

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