Ahmed Shaheed bittet iranische Behörden um Einreiseerlaubnis

Ahmad Shaheed

RAHANA, 24. Oktober 2011 – Nach Vorlage seines ersten Berichts zur Menschenrechtslage in Iran hat UN-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed die iranischen Behörden um eine Einreiseerlaubnis ersucht.

In einer Rede vor den Vereinten Nationen brachte Shaheed seine Besorgnis über die Menschenrechtsverletzungen in Iran zum Ausdruck und verwies auf die verbreitete Vollstreckung geheimer und öffentlicher Hinrichtungen, Repression gegen religiöse und ethnische Minderheiten und Entzug bürgerlicher Rechte hin.

Shaheed erklärte, er habe vor der Veröffentlichung seines Berichts seine Erkenntnisse den iranischen Behörden mitgeteilt; diese hätten weder reagiert, noch mit ihm kooperiert. Er appellierte an die Islamische Republik, mit ihm zusammenzuarbeiten und ihm die Einreise nach Iran zu gewähren, um weitere Nachforschungen anstellen zu können.

Weiterhin appellierte er an die Islamische Republik, alle Gefangenen freizulassen, die in seinem Bericht als politische Gefangene aufgeführt sind. Darunter sind die politischen Führungsfiguren Mehdi Karroubi und Mir Hossein Moussavi, Ayatollah Boroujerdi, die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, die studentische Aktivistin und Frauenrechtlerin Bahareh Hedayat, Abdollah Momeni und der christliche Pastor Yousef Nadarkhani. Viele politische Gefangene erhielten keine angemessene medizinische Versorgung, so Shaheed.

Außerdem ging Shaheed auf die Situation der ethnischen und religiösen Minderheiten und die Unterdrückung von Menschenrechts- und Frauenrechtsaktivisten ein. Die Anwendung der Todesstrafe für minderjährige Straftäter und die extrem hohe Zahl von Hinrichtungen im Zusammenhang mit angeblichen Drogendelikten bezeichnete der UN-Sonderberichterstatter als höchst besorgniserregend.

Weiterhin verwies er auf die gegen Journalisten und Menschenrechtsanwälte angewendete intensive Unterdrückung und die hohe Zahl von Verhaftungen.

Bei der Sitzung im UN-Hauptquartier in New York waren u. a. Gesandte der Vereinigten Staaten, Deutschlands, Großbritanniens, Norwegens und der Malediven anwesend. Sie danktem dem Sonderberichterstatter für seine Arbeit und riefen die iranische Regierung zur Zusammenarbeit und Gewährung von Einreisegenehmigungen für UN-Vertreter auf.

Der Vertreter der Islamischen Republik bei den Vereinten Nationen vermied eine direkte Antwort auf die Ergebnisse des Berichts und sprach über Menschenrechtsverletzungen in den USA und den westlichen Ländern. Ahmed Shaheeds Bericht bezeichnete er als „politsch motiviert“.

Der iranische Justizchef Sadegh Larijani wies den UN-Bericht am Mittwoch zurück und bezeichnete ihn als „billig, ungenau und ohne Beweise“. Er forderte den iranischen Generalstaatsanwalt und die Parlamentarische Menschenrechtskommission Irans auf, die Verbrechen der USA gegenüber Iran zur Anklage zu bringen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: RAHANA
Persisch: http://www.rahana.org/archives/45393

2 Antworten zu “Ahmed Shaheed bittet iranische Behörden um Einreiseerlaubnis

  1. Herr Schaheed soll auch über die weitere Verfolgungen, Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen der Regierungsgegner im Iran berichten. Wir hoffen auf eine baldige Befreiung Irans von der korrupten und kriminellen islamischen Regierung.

  2. Pingback: News vom 24. Oktober 2011 « Arshama3's Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s