Oppositionsführer Khatami verurteilt Drohungen des Auslands

Mohammad Khatami

Zamaaneh, 14. November 2011 – Der frühere iranische Präsident Mohammad Khatami hat erklärt, jede Aggression ausländischer Mächte gegen Iran werde von Iranern aller politischen Überzeugungen gekontert werden.

Einem auf Khatamis Webseite veröffentlichten Bericht zufolge bezeichnete Khatami in einer Rede vor Jugendlichen in [der Provinz] Aserbaidschan die Äußerungen Israels über einen möglichen Angriff auf Iran als „psychologische Kriegführung und Bluff“. [Die Israelis] würden „die öffentliche Wahrnehmung auf den Tag vorbereiten, an dem sie – was Gott verhüten möge – etwas vorhaben.“

Sowohl in den USA als auch in Iran gebe es Elemente, denen es „egal“ sei, ob die Situation sich zuspitzt und in Gewalt endet.

Er hoffe, dass der amerikanische Präsident sich nicht von Kriegstreibern beeinflussen lassen werde, so Khatami weiter. Auch von den iranischen Führern hoffe er, dass sie sich nicht von denen beirren lassen werden, die „sich von Krisen, Gewalt und Konflikt nähren“.

In den vergangenen Wochen hatten offizielle Stellen in Israel von einem möglichen Militärschlag gegen Iran gesprochen. Iran reagierte mit der Feststellung, man werde jegliche Aggression mit „aller Macht“ beantworten.

Zum aktuellen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde sagte Khatami: „Im Jahr 2008 haben die USA berichtet, dass Iran seit 2003 keine militärischen atomaren Aktivitäten mehr durchgeführt hat. Damals war ich nicht mehr Präsident, aber schon vor 2003 habe ich gesagt, dass es derartige Aktivitäten nicht gibt. Wie kommt es, dass in 2011 nun plötzlich behauptet wird, dass es in unserem Atomprogramm militärische Komponenten gibt?“

„Es ist offensichtlich, dass versucht wird, den Druck auf Iran zu erhöhen. Es ist allerdings auch  möglich, dass unser eigenes Verhalten und unsere Äußerungen sie dazu verleiten. Diese haltlosen Erklärungen sind jedenfalls Teil eines Plans, um Iran unter Druck zu setzen“, so Khatami weiter.

Der neueste Bericht der IAEA spricht von möglichen militärischen Dimensionen des iranischen Atomprogramms. Iran wirft der IAEA vor, unhaltbare Behauptungen veröffentlicht zu haben, und bezeichnet IAEA-Chef Yukiya Amano als einen Spielball westlicher Mächte, dessen Berichte nicht auf wissenschaftlichen Forschungen beruhten, sondern politisch motiviert seien.

Teheran hat immer wieder erklärt, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

An anderer Stelle seiner Rede legte Khatami nochmals die Voraussetzungen für eine Beteiligung aller Iraner an den nächsten Wahlen dar, nämlich „Freiheit für politische Gefangene, Ende der Hausarrests und Öffnung des politischen Raums“ im Land.

Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste gegen Mahmoud Ahmadinejads Wahlsieg von 2009  hatten die Reformer die Transparenz des Wahlprozesses angezweifelt und einen Boykott der für März angesetzten Parlamentswahl in Betracht gezogen, sollte sich die politische Situation nicht verbessern.

Reformer und Regimegegner wurden Ziel einer Verhaftungswelle. Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, Zahra Rahnavard und Mehdi Karroubi wurden unter Hausarrest gestellt, führende Reformparteien wurden von einer Teilnahme an den Parlamentswahlen ausgeschlossen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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