Möglichen Krieg verhindern: Iranische Aktivisten fordern Aussetzung der Urananreicherung

Luftabwehrraketenstellungen auf dem Gelände der Atomanreicherungsanlage Natanz (September 2007)

RFE/RL, 15. November 2011 – Mehr als 150 im Ausland lebende iranische Intellektuelle, studentische und politische Aktivisten haben Iran aufgefordert, mit einer zeitweiligen Aussetzung der Urananreicherung Vertrauen zu schaffen und alle militärischen Komponenten des iranischen Atomprogramms einzustellen.

Die in den USA und Europa lebenden Aktivisten verbreiteten ihren Aufruf mit einem offenen elektronischen Brief an RFE/RL sowie auf iranischen Nachrichtenseiten.

Die Herrscher in Iran versuchten, sich im Inland durch einen Konfrontationskurs gegen die internationale Gemeinschaft wieder zu legitimieren, so die Verfasser der Erklärung. Die iranische Obrigkeit benutze die Bedrohung durch mögliche ausländische Angriffe auf das Land innenpolitisch als Instrument, um die Unterdrückung der Freiheitsbestrebungen im eigenen Land zu verstärken.

„Wir sind der Auffassung, dass ein Festhalten an der gegenwärtigen festgefahrenen Situation, an den nuklearen Bestrebungen Irans und den leeren Machtdemonstrationen des iranischen Establishments die Wahrscheinlichkeit militärischer Aktionen erhöht, deren Hauptopfer die iranische Bevölkerung sein wird“, heißt es weiter.

Der in Washington ansässige politische Aktivist Ali Afshari, der den Brief mit formulierte, sagte gegenüber „Persian Letters“, man habe im Hinblick auf mögliche Sicherheitsrisiken davon abgesehen, Aktivisten in Iran zur Unterzeichnung der Erklärung aufzufordern. Er glaube, dass einige der in der Erklärung genannte Forderungen auch von Demokratie-Aktivisten innerhalb Irans mitgetragen werden könnten.

Die Forderung, die Aussetzung der Urananreicherung neben der Achtung der Menschenrechte, der Forderung nach Grundfreiheiten und Demokratie zur Priorität zu erheben, könne zu einer Schwächung des iranischen Regimes führen und schließlich auch einen Krieg verhindern, heißt es in der Erklärung.

Zwar unterstützen viele Iraner das iranische Atomprogramm, doch in den letzten Jahren gab es auch kritische Stimmen, die fragten, ob das Atomprogramm die vielen Sanktionen, die Isolation und die Kriegsgefahr für das Land rechtfertigt.

Die größte reformorientierte iranische Studentenvereinigung, Daftar-e Tahkim-e Vahdat, hatte 2006 eine zeitweilige Aussetzung des sensiblen iranischen Atomprogramms gefordert.

Anfang dieses Jahres hatte ein bekannter iranischer Religionsgelehrter die Intellektuellen und Aktivisten des Landes zu einer Debatte über die Sicherheit der iranischen Nuklearanlagen aufgefordert.

Golnaz Esfandiari

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty

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