Gefängnisstrafe für den Geistlichen Ahmad Reza Ahmadpour von 3 auf 5 Jahre erhöht

Ahmad Reza Ahmadpour

RAHANA, 2. Dezember 2011– Der inhaftierte Geistliche Ahmad Reza Ahmadpour, der vergangene Woche in das Gefängnis von Ahvaz verlegt worden war, ist mündlich über die Erhöhung seines Strafmaßes in Kenntnis gesetzt worden.

Der regimekritische Geistliche, Blogger für Pezhak-e Khamoush und Mitglied der Partei „Partizipationsfront“ (Hezbeh Mosharkat) in Qom war am 19. Juli 2010 verhaftet worden und verbrachte daraufhin fast ein Jahr in vorläufigem Gewahrsam. Bei seiner Verlegung ins Gefängnis von Ahvaz vergangene Woche  wurde ihm mitgeteilt, dass die gegen ihn verhängte Haftstrafe von 3 auf 5 Jahre erhöht wurde.

Nach Angaben von RAHANA hatte ein Berufungsgericht zuvor die dreijährige Haftstrafe gegen den Geistlichen bestätigt. 2 Jahre erhielt er wegen „Veröffentlichung von Lügen mit dem Ziel der Störung der öffentlichen Ordnung“, 1 Jahr wegen „regimefeindlicher Propaganda“. Weil er bereits 20 Monate im Gefängnis verbracht und somit das Recht auf Entlassung erworben hatte, war bei Gericht beantragt worden, die im vorläufigen Gewahrsam verbrachte Haftzeit auf das Urteil anzurechnen.

Ahmadpour leidet als Veteran des Iran-Irak-Krieges noch heute an körperlichen Beeinträchtigungen infolge des Kontakts mit chemischen Kampfstoffen. Nach Angaben seiner Ärzte ist es absolut notwendig, dass Seyed Ahmadpour 24 Stunden am Tag unter ärztlicher Aufsicht steht.

Wie aus einem Dokument des Sondergerichts für Geistliche in Qom hervorgeht, wurde Ahmadpour mündlich mitgeteilt, dass seinem Antrag auf Freilassung nicht stattgegeben wurde und dass er wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ zu zwei zusätzlichen Jahren Haft verurteilt wurde. Insgesamt muss er jetzt 5 Jahre Haft ableisten.

Ahmadpour, der am Dienstag vor Gericht gladen war, protestierte gegen das Urteil und beantragte, dass die zusätzliche Anklage („Gefährdung der nationalen Sicherheit“) fallengelassen wird, da sie nicht Teil des Urteilsspruchs sei, den das Berufungsgericht zuvor gefällt hatte. Die Antwort lautete, dass man seinen Standpunkt zwar nachvollziehen könne, dass die Hände des Gerichts jedoch gebunden seien und man nichts für ihn tun könne.

Das mündlich übermittelte Zusatzurteil hängt höchstwahrscheinlich mit der Veröffentlichung eines kritischen Briefes zusammen, den Ahmadpour an die iranische Führung geschrieben hatte.

Der Geistliche, der alle gegen ihn vorgebrachten Anklagen zurückweist und infolge seiner Kriegsverletzungen gesundheitliche Probleme hat, leistet jetzt im Gefängnis seine zweite Haftstrafe ab.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: RAHANA
Persisch: http://www.rahana.org/archives/46333

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