Iranischer Arbeiteraktivist Ebrahim Madadi wieder in Evin

Ebrahim Madadi

Zamaaneh, 9. Dezember 2011 – Der vor 10Tagen auf Hafturlaub freigelassene iranische Arbeiteraktivist Ebrahim Madadi ist heute ins Teheraner Evin-Gefängnis zurückgekehrt

Nach Angaben der Webseite der Gewerkschaft „Sherkat-e Vahed“, deren Vizepräsident Madadi ist, wurde sein Antrag auf Hafturlaubsverlängerung abgelehnt. Er war am 30.November erstmals seit 3 Jahren Haft vorübergehend freigelassen worden.

Madadi war 2007 verhaftet und wegen sicherheitsrelevanter Anklagen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Freilassung soll im Mai nächsten Jahres erfolgen.

Internationale Arbeiterorganisationen, die Madadis Freilassung begrüßt hatten, protestierten gegen seine erneute Festnahme. Sharan Burrow, Vorsitzender der „International Trade Unions Confederation“ (ITUC), kritisierte die „schändliche“ Vorgehensweise, mit der mit „dem Leben von Menschen und ihren Familien umgesprungen wird, nur weil diese ihre Grundrechte als Menschen und Gewerkschaftsmitglieder wahrgenommen und die legitimen Ansprüche anderer Arbeiter vertreten haben.“

Dies könne „nur als ein weiterer krasser und zynischer Schritt der Behörden“ verstanden werden, mit dem unmittelbar vor der gerade erst in Kyoto zu Ende gegangenen Konferenz der „ILO Regional Asia Pacific Conference“ von den massiven Verletzungen der Rechte von Gewerkschaftsmitgliedern abgelenkt werden solle, so Burrow.

David Cockroft,Vorsitzender der „International Transport Workers Federation“ (ITF), kritisierte Madadis erzwungene Rückkehr nach Evin ebenfalls: „Wir wissen noch nicht, ob seine Verhaftung ein bürokratischer Fehler war oder vielmehr ein Versuch, Ebrahim zu bestrafen. In beiden Fällen besteht jedoch eine inakzeptable Verletzung seiner Rechte und seiner Freiheit. Ebenso wie die immer noch anhaltende Gefangenschaft des zunehmend kränker werdenden Reza Shahabi ist dies ein Unrecht, das danach schreit, behoben zu werden.“

Shahabi, der Schatzmeister der Gewerkschaft „Sherkat-e Vahed“, ist seit Juni 2010 in Haft. Seit über zwei Wochen befindet er sich im Hungerstreik, um gegen seinen ungeklärten juristischen Status zu protestieren. Shahabi ist auch nach mehr als 15 Monaten Haft weder angeklagt noch verurteilt worden.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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