Katastrophale Zustände in iranischen Gefängnissen

Zamaaneh, 21. Dezember 2011 – Mit der Verlegung des politischen Gefangenen Saeed Saleki in das Gefängnis Dezfool gelangen die dort herrschenden katastrophalen Bedingungen wieder in den Fokus von Menschenrechtsaktivisten.

Die Organisation „International Campaign for Human Rights in Iran“ [ICHRI] berichtet von Aussagen eines „informierten Bürgers aus Ahvaz“, der der Organisation mitgeteilt habe, dass der arabische Aktivist Saleki vor zwei Monaten aus Ahvaz in das Gefängnis Dezfool verlegt wurde und seitdem weder telefonieren noch Besucher empfangen durfte.

Bei den Insassen des Gefängnisses handelt es sich dem Bericht zufolge um Kriminelle, die wegen Drogen- und Raubdelikten verurteilt sind. Die Zustände dort seien erschreckend. So sollen sich die Gefangenen infolge der Überfüllung zu zweit ein Bett teilen, die übrigen Gefangenen müssten auf dem Boden der Zellen und Flure nächtigen. Es gebe so wenig Platz, dass die Gefangenen nur [sitzend] zusammengekauert schlafen könnten. Einige müssten sogar auf den Gefängnishof ausweichen.

Die hygienischen Bedingungen sollen „katastrophal“ sein. Die Gefangenen müssten tagelang warten, um einige Minuten duschen zu können. Überall im Gefängnis grassierten Krankheiten, und in der Folge sei „ein Überleben der Gefangenen in dieser Einrichtung höchst unwahrscheinlich“.

Die Gefangenen werden laut Bericht regelmäßig von den Wärtern geschlagen, der Drogenkonsum und -verkauf unter den Gefangenen floriere.

ICHRI zufolge herrschen im Gefängnis Karoon in Ahvaz ähnliche Zustände.

Im September hatte der Chef der iranischen Gefängnisorganisation Gholamhossein Esmaili erklärt, die explodierende Zahl der Häftlinge führe zu einer Krise im Gefängnissystem. Zudem sei das Gefängnissystem jedes Jahr mit einem Haushaltsdefizit im Umfang von zwei Monaten konfrontiert.

Im Juli hatte er vor dem Parlament berichet, dass das Niveau der Hygiene im gesamten Gefängnissystem sich rapide verschlechtere.

Esmaili bestätigte die Ausbreitung von Krankheiten in den Gefängnissen und wies darauf hin, dass die Einrichtungen drei Mal mehr Gefangene aufnehmen müssten als die räumlichen und finanziellen Kapazitäten zuließen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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