Mehdi Khazali: „Ich werde in den Hungerstreik treten – bis zum Tod“

Mehdi Khazali

Kalemeh, 9. Januar 2012 – Dr. Mehdi Khazali ist am Montag Nachmittag unter Gewaltanwendung zum 5. Mal verhaftet und nach Evin gebracht worden, nachdem Sicherheitsagenten ihm aufgelauert hatten.

Khazali hatte wegen neuer Anklagen eine Vorladung der Abteilung 9 des Revolutionsgerichts erhalten, wurde jedoch verhaftet, bevor er Gelegenheit hatte, dort zu erscheinen. Die neuen Anklagepunkte hängen mit einem neuen Artikel auf Dr. Khazalis Blog zusammen. In dem mit „Jannati Nameh“ überschriebenen Artikel schreibt er: „Ayatollah Jannatis inneres Kind ist wegen seines hohen Alters gestorben“. [Ayatollah Jannati ist ein erzkonservativer Geistlicher, Mitglied im Wächterrat, im Expertenrat und im Schlichtungsrat, d. Übers.]Dr. Khazali war seit der gefälschten Präsidentschaftswahl von 2009 mehrmals verhaftet worden, zuletzt im Juli letzten Jahres. Auch damals wurde Gewalt angewendet, durch die Khazali verletzt wurde. Nach einem 30tägigen Hungerstreik wurde er gegen Kaution wieder freigelassen.

Dr. Khazali ist Ophtalmologe und Sohn des erzkonservativen Geistlichen Ayatollah Khazali, der ein erklärter Anhänger Ayatollah Khameneis [des „obersten Führers“ der Islamischen Republik, d. Übers.] ist. Ayatollah Khazali hat sich öffentlich von den Ansichten seines Sohnes distanziert und diese verurteilt.

Auf seiner Facebook-Seite beschreibt der Sohn Mehdi Khazalis die Verhaftung seines Vaters:

„Als ich heute nach dem Ende meiner Prüfungen zurückkam, erhielt ich einen Anruf aus dem Büro meines Vaters. Mein Vater sei an der Ecke N.Kargar-Straße/Abdinejad-Straße in einen Unfall verwickelt, hieß es.

Ich fuhr sofort hin. Mein Vater saß zwischen zwei Agenten in einem Auto.

Ich fragte mich durch, um herauszufinden, was passiert war. Man sagte mir, dass mein Vater auf seinem Motorrad an einem Auto vorbeigefahren war, als ein darin sitzender Agent die Tür öffnete und meinen Vater zu Fall brachte. Dann seien vier Fahrzeuge des Geheimdienstministeriums aufgetaucht, und mein Vater sei verhaftet worden. Meinem Vater wurden mehrere Zähne gebrochen, sein rechter Arm ist gebrochen und ein Knie verletzt.

Sie brachten meinen Vater zu dem Gericht, das auch den Haftbefehl ausgestellt hatte. Ich fuhr ebenfalls dorthin. Mein Vater, verletzt wie er war und blutend, wurde an Ort und Stelle angeklagt.

Dann wurde eine vorläufige Haftanordnung für ihn ausgestellt. Als sie ihn aus dem Gerichtssaal brachten, rief mein Vater: „Ich werde in den Hungerstreik treten und ihn bis zum Märtyrertum fortsetzen. Ich werde ihr Essen nicht anrühren!“

Als ich das Gebäude verließ, sah ich meinen Vater mit 4 Agenten in einem Auto des Geheimdienstministeriums sitzen. Einer der Agengen hielt ihm mit einer Hand den Mund zu, während er mit der anderen auf den gebrochenen Arm meines Vaters schlug.

Mein Vater schrie, und ich schrie: „Was machen Sie da?“ Kurz darauf fuhren sie weg.“

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Persian Banoo
Persisch: Kalemeh

4 Antworten zu “Mehdi Khazali: „Ich werde in den Hungerstreik treten – bis zum Tod“

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