Tod eines Flüchtlings in Würzburger Asylbewerberheim

United4Iran Bayern, 29. Januar 2012 – Aufgrund der menschenunwürdigen Situation im Asylbewerberheim Würzburg hat sich letzte Nacht ein iranischer Flüchtling selbst getötet. Er war verheiratet und Vater eines Kindes. Dies ist leider kein völlig überraschender Vorfall – die Menschenrechte von Flüchtlingen werden in Bayern mit Füßen getreten.

Die betreffende Person hieß Mohammad Rahsepar und wohnte im Gebäude 305, Zimmer 321, der Emery-Kaserne. Herr Rahsepar war 30 Jahre alt und wurde in der iranischen Stadt Ahvaz geboren. Nach seiner Flucht hielt er sich einen Monat lang im Auffanglager Zirndorf auf, um dann in Würzburg einquartiert zu werden. Dort wohnte er für sieben Monate. Seine Ehefrau und sein Kind halten sich weiterhin im Iran auf.

Ein Zimmernachbar klärte uns in einem Telefongespräche darüber auf, dass Herr Rahsepar sich letzte Nacht gegen 1 Uhr in seinem Zimmer einschloss. Nachdem die Mitbewohner mehrmals klopften und die Tür nicht aufgemacht wurde, riefen sie den Hausmeister, der vergeblich versuchte, die schwere Eisentür aufzubrechen. Dann wurde die Polizei gerufen, und nachdem auch diese erfolglos war, holte man die Feuerwehr. Ihr gelang es schließlich, sich Zugang zu verschaffen, doch man konnte nur noch die Leiche vorfinden. Herr Rahsepar hatte sich mit einem Laken in seinem Zimmer selbst erhängt.

Die ARD-Sendung „Monitor“ berichtete am 15. September 2011 über die Zustände in dem besagten Heim. Den Beitrag kann man sich hier ansehen: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0915/asyl.php5

Quelle: United4Iran Bayern

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Eine Antwort zu “Tod eines Flüchtlings in Würzburger Asylbewerberheim

  1. Wigbert Baumann

    Etwa 80 Menschen aus Würzburg und Umgebung haben heute mit einem Trauerzug vom Kiliansbrunnen vor dem Hauptbahnhof zum Vierröhrenbrunnen am Rathaus an den verstorbenen Mohammad Rahsepar gedacht. Zweimal auf dem Weg wurde zu einer Schweigeminute angehalten.
    Der 60. Würzburger Montagspaziergang sollte eigentlich im Anschluss an die Kundgebung „Würzburg ist bunt! – In Würzburg ist kein Platz für Hass!“ vom letzten Montag mit über 1000 teilnehmenden Menschen unter dem Motto stehen „Würzburg bleibt bunt!“ stehen.
    Mit Blick auf das bestürzende Ereignis in der Gemeinschaftsunterkunft, wo ein Mensch sich aus Verzweiflung das Leben genommen hat, wurde schweigend und still Mohammad Rahsepar in den Herzen getragen. Am Brunnen wurden Kerzen und Lichter im Gedenken an den Verstorbenen entzündet.
    Wir wollen versuchen in Zukunft die Flüchtlinge mehr besser in unserer Stadt aufzunehmen, die Lebensbedingungen in Würzburg verbessern. Ich möchte schreien gegen Zaun, Stacheldraht und Ein – und Ausgangskontrolle im „Lager“: Ihr seid Menschen, ihr seid hier, ihr seid willkommen in unserer Stadt, ihr gehört dazu!
    Der grausame Tod von Mohammad Rahsepar soll nicht in seiner Sinnlosigkeit da stehen, er soll uns Mahnung sein, daran zu arbeiten, dass die Menschen jederlei Herkunft, Religion oder Rasse in Freundschaft und Frieden zueinander kommen.

    Wigbert Baumann

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