Menschenrechtsorganisationen bitten Weltgemeinschaft um Hilfe

Zamaaneh, 4. Februar 2012 – Internationale Menschenrechtsorganisationen haben an die Weltgemeinschaft appelliert, in ihren Gesprächen mit Iran stärker für das Thema Menschenrechte einzusetzen.

In einem gemeinsamen Statement haben die Organisationen „Reporter ohne Grenzen“, „International Federation for Human Rights“ (FIDH) und die „Iranische Liga zum Schutz der Menschenrechte“ die „inakzeptable Behandlung inhaftierter Journalisten und Netzaktivisten durch die Revolutionsgarden“ scharf kritisiert.

Die Erklärung kritisiert die iranische Justiz für die Todesurteile gegen den iranisch-kanadischen Computerspezialisten Saeed Malekpour, die beiden Netzaktivisten und IT-Studenten Vahid Asghari und Ahmadreza Hashempour sowie den Webentwickler und Humoristen Mehdi Alizadeh. Diese vier Männer seien „Opfer der Machenschaften des Zentrums für die Überwachung des organisierten Verbrechens, das von den Revolutionsgarden im Jahre 2008 gesetzeswidrig gegründet wurde“, so die Erklärung.

Die genannten Gefangenen seien gezwungen worden, vor laufenden Kameras Geständnisse abzulegen und zu gestehen, „die iranische Jugend mit pornografischen und religionsfeindlichen Webseiten verführt“ und „Finanzmittel von den USA und von Israel erhalten“ zu haben.

Sie wurden bis zu 12 Monate lang in Einzelhaft gehalten. Die erzwungenen Geständnisse seien vor Gericht gegen sie verwendet worden, ohne dass die Anwälte der Angeklagten Zugang zu den Gerichtsakten ihrer Klienten oder zu ihren Klienten selbst gehabt hätten.

Vahid Asghari und Saeed Malekpour hatten die Richter ausführlich in schriftlicher Form über Folter und Druckmittel im Gefängnis informiert.

Die Menschenrechtsgruppen schreiben: „Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, direkt bei den iranischen Behörden zu intervenieren und sich für diese vier Internetnutzer einzusetzen und die Freisprechung und Freilassung aller inhaftierten Journalisten und Blogger zu fordern. Gleichzeitig muss die Frage der Respektierung fundamentaler Rechte in den laufenden wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Diskussionen angesprochen werden.“

Weiterhin verweisen die drei Menschenrechtsorganisationen auf die Situation der iranischen Oppositionsführer, die seit fast einem Jahr von den Behörden der Islamischen Republik unter Hausarrest gehalten werden. Man unterstütze den Appell, mit dem 39 politische Gefangene, Journalisten und Intellektuelle am 25. Januar die Freilassung aller Gewissensgefangenen sowie der Anführer der Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads gefordert hatten.

Mir Hossein Moussavi, Mehdi Karroubi und Zahra Rahnavard [die drei unter Hausarrest stehenden führenden Oppositionellen, d. Übers.] seien seit mittlerweile fast einem Jahr aller ihrer Rechte beraubt und würden ohne Vorliegen offizieller Anklagen in vollständiger Isolation von der Außenwelt festgehalten.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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2 Antworten zu “Menschenrechtsorganisationen bitten Weltgemeinschaft um Hilfe

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