Todesurteile gegen Zanyar und Loqman Moradi: Der Freitagsprediger könnte sie retten

Mamousta Mostafa Shirzadi

Rooz, 6. Februar 2012 – Mamousta Mostafa Shirzadi, der Freitagsprediger der Stadt Marivan, ist eine Schlüsselfigur in dem undurchsichtigen Fall der beiden zum Tod verurteilten [Kurden] Loghman und Zanyar Moradi. Doch er möchte sich dazu nicht äußern. Gegenüber Rooz sagte er: „Ich denke nicht, dass es klug wäre, mit den Medien zu sprechen – weder jetzt noch zu einem anderen Zeitpunkt.“

Zanyar Moradis Vater berichtete im Gespräch mit Rooz, dass die Todesurteile vom Berufungsgericht bestätigt und zur Vollstreckung an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden seien.

Zanyar Moradi und der 25jährige Loghman Moradi wegen Mordes an Saadi, dem  Sohn des Freitagspredigers, sowie Spionage für die britische Regierung angeklagt.

Im November 2009 hatte der offizielle englischsprachige Nachrichtensender der Islamischen Republik, Press TV, verkündet, dass „vier Terroristen“ mit Verbindungen zur britischen Regierung in Marivan festgenommen worden seien. Dem Bericht zufolge hatten die Vier im Zeitraum von zwei fünf Morde begangen.

Nach der Ausstrahlung dieses Berichts sendete Press TV ein Video auf Englisch, auf dem unter anderem Zanyar und Loghman Moradi zu sehen waren. Sie bekannten sich in dem Video zum Mord am Sohn des Freitagspredigers.

Die Angehörigen von Loghman und Zanyar erklärten gegenüber Rooz, dass die Geständnisse konstruiert und unter Gewaltanwendung erzwungen worden seien.

Zanyar und Logman Moradi bestätigten dies in einem im Gefängnis verfassten Schreiben. Ihre Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden, die Verhörbeamten hätten ihnen mit „sexueller Vergewaltigung“ gedroht, erklärten sie.

Nach dem iranischen Gesetz kann die Vollstreckung ihrer Todesurteile nur dann verhindert werden, wenn ihre Familien dazu das Einverständnis des Vaters des Opfers – in diesem Fall des Freitagsimams von Marivan, Mamousta Mostafa Shirzadi – erwirken. Zanyars Vater Eghbal Moradi sagte dazu gegenüber Rooz: „Unsere einzige Hoffnung ist, dass der Freitagsprediger dem Druck der staatlichen Sicherheitsorgane nicht nachgibt. Mamousta Shirzadi weiß besser als jeder andere, wie sein Sohn umgebracht wurde. Wir glauben, dass er hier in ein politisches Spiel geraten ist. Er weiß, dass Zanyar und Loghman unschuldig sind, und ich hoffe, dass er sich daran erinnert.“

Loghman Moradis Familie bestätigte, dass sie ihren seit acht Monaten im Gefängnis Rajai Shahr/Karaj einsitzenden Sohn nicht besuchen durfte.

In den sozialen Medien sind mehrere Kampagnen zur Verhinderung der Hinrichtung dieser beiden jungen Männer gestartet worden. Der Schlüssel zur Rettung ihres Lebens scheint jedoch ausschließlich in den Händen Mamousta Mustafa Shirzadis zu liegen, der selbst seinen Sohn verloren hat.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Rooz Online

5 Antworten zu “Todesurteile gegen Zanyar und Loqman Moradi: Der Freitagsprediger könnte sie retten

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