„Human Rights Watch“ verurteilt Verhaftungen in Khuzestan

Zamaaneh, 9. Februar 2012 – „Human Rights Watch“ [HRW] hat in einer Erklärung tiefe Besorgnis angesichts der jüngsten Verhaftungswelle in der iranischen Provinz Khuzestan geäußert. Die Organisation fordert die umgehende Freilassung der 65 kürzlich in Khuzestan verhafteten „65 arabischen Einwohner“. Weiterhin werden Untersuchungen des Todes zweier örtlicher Aktivisten gefordert, die „letzte Woche in den Hafteinrichtungen des Geheimdienstministeriums ums Leben kamen“.

HRW hat die beiden in Haft offenbar unter Folter verstorbenen Männer als den 34jährigen Mohammad Kaabi und den 19järhigen Nasser Alboshokeh Derafshan identifiziert. Die meisten der Verhafteten werden dem Bericht zufolge ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

Joe Stork, stellvertretender Direktor für die Region Naher Osten bei Human Rights Watch: „Über die jüngste Verhaftungswelle gegen arabische Protestteilnehmer und Aktivisten wird in Iran nicht berichtet. Die Behörden sollten umgehend die Gründe für die Verhaftungen darlegen, den Gefangenen Kontakt zu ihren Familien und Anwälten ermöglichen, sie schnellstmöglich einem Richter vorführen und die Verantwortlichkeit für die Folterungen klären.“

Ausgelöst wurden die Verhaftungen Berichten zufolge durch Protestaktionen einiger Bürger, die Boykottaufrufe für die bevorstehende Parlamentswahl an öffentliche Wände gesprüht hatten.

Wie der iranische Menschenrechtsaktivist Yousef Azizi Banitaraf gegenüber Radio Zamaaneh mitteilte, hatten die Sicherheitskräfte die Anführer der örtlichen Stämme aufgerufen, ihre Stammesmitglieder zur Beteiligung an der Wahl aufzufordern. Junge Leute hätten daraufhin beschlossen, mit Graffiti-Parolen zu einem Boykott der Wahl aufzurufen.

Azizi Banitaraf zufolge könnten die Inhaftierten dazu gezwungen werden, sich vor laufenden Kameras selbst der Spionage zu bezichtigen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass sie – sollten sie wegen sicherheitsrelevanter Vergehen wie Terrorismus oder Spionage angeklagt werden – zum Tode verurteilt werden.

In der im Südwesten Irans gelegenen Provinz Khuzestan leben viele Araber. Sie kritisieren seit Langem, dass die Regierung die sozioökonomische Entwicklung der Region vernachlässigt. Die Bevölkerungsgruppe wirft der Regierung zudem eine systematische Diskriminierung der in Khuzestan lebenden Araber in allen Bereichen des Lebens vor.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

2 Antworten zu “„Human Rights Watch“ verurteilt Verhaftungen in Khuzestan

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