Menschenrechtsgruppe fordert Verantwortung für Todesfälle in Khuzestan

Zamaaneh, 21. Februar 2012 – Die Gruppe „Gerechtigkeit für Iran“ hat in einer Erklärung die Niederschlagung von Protesten in Khuzestan verurteilt. Zwei der damals Verhafteten waren im Gewahrsam ums Leben gekommen.

Es habe den Anschein, als genössen die Verantwortlichen für diese Todesfälle Immunität in Iran, schreibt die Gruppe weiter. Sie ruft jeden, der Informationen über die Vorfälle hat, auf, diese der Gruppe für ihre Datenbank mit Daten über Menschenrechtsverletzungen zur Verfügung zu stellen.

Vor mehr als einem Monat waren in Shoush, Hamidiyeh und Ahvaz über 60 Demonstranten verhaftet worden, die zu einem Boykott der [für Anfang März angesetzten] Parlamentswahlen aufriefen. Zwei der damals Verhafteten – Mohammad Ka’abi und Nasser Alboshokeh, wurden von den Behörden wenig später für tot erklärt. Bisher hat niemand die Verantwortung für die Todesfälle übernommen.

Nach Angaben von „Human Rights Watch“ wurden in Khuzestan letzten Monat 65 Personen verhaftet. Alboshokeh und Ka’abi scheinen seien offenbar unter Folter gestorben, so die Menschenrechtsorganisation.

Die Behörden hatten die Familie Mohammad Ka’abis darüber informiert, dass er gestorben sei und bereits beerdigt wurde. Sie untersagten der Familie jede Art von Trauer- oder Gedenkfeier und teilten ihr nicht mit, wo Ka’abi begraben liegt.

Der 35jährige Ka’abi hatte an der Dezfool-Universität Jura studiert. Er hinterlässt eine schwangere Ehefrau und zwei Kinder im Alter von 8 und 5 Jahren. Seine Ehefrau wird zur Zeit in ihrer Wohnung ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

Der 19jährige Nasser Alboshokeh war an seinem Arbeitsplatz – einem Bekleidungsgeschäft – verhaftet worden, weil er an öffentlichen Orten Parolen und Graffiti angebracht hatte. Nach Angaben der Gruppe „Gerechtigkeit für Iran“ wurde Abolshokeh am 26. Januar verhaftet und starb vier Tage später. Sein Leichnam wurde mehr als 11 Tage einbehalten, entsprechend verzögert kam die Information über seinen Tod.

Die Familie Alboshokehs gibt an, dass die Behörden ihr verboten hätten, Nasser in Ahvaz zu beerdigen, weshalb sie ihn in der Nachbarstadt beigesetzt hätten. Seine Leiche habe Anzeichen von Schlägen und körperlichen Misshandlungen aufgewiesen.

In der Provinz Khuzestan war es immer wieder zu Protesten gegen die „ungünstigen und diskriminierenden Bedingungen“ gekommen. Die Islamische Republik beantwortete die Ausbrüche stets mit Gewalt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

3 Antworten zu “Menschenrechtsgruppe fordert Verantwortung für Todesfälle in Khuzestan

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