Oppositionsführer Moussavi: „Ich bleibe bei meinen Standpunkten“

Zamaaneh, 22. Februar 2012 – Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi hat seinen Kindern in einem Telefongespräch mitgeteilt, dass er nach wie vor zu seinen politischen Ansichten stehe und seine Kritik an der Regierung keinesfalls zurückziehe.

Nach Berichten der oppositionellen Webseite Kalemeh hatte Moussavi, der zusammen mit seiner Ehefrau Zahra Rahnavard seit Februar 2011 unter Hausarrest steht, erstmals seit Monaten mit seinen Töchtern telefonieren dürfen. „Nichts hat sich geändert… liebe Kinder, ich möchte, dass ihr wisst, dass ich zu meinen politischen Ansichten nach wie vor stehe“, sagte Moussavi nach Auskunft der Töchter. Auch ihre Mutter Zahra Rahnavard habe erklärt, sie bleibe bei ihrer Haltung.

Moussavi habe zudem angekündigt, dass die kurzen Telefonate, die von Zeit zu Zeit erlaubt werden, möglicherweise bald nicht mehr stattfinden könnten.

Berichten zufolge sollen Moussavis Kinder nach dem Telefonat weitere Repressalien erlebt und sogar mit Verhaftung bedroht worden sein. Zusätzlich wurde eine der Töchter von ihrer Stelle als Dozentin an der Al-Zahra-Universität entlassen. [vgl. Artikel vom 8. Februar 2012]

Der Hausarrest der beiden iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Zahra Rahnavard sowie des Oppositionsführers Mehdi Karroubi, der ebenfalls seit Februar 2011 getrennt von den beiden unter Hausarrest steht, begann, nachdem Karroubi und Moussavi zu Solidaritätskundgebungen mit den Aufständen in der arabischen Welt aufgerufen hatten.

Zum Jahrestag des Beginns des Hausarrests ihrer Eltern hatten die Kinder Moussavis und Karroubis einen gemeinsamen Brief veröffentlicht, in dem sie ihre „Landsleute und alle freiheitsliebenden Menschen“ aufriefen, gegen die illegale Haft ihrer Eltern und aller politischen Gefangenen in Iran zu protestieren. Sie äußerten sich zudem tief besorgt um das Wohlergehen ihrer Eltern, die nicht von ihren eigenen Ärzten behandelt werden dürfen.

Die Oppositionsführer sind von jedem Kontakt zur Außenwelt abgeschnitten und dürfen nur gelegentlich kurz mit ihren Kindern telefonieren.

Der Hausarrest der Oppositionsführer wird von iranischen und internationalen Menschenrechtsgruppen kritisiert, insbesondere der Umstand, dass keine offizielle Anklage gegen sie erhoben wurde. Dies verstoße sowohl gegen die Gesetze der Islamischen Republik als auch gegen internationales Recht.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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