Ebadi: Menschenrechtsanwälte werden zu Falschaussagen gezwungen

Shirin Ebadi

Zamaaneh, 5. März 2012 – Inhaftierte Mitglieder des iranischen Zentrums zum Schutz der Menschenrechte werden nach Aussage der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi mit Einschüchterungen und Druckmitteln gezwungen, gegen ihre Organisation auszusagen.

Die Nichtregierungsorganisation wurde von mehreren iranischen Rechtsanwälten gegründet. Die Arbeit des mittlerweile verbotenen Zentrums konzentrierte sich auf Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Iran. Die Mitglieder wurden in den letzten drei Jahren und besonders nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 scharf verfolgt.

Wie jetzt bekannt wurde, ist das bekannte Mitglied des Menschenrechtszentrums Abdolfatah Soltani zu 18 Jahren Haft und einem 20jährigen Berufsverbot als Jurist verurteilt worden. Shirin Ebadi, die das Zentrum mit begründet hatte und derzeit im Ausland lebt, kommentiert das Urteil wie folgt: „Abdolfatah Soltani und viele andere Mitarbeiter des Menschenrechtszentrums sind nacheinander und in Verhören, die stets unter Ausschluss von Rechtsbeiständen stattfanden, dazu gezwungen worden, unsere Organisation und mich zu belasten.“ So würden sie beispielsweise dazu gezwungen auszusagen, dass das Zentrum, das sich unentgeltlich um viele Menschenrechtsfälle gekümmert hat, Bargeld von ausländischen Botschaften angenommen habe.

Außerdem sei ihren Kollegen von den Vernehmungsbeamten versprochen worden, dass sie das Land verlassen dürften, sofern sie sich bereit erklären, in einem mitgeschnittenen Interview auszusagen, dass der Friedensnobelpreis aus politischen Gründen und mit dem Ziel eines Regimewechsels in Iran an sie verliehen worden sei, so Ebadi weiter. Die inhaftierten Anwälte hätten sich jedoch geweigert, diesen Aufforderungen Folge zu leisten.

Abdolfattah Soltani soll gegenüber Ebadi gesagt haben, dass ihn, sollte er den Wünschen seiner Kerkermeister nicht nachkommen, ein ähnliches Schicksal erwarte wie Nasrin Sotoudeh.

Die Menschenrechtsaktivistin und Anwältin hatte ebenfalls Verbindungen zum Zentrum für Menschenrechte. Sie ist seit 2010 inhaftiert und wurde zu 6 Jahren Haft und einem 10jährigen Berufsverbot als Juristin verurteilt.

Auch Nargess Mohammadi, Abdolreza Tajik und Mohammad Seifzadeh wurden wegen ihrer Verbindungen zum Zentrum verfolgt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

4 Antworten zu “Ebadi: Menschenrechtsanwälte werden zu Falschaussagen gezwungen

  1. Pingback: Anwalt Abdolfattah Soltani zu 13 Jahren Haft verurteilt | Julias Blog

  2. Pingback: News vom 6. März 2012 « Arshama3's Blog

  3. Pingback: Ebadi: Menschenrechtsanwälte werden zu Falschaussagen gezwungen « free Saeed Malekpour

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s