Zum Tode verurteilter Kurde Habibollah Golparipour schreibt Protestbrief

Habibollah Golparipour

Zamaaneh, 19. März 2012 – Der zum Tode verurteilte kurdisch- iranische politische Gefangene Habibollah Golparipour  hat nach Angaben der Webseite „International Campaign for Human Rights in Iran“ [ICHRI] vor seiner kürzlich erfolgten Verlegung aus dem Gefängnis Oroumiyeh nach Semnan einen Brief verfasst, in dem er schreibt, die Sicherheitskräfte hätten ihn „mit physischer und psychologischer Folter an den Rand des Todes“ geführt.

Gründe für die Verlegung nach Semnan sind nicht bekannt; Menschenrechtsgruppen befürchten, dass sie in Verbindung mit seiner baldigen Hinrichtung stehen könnte.

Golparipours Vater soll nach Semnan gefahren sein, um seinen Sohn zu besuchen, doch die Gefängnisbeamten bestätigten ihm gegenüber lediglich die Verlegung seines Sohnes und erklärten, er könne seinen Sohn nicht vor dem Ende der Feiertage zu Nowrooz – dem persischen Neujahrsfest – besuchen.

Golparipours Mitgefangene berichten, dass er während der Verlegung von Oroumiyeh geschlagen und beschimpft wurde.

Golparipour schreibt in seinem Brief, er habe sich auf das Schreiben von Briefen verlegt, weil er „alle rechtlichen Eide zur Erlangung meiner Rechte verloren“ habe. Das gegen ihn verhängte Todesurteil weist er zurück und schreibt, die Islamische Republik habe „die Beförderung und den Schutz einer nationalen Identität mit dem Krieg gegen das islamische System“ gleichgesetzt.

Sein Todesurteil sei innerhalb von fünf Minuten in einem „Scheinprozess“ gefällt worden, der sogar gegen die Bestimmungen der iranischen Verfassung verstoßen habe.

Er habe bei den verschiedensten Regierungsgremien Beschwerde gegen die „Langzeitinhaftierungen und die physische und psychische Folter“ eingelegt, die ihn „an den Rand des Todes gebracht“ hätten, schreibt Golparipour. Seine Stimme sei jedoch nicht durch die Gefängnismauern hindurchgedrungen.

„Im Moment werden meine nationale Identität als Kurde und meine freiheitsliebenden Ideen als ‚Verderbnis auf Erden‘ gewertet, und all meine diesbezüglichen Bestrebungen und Bemühungen werden als ‚Feindschaft gegen Gott‘ interpretiert. Dies ist eine unverhohlene Diskriminierung und offenes Unrecht.“ Er beendet seinen Brief mit einem dringenden Appell an Menschenrechtsorganisationen, ihn auf jede mögliche Weise zu unterstützen.

Habibollah Golparipour war im September 2009 auf sdem Weg von Mahabad nach Oroumiyeh verhaftet worden. Die Geheimdienstagenten der Revolutionsgarden fanden bei ihm mehrere Bücher, die seine Verhaftung und die darauf folgenden Monate der Folter auslösten. Im März 2010 wurde er der Mitgliedschaft in der militanten kurdischen Gruppe „Freies Leben Kurdistan“ (PJAK) angeklagt und zum Tode verurteilt.

Er legte Berufung ein, die jedoch abgewiesen wurde. Der Oberste Gerichtshof hat sein Todesurteil bestätigt.

Golparipour hat Berichten zufolge jede Verwicklung in bewaffnete Kämpfe abgestritten haben. Die erwähnten Bücher sind die einzigen gegen ihn verwendeten Beweismittel.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

Eine Antwort zu “Zum Tode verurteilter Kurde Habibollah Golparipour schreibt Protestbrief

  1. Pingback: News vom 21. März 2012 « Arshama3's Blog

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s