Iranischer Rechnungshof sieht Verbindungen zwischen dem Präsidenten und dem Bankbetrugskandal

Mostafa Pour Mohammadi

Zamaaneh, 27. März 2012 – Der Chef des iranischen Rechnungshofes erklärte am Montag, er habe keine Zweifel daran, dass der Präsident die der Veruntreuung von 3 Milliarden Dollar beschuldigte Finanzgruppe Aria unterstützt hat. Die Gruppe hatte gefälschte Kreditbriefe verkauft.

Mostafa PourMohammadi sagte gegenüber der Webseite Khabar Online, Präsident Mahmoud Ahmadinejad und sein Stabschef Esfandiar Rahim Mashaei hätten die Beschuldigten in dem Betrugsfall unterstützt und „alles daran gesetzt“, um zu verhindern, dass „der größte Finanzbetrugsfall der Geschichte Irans“ öffentlich wird.

Der Betrugsskandal hängt mit Aktivitäten der Ami Mansour Aria Gruppe zusammen. Ihr wird vorgeworfen, ihren Einfluss und ihre Kontakte in der Regierung und im Parlament dazu genutzt zu haben, um sich gefälschte Kreditbriefe und umfangreiche Darlehen von führenden iranischen Banken zu beschaffen.

Der Hauptverdächtige des Falls, MahAfarid Amir Khosravi, ist des Tatbestandes der „Verderbnis auf Erden“ angeklagt. Er hat entsprechende Vorwürfe vor Gericht bestritten.

Ahmadinejad und sein Kabinett wurden angeklagt, durch mangelnde Wachsamkeit den Skandal befördert zu haben.

Das Büro des Präsidenten habe seinen Widerstand gegen eine Veröffentlichung von Einzelheiten des Falles damit gerechtfertig, dass dadurch „die wirtschaftliche Integrität des Systems zerstört und das Banken- und Währungssystem geschädigt“ werden könnten, erklärte PourMohammadi gegenüber Khabar Online. „Es besteht kein Zweifel daran, dass die Gruppe von der Regierung – einschließlich des Präsidenten und seines Kabinettschefs -, von Ministern und Banken unterstützt worden ist.“ Die Regierung Ahmadinejad sei allerdings vermutlich nicht in „alle Einzelheiten“ der Korruption und Gesetzesverstöße eingeweiht gewesen.

Eine Stellungnahme der Regierung zu diesen Vorwürfen ist noch nicht erfolgt. Ahmadinejad hat bisher jedoch immer wieder bestritten, dass er selbst und seine Regierung in den Fall verwickelt sind.

PourMohammadi deutete außerdem an, dass Mahmoudreza Khavari, der Chef der Bank Melli, der kurz nach Bekanntwerden des Skandals in den Medien ins Ausland floh, bereits in der Vergangenheit mit Gesetzesverstößen und Finanzmissbrauch von sich reden gemacht habe.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

s. dazu auch:
Interview von Khabar Online mit Mostafa PourMohammadi in deutscher Übersetzung

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