Peyman Aref freigelassen

Peyman Aref

ICHRI, 6. April 2012 – Der inhaftierte studentische Aktivist Peyman Aref wurde nach der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 mehrmals verhaftet. Seit dem 21. März befand er sich in einem Hungerstreik. Am 4. April wurde nun freigelassen.

Arefs Ehefrau Samira Jamshidi hatte [zuvor] gegenüber ICHRI berichtet, dass er aus Protest gegen seine ungesetzliche Inhaftierung in den Hungerstreik getreten sei. „Er wurde illegal verhaftet, und jetzt wird seine Freilassung illegalerweise verweigert“, sagte sie.

„Nachdem sein Blutdruck am 24. März gefallen war, wurde er am 24. März in ein Krankenhaus gebracht. Als ich ins Krankenhaus kam, sagten sie, dass er Herzprobleme habe. Sie hatten ein EKG gemacht, ihm eine Transfusionsnadel gesetzt und ihn sofort wieder ins Gefängnis gebracht. Ich mache mir große Sorgen um ihn“, so Jamshidi [damals].

Am 14. März war der studentische Aktivist, der auch Mitglied in der iranischen Freiheitsbewegung verhaftet worden. Jamshidi gab gegenüber ICHRI an, dass die Verhaftung nach einer Beschwerde des Leiters des Gefängnisgerichts von Evin, Bahram Resteh Ahmadi, erfolgt sei, derzufolge Ahmadi Arefs Auspeitschung im Oktober 2011 vorgenommen habe.

„In den Interviews, die er nach seiner Auspeitschung gab, hatte Peyman gesagt, dass selbst unter der Annahme, dass das Auspeitschungsurteil legal war, die Durchführung desselben illegal war. Nach diesem Interview wurde er 40 Tage lang eingesperrt, durch ein Urteil von Abteilung 26 [des Gerichts] aber freigesprochen. In dieser Gerichtsverhandlung wurde Peyman gesagt, dass seine anderen Beschwerden ebenfalls geprüft werden würden, denn er hatte Herrn Reshteh Ahmadi und die anderen, die seine Auspeitschung mitangesehen hatten angezeigt. Doch seine Beschwerden wurden vor Gericht nicht angesprochen, und Aref wurde erneut inhaftiert. Dieses Mal zeigte Herr Reshteh Ahmadi in persönlich dafür an, ihn in Interviews erwähnt zu haben. Peyman wurde dann am 14. März wegen ‚Verbreitung von Unwahrheiten‘ verhaftet. Außerdem wurde für ihn eine Bürgschaftskaution in Höhe von 5.000 Dollar festgelegt.“ Damit hätte er gegen Gewährleistung einer Bürgschaft freigelassen werden dürfen.

„Am 18. März war ich endlich in der Lage, diese Bürgschaft zu gewährleisten. Das Gericht akzeptierte sie auch. Man sagte uns, dass man sich mit uns in Verbindung setzen würde. Aber am Nachmittag riefen sie an und sagten mir, dass es Anweisungen gebe, Peyman nicht freizulassen. Wie war das möglich? Die Voraussetzungen sind erfüllt, aber der Gefangene kommt nicht frei!“

Hoda Saber starb nicht am Hunger, sondern er starb, weil sein Blutdruck absank und weil er Herzprobleme hatte. Ich verstehe nicht, warum diese Menschen nicht merken, dass derartige Vorkommnisse auch ihnen schaden. Es gibt absolut keinen Grund dafür, Peyman nicht freizulassen. Wir haben den Namen eines Bürgen hinterlegt, wie gefordert. Er muss freigelassen werden. Ich weiß nicht, warum sie es nicht zulassen“, so Jamshidi gegenüber ICHRI

Aref wurde am 18. Juli 2009 verhaftet. Er gab später an, dass er 90 Tage in Einzelhaft gehalten, gefoltert und verhört wurde. Dabei brach einer seiner Zähne.

Abteilung 26 des Teheraner Revolutiongsgerichts verurteilte Aref zu 1 Jahr Gefängnis, einem lebenslangen Verbot von Presseaktivität und Mitgliedschaft in politischen Parteien sowie 76 Peitschenhieben wegen „Präsidentenbeleidigung“ in Form eines offenen Briefes an Mahmoud Ahmadinejad, datiert vom 23. Mai 2009, mit dem Titel: „Ist Ihnen klar, was Sie den Universitäten angetan haben?“

Am 8. Oktober 2011, unmittelbar vor seiner Freilassung, wurde das Auspeitschungsurteil gegen Aref durch Beamte des Gefängnisgerichts von Evin vollstreckt.

Aref wurde erneut ins Gefängnis geschickt, doch nach 40 Tagen Haft sprach Abteilung 26 des Teheraner Revolutionsgerichts ihn frei, und er wurde freigelassen. Am 14. März wurde er erneut verhaftet und nach Evin gebracht.“

„Als ich gestern mit Peyman telefonierte, bat ich ihn darum, seinen Hungerstreik zu beenden, aber er sagte, seine anhaltende Inhaftierung sei illegal, und er werde weiter streiken“, so Jamshidi. „Ich möchte den staatlichen Behörden gern etwas sagen. Ich möchte sagen, dass es in Iran sehr viel Gesetzlosigkeit gibt. Manche verstoßen sogar gegen die landeseigenen Gesetze. Ich hoffe, dass das Gesetz in diesem Land eines Tages eingehalten wird.“

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: International Campaign for Human Rights in Iran

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2 Antworten zu “Peyman Aref freigelassen

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