Studentenorganisationen rufen die Öffentlichkeit zur Unterstützung inhaftierter Studenten auf

Zamaaneh, 17. April 2012 – Iranische Studentenorganisationen bitten die Öffentlichkeit um Unterstützung ihrer Proteste gegen die anhaltende Inhaftierung studentischer Aktivisten in Iran.

In einer Kampagne unter dem Namen „Sei die Stimme der eingekerkerten Studenten“ haben die landesweite Union der Studentenvereinigungen, Tahkim-e Vahdat, und die studentische Alumni-Organisation Danesh Amoukhtegan auf deren offizieller Webseite Advar News eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

„Tahkim-e Vahdat und Danesh Amoukhtegan bringen ihre Abscheu gegen die anhaltende Inhaftierung politischer Gefangener und den Hausarrest der Führer der Grünen Bewegung zum Ausdruck. Wir haben großen Respekt vor dem Durchhaltevermögen der 29 inhaftierten Studenten und protestieren gegen ihre anhaltende Gefangenschaft. Wir rufen Universitäten, Menschenrechts- und Bürgerrechtsorganisationen sowie alle Iraner im In- und Ausland dazu auf, diese Gefangenen zu unterstützen“, heißt es in der Erklärung.

Die Erklärung bezieht sich auf Äußerungen von Arbeitsminister Kamran Daneshjou, der kürzlich verlautbaren ließ, dass Anhänger der Grünen Bewegung nicht mehr zum Studium an Hochschulen und Universitäten zugelassen würden.

Nach der Präsidentschaftswahl von 2009 waren die Menschen aus Protest gegen den von Wahlbetrugsvorwürfen begleiteten Sieg Mahmoud Ahmadinejads massenhaft auf die Straße gegangen. Die Proteste wurden als „Grüne Bewegung“ bekannt. Ihre Anhänger – Menschen mit verschiedensten sozialen Hintergründen – wurden von der Regierung mit aller Härte unterdrückt. Besonders betroffen sind studentische Aktivisten, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten [nicht zu vergessen die Anwälte, die sich für Menschenrechtsfälle engagieren, d. Übers.]

Die heutige Erklärung fordert „akademische Freiheit“ und die Rückkehr der inhaftierten Studenten in ihre Universitäten.

Die Repression gegen Protestteilnehmer und Demonstranten war anhaltend und umfassend. Vergangene Woche hatte Kamran Daneshjou erklärt: „Wer an den Aufständen von 2009 beteiligt war und die aufrührerischen Aktivitäten auch dann noch fortgesetzt hat, als der oberste Führer das Wahlergebnis endgültig bestätigt hatte, darf nicht mehr an einer Universität studieren.“

Der iranische oberste Führer [Ali Khamenei] hatte sich bei den Wahlen von 2009 hinter Ahmadinejad gestellt und trotz umfassender Wahlbetrugsvorwürfe eine Neuauszählung der Stimmen verweigert.

Tahkim-e Vahdat hat dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran, Ahmad Shaheed, umfassende Dokumentationen über die Verletzung der Rechte von Studenten in den Gefängnissen und Studienverbote gegen Studenten vorgelegt.

Shaheeds Bericht zufolge wurden die Rechte von Studenten seit der Wahl von 2009 in mindestens 2000 Fällen verletzt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

2 Antworten zu “Studentenorganisationen rufen die Öffentlichkeit zur Unterstützung inhaftierter Studenten auf

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