„Reporter ohne Grenzen“ verurteilt Inhaftierung iranischer Menschenrechtsaktivistin

Nargess Mohammadi

Zamaaneh, 26. April 2012 – Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat die Inhaftierung der Sprecherin des von der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi gegründeten Menschenrechtszentrums Nargess Mohammadi verurteilt.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung heißt es, Mohammadis Ehemann Taghi Rahmani sei in großer Sorge um den Gesundheitszustand seiner Frau.

Mohammadi war am 21. April vom Geheimdienstministerium vorgeladen und im Haus ihres Vaters in Zanjan verhaftet worden. Am folgenden Tag wurde sie ins Evin-Gefängnis gebracht.

Ihr werden „Versammlung und Verdunkelung gegen die nationale Sicherheit und Mitgliedschaft im Zentrum zum Schutz der Menschenrechte in Iran sowie Propaganda gegen das Regime der Islamischen Republik“ vorgeworfen. Ein erstinstanzliches Gericht verurteilte sie zu 11 Jahren Haft; das Strafmaß wurde von einem Berufungsgericht auf 6 Jahre reduziert.

Mohammadi, die auch dem Nationalen Friedensrat vorsteht, war schon im Juni 2010 verhaftet worden. In der Haft erlitt sie einen Nervenzusammenbruch, woraufhin sie zwecks medizinischer Behandlung vorläufig freikam.

Mohammadis Ehemann Taghi Rahmani erklärte gegen über „Reporter ohne Grenzen“, er befürchte, dass der Gesundheitszustand seiner Frau sich unter den Bedingungen im Gefängnis rasch wieder verschlechtern werde.

Rahmani, selbst ein bekannter Journalist, war nach wiederholten Schikanen der iranischen Sicherheitskräfte und insgesamt 14 Jahren Haft in den Gefängnissen der Islamischen Republik im März aus dem Land geflohen. In einem Brief teilte er mit, dass seine Frau ihr Land nicht verlassen und bei den sechsjährigen Zwillingen bleiben wolle.

Die Nachrichtenagentur Fars News [Anm. d. Übers.: Fars News ist ein staatliches Organ, dessen Glaubwürdigkeit als äußerst gering gilt] berichtete am 21. April: „Nargess Mohammadi hat große Mengen an Aktien und Anleihen besessen, die sie gerade im Begriff war zu verkaufen, um die dafür erzielten Devisen ins Ausland zu schaffen“. Die oppositionelle Webseite Melli Mazhabi reagierte auf die Behauptung und erklärte, Fars News sei dafür bekannt, immer wieder falsche Informationen über politische Aktivisten und Menschenrechtsaktivisten in Umlauf zu bringen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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