Tagesarchiv: 18. September 2012

„Nationales Internet“ soll nächste Woche landesweit starten

Zamaaneh, 18. September 2012 – Das iranische „nationale Internet“ wird nächste Woche landesweit starten. Dies teilte der iranische Minister für Kommunikation und Information Reza Taghipour mit.

Das „Nationale Informations-Netzwerk“ werde laut Taghipour in allen Regierungseinrichtungen in Betrieb genommen, berichtet die Nachrichtenagentur Mehr News. „Etwa 42.ooo Regierungsstellen werden ihr Internet auf das nationale Netz umstellen“, so Taghipour. Die Umstellung auf das Nationale Netzwerk sei in 29 Provinzen bereits erfolgt; bis nächste Woche sollen auch die Regierungsstellen im Rest des Landes folgen. Für die Allgemeinheit sei das nationale Broadband-Netzwerk derzeit jedoch noch nicht zugänglich.

Die iranischen Behörden hatten die Entwicklung eines eigenen Internet-Netzwerks als Reaktion auf „unanständige“ Inhalte und „Sicherheitsgefährdungen“ im World Wide Web vorangetrieben. Iranische Nutzer befürchten, dass die Einführung eines nationalen Internets weitere Einschränkungen bei der Nutzung des World Wide Web nach sich ziehen könnte.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

„Illegaler Prozess“ – Mohammad Tavassoli verzichtet vor Gericht auf Verteidigung

Mohammad Tavassoli

Zamaaneh, 18. September 2012 – Der inhaftierte iranische Aktivist Mohammad Tavassoli will aus Protest gegen die vom Gericht gegen ihn erhobenen Vorwürfe davon absehen, sich selbst zu verteidigen. Es handle sich um einen „illegalen Prozess“, so Tavassoli.

Wie die Webseite Kalemeh berichtet, stand das Mitglied der iranischen Partei „Freiheitsbewegung Iran“ am Montag vor Gericht, wo er erklärt habe: „Mit meiner jahrelangen Erfahrung im Dienst der Wahrung der Grundlagen und Ideale der Revolution und der nationalen Interessen sehe ich keinen Grund, mich in einem Fall zu verteidigen, für den es keine juristische Rechtfertigung gibt und dessen Ausgang bereits festgelegt wurde.“ Weiterlesen

Geistlicher von „schlecht verschleierter Frau“ verprügelt

Der Schleier wird offiziell als Schutz für Frauen beworben

RFE/RL, 18. September 2012 – „Ich habe sie höflich angewiesen, sich zu bedecken“, so Hojatoleslam Ali Beheshti, Geistlicher in der iranischen Stadt Shamirzad in der Provinz Semnan, zu seiner jüngsten Begegnung mit einer Frau, die seiner Ansicht nach unzureichend verschleiert war. „Sie antwortete, dass ich meine Augen zumachen soll.“

Er habe die Frau wiederholt gewarnt, so der Geistliche im Gespräch mit der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr News. Weiterlesen

Die Theologie der Folter – Mohammadreza Nikfar

Übersetzung aus dem Englischen – Zu Anfang dieses Artikels wird das Gefängnis als perfekter Ort für das Erkennen einer sich auf Religion gründende Regierung vorgestellt. Danach werden wir über diese Religion und ihren Gott sprechen – den Gott der Folterer, der naturgemäß ebenfalls ein Folterer ist. Wir werden dann die Frage stellen: Wer ist verantwortlich für diesen Gott?

Danach wiederum werden wir über „Allahu Akbar“ („Gott ist größer“) und die damit einhergehenden Privilegien und Einschränkungen sprechen. Zum Schluss betrachten wir eine besondere Spiritualität, die angeblich der Religion die Gewalt nehmen kann. Diese Spiritualität wird Säkularismus genannt.

Ein Phänomen des Gefängnisses
Am Samstag, dem 1. August 2009 fand die erste konstruierte Gerichtsverhandlung gegen die bei den Protesten gegen die Wahlergebnisse Verhafteten statt. Danach gab es für zwei der Inhaftierten eine Pressekonferenz. Sie gaben ein Fernsehinterview, das am selben Tag ausgestrahlt wurde. Bei diesen Geständnis-Shows erklärten die beiden Inhaftierten, sie hätten während ihrer Zeit im Gefängnis die „Wahrheit“ erlangt.
Dies ist nicht das erste Mal, dass wir solche „Geständnisse“ hören, und so lange dieses Regime besteht, werden solche Geständnisse ebenfalls bestehen. Wie kommt es, dass die „Wahrheit“ der Islamischen Regierung sich immer in Gefängnissen offenbart? Weiterlesen