Teheraner Basar weiterhin geschlossen

Zamaaneh, 4. Oktober 2012 – Der Teheraner Großbasar blieb nach den gestrigen Demonstrationen auch heute geschlossen. Iranischen Medienberichten zufolge haben Gewerkschaften die Wiedereröffnung für Samstag angekündigt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr News fand ein Treffen zwischen verschiedenen Vereinigungen u. a. von Produzenten, Distributoren und technischen Dienstleistern statt, auf dem diese vereinbarten, den Basar am Samstag wieder zu öffnen. Sie forderten Sicherheit für den Großbasar und erklärten, ihr größtes Problem sei die Wirtschaftspolitik der Regierung. Gleichzeitig bekundeten sie ihre gleichbleibende Verpflichtung gegenüber dem Regime und der Revolution.

Der Regierung warfen die Teilnehmer vor, mit „falschen Entscheidungen zerstörerische Spuren in der Wirtschaft“ zu hinterlassen.

Gestern war der Basar aus Protest gegen den anhaltenden Verfall der iranischen Währung geschlossen worden. Demonstranten, die auf dem Terrain des Basars protestierten, stießen mit Sicherheitskräften zusammen, die die Demonstrationen mit Tränengas auflösten.

Die „Islamische Gesellschaft von Gewerkschaften und Basar“, eine Regierungsorganisation, hat in einer Erklärung zu den gestrigen Ereignissen die Demonstranten als „monafeghin“ bezeichnet. Der Ausdruck wird üblicherweise für Mitglieder der Dissidentengruppe der Organisation der Volksmojahedin (MKO) verwendet. Die Demonstranten seien identifiziert worden, hieß es in dem Statement weiter.

Berichten zufolge sollen bei den gestrigen Unruhen zahlreiche Menschen verhaftet worden sein; genaue Zahlen wurden allerdings bisher nicht genannt.

Iranische Medien schreiben die politischen und wirtschaftlichen Proteste im Land „ausländischen Elementen“ zu und fordern eine strikte Unterdrückung.

Der Chef der konservativen Parteien „Front der Anhänger des Imams“ und „Islamische Koalitionspartei“, Habibollah Asgaroladi, rief die den Präsidenten und das Parlament hingegen auf, die Proteste im Basar ernst zu nehmen. „Unsere Basaris haben gegen die ungeeigneten Methoden  protestiert, die die Wirtschaft im Land lähmen. Die Rufe des gestrigen Tages müssen Gehör finden“, zitierte die Nachrichtenagentur IRNA Asgaroladi.

Parlamentarier und Spitzenoffizielle haben die Regierung von Präsident Mahmoud Ahmadinejad dafür kritisiert, dass er politisch nichts gegen den Verfall der iranischen Währung unternimmt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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3 Antworten zu “Teheraner Basar weiterhin geschlossen

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