Währungskrise: Iran lässt Schuldige verhaften

Zamaaneh, 5. Oktober 2012 – Die iranische Justiz hat die Verhaftung von 16 Personen bekanntgegeben, denen vorgeworfen wird, sich „in den Währungsmarkt eingemischt“ und zur Verschärfung der dramatischen Entwertung des Rial beigetragen zu haben.

Wie die Nachrichtenagentur Mehr News berichtet, lauten die Vorwürfe der Teheraner Staatsanwaltschaft auf umfangreichen außerbanklichen Devisenhandel, Devisenhandel auf dem Schwarzmarkt, Aneignung ungesetzlicher Vermögen und Verursachung der Abwertung der Nationalwährung.  Auf dem Bankkonto eines Beschuldigten seien Transaktionen und Salden ein einer Gesamthöhe von mehr als 10 Billionen Dollar festgestellt worden, heißt es in dem Bericht weiter.

Nach Angaben der Teheraner Staatsanwaltschaft seien Haftbefehle gegen weitere Verdächtige ausgestellt worden.

Die iranische Währung ist im Verlauf der vergangenen Woche außer Kontrolle geraten und hat mehr als 30 Prozent ihres Wertes verloren. Am Dienstag änderten sich die Wechselkurse zum US-Dollar stündlich, und die Ladenbesitzer im Teheraner Großbasar schlossen ihre Geschäfte und stellten alle Handelsaktivitäten ein. Gestern traten einige von ihnen in einen Streik, nachdem es im Bereich des Basars [vorgestern] zu Demonstrationen gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gekommen war.

[Teile des] Basars bleiben weiterhin geschlossen. Webseiten, die über den Wechselkurs des Rial zum Dollar berichtet hatten, sind blockiert.

Nach Ansicht der USA und der EU deuten die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen in Iran darauf hin, dass die [gegen Iran verhängten] Sanktionen Wirkung zeigen. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte, die Sanktionen könnten innerhalb kurzer Zeit aufgehoben werden, wenn Iran eine Lösung für die Diskussionen um sein Atomprogramm liefert.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

5 Antworten zu “Währungskrise: Iran lässt Schuldige verhaften

  1. Englische Billions sind Milliarden auf Deutsch. Deutsche Billionen sind 1000 Milliarden. Niemand auf der Welt hat 10 Billionen auf dem Konto.

    • Danke für den Hinweis. Es ist allerdings nicht von „billion“ die Rede sondern von „trillion“:
      „…transactions and balances adding up to more than ten trillion rials…“.

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