Sattar Beheshti schrieb vor seinem Tod an die Gefängnisdirektion

Sattar Beheshti

Zamaaneh, 8. November 2012 – Der iranische Blogger Sattar Beheshti, der Berichten zufolge im Evin-Gefängnis getötet worden sein soll, hatte nach Angaben iranischer Medienquellen in einem Brief an die Gefängnisdirektion mitgeteilt, dass er von der Cyber-Polizei gefoltert werde.

Die oppositionelle Webseite Kalemeh veröffentlichte den Brief, den der inhaftierte Blogger kurz vor seinem letzten Verhör schrieb.

Beheshti war am 30. Oktober verhaftet und nach zweitägigen Verhören in Trakt 350 von Evin zurückgebracht worden. Mitgefangene Beheshtis haben bestätigt, dass sein Körper Spuren schwerer Folter aufgewiesen habe. Ihm sei schließlich mitgeteilt worden, dass er zu einem weiteren Verhör erscheinen müsse. Daraufhin habe er an den Direktor des Gefängnisses geschrieben und die Cyber-Polizei in dem Brief für sein Schicksal verantwortlich gemacht.

In dem auf Kalemeh veröffentlichten Brief heißt es: „Ich, Sattar Beheshti, wurde am 30. Oktober 2012 von der Cyber-Polizei ohne Haftbefehl in meiner Wohnung festgenommen. Während der zweitägigen Verhöre wurde ich auf verschiedene Weise geschlagen und angegriffen, sowohl ich als auch meine Mutter wurden beleidigt, während sie meinen Kopf und meinen Körper schlugen und traten. Jetzt, am 1. November, will die Cyber-Polizei mich ein weiteres verhören. Ich möchte mitteilen, dass die Cyber-Polizei für alles verantwortlich zu machen ist, was mir zustößt. In den 12 Stunden, die ich in Zelle 2 von Trakt 350 verbrachte, haben die anderen Gefangenen in dieser Zelle die Foltermale auf meinem Körper gesehen. Ich habe der Gerichtsmedizin zwei Mal berichtet. Jetzt übergebe ich meinen Bericht an Sie und bitte darum, dass Sie die Angelegenheit untersuchen.“

Am 5. November wurde die Familie Beheshtis informiert, dass sie ein Grab auf dem Friedhof reservieren und am Folgetag seinen Leichnam abholen solle.

Beheshtis Schwester gegenüber gaben die Beamten offenbar an, dass ihr Bruder herzkrank gewesen sei. Die Schwester weist dies jedoch zurück und erklärt, ihr Bruder sei vor seiner Festnahme völlig gesund gewesen.

Die Familie wird Berichten zufolge von den Sicherheitskräften streng bewacht und ist angewiesen, nicht mit den Medien zu sprechen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

Anm. d. Übers.:
Auf Facebook wurde von der renommierten iranischen Journalistin Masih Alinejad ein Foto veröffentlicht, das Sattar Beheshtis erwähnten Brief zeigen soll:

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