Tagesarchiv: 11. November 2012

Medikamentenmangel: Parlamentarier schlägt Alarm

Zamaaneh, 11. November 2012 – Der iranische Parlamentsabgeordnete Rasoul Khezri hat heute mitgeteilt, dass der Medikamentenmangel in Iran einen kritischen Punkt erreicht habe. Es sei zu erwarten, dass die Reserven noch etwa zwei Monate reichen, so Khezri.

Wie die Nachrichtenagentur Khaneh Mellat berichtet, kritisierte Khezri den Westen für die Verhängung von Sanktionen auf Medikamente: „Es besteht kein Zweifel, dass diese Maßnahmen im Widerspruch zu den Grundsätzen der Menschenrechte stehen. Sie zeigen zudem die feindselige Politik des Feindes gegenüber dem Volk und sogar gegenüber unseren Patienten.“ Weiterlesen

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Falsche Hoffnungen: Nasrin Sotoudeh darf am 26. Tag ihres Hungerstreiks ihre Kinder nicht sehen

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Persian Icons, 11. November 2012 – Eintrag aus der Facebook-Seite von Reza Khandan (Ehemann der seit nunmehr 26 Tagen im Hungerstreik befindlichen und in Einzelhaft sitzenden Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh):

„Die Staatsanwaltschaft hat uns heute kontaktiert und mitgeteilt, dass die Kinder ihre Mutter besuchen und persönlich treffe dürfen. Gegen 13 Uhr gingen wir zum Büro der Staatsanwaltschaft am Teheraner Basar, um die Besuchserlaubnis abzuholen. Dann holten wir Mehraveh von der Schule ab und fanden uns pünktlich im Besucherbereich des Evin-Gefängnisses ein. Wir hatten auch Nima dabei, der erkältet ist. Weiterlesen

Wachpersonal im Frauentrakt von Evin ausgetauscht

Zamaaneh, 11. November 2012 – Nach dem Hungerstreik von 9 weiblichen politischen Gefangenen im Evin-Gefängnis, mit dem sie gegen das Vorgehen der Gefängniswärterinnen in ihrem Trakt protestiert hatten, wird von einem Austausch der Wärterinnen berichtet. Die Nachrichtenseite Kalemeh berichtet, dass alle Wärterinnen und Offiziellen sowie die Leitung des Frauentrakts in Evin ins Gefängnis Gharachak versetzt wurden. Weiterlesen

Gefangene in Trakt 350 bestätigen schriftlich Misshandlung von Sattar Beheshti

Zamaaneh, 11. November 2012 – 41 iranische politische Gefangene aus Trakt 350 des Teheraner Evin-Gefängnisses haben mit ihrer Unterschrift bestätigt, am Körper des diese Woche in Haft getöteten Gewissensgefangenen Sattar BeheshtiSpuren von Folter und Schlägen bemerkt zu haben.

In einem von den 41 Gefangenen unterschriebenen und auf der oppositionellen Webseite Kalemeh veröffentlichten Brief heißt es, Sattar Beheshti sei am 31. Oktober und 1. November in Trakt 350 von Evin gewesen. Die Unterzeichner bestätigen, seine „schmerzhaften körperlichen und mentalen Zustand“ bemerkt zu haben und sich deshalb in der Verantwortung fühlten, die Öffentlichkeit über sein Schicksal zu informieren. Weiterlesen

Iran will Tod des inhaftierten Bloggers Sattar Beheshti untersuchen

Sattar Beheshti

RFE/RL, 11. November 2012 – Wie die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA mitteilt, will ein parlamentarischer Ausschuss den vermuteten Foltertod des inhaftierten iranischen Bloggers Sattar Beheshti untersuchen.

Der 35jährige war nach seiner Verhaftung am 30. Oktober im Polizeigewahrsam gestorben. Ihm wurde „Gefährdung der nationalen Sicherheit auf sozialen Netzwerken und Facebook“ vorgeworfen.

Oppositionelle Gruppen sagen, dass Beheshti im Gefängnis gefoltert worden sei. Während seiner Haft hatte er sich vorübergehend auch im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis aufgehalten.

IRNA zitiert den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Mohammad Hassan Aboutorabifard, demzufolge die Untersuchung vom einflussreichen parlamentarischen Ausschuss für nationale Sicherheit und Außenpolitik durchgeführt werden soll. Mit Aboutorabifards äußert sich Iran erstmals offiziell zu dem Fall. Weiterlesen