„Keine Anzeichen von Folter“ an Sattar Beheshtis Leiche

Alaeddin Boroujerdi

Zamaaneh, 12. November 2012 – Wie Alaeddin Boroujerdi, der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik am heutigen 12. November mitteilte, weist der Leichnam des vermutlich unter Folter im Polizeigewahrsam verstorbenen Bloggers Sattar Beheshti nach „ersten dem Ausschuss vorliegenden Informationen“ keine Anzeichen von Schlägen auf.

Zuvor hatten 41 politische Gefangene aus Trakt 350 des Evin-Gefängnisses einen Brief veröffentlicht, in dem sie schriftlich bezeugen, dass „als Sattar Beheshti in Trakt 350 von Evin gebracht wurde, sein Körper überall Spuren von Folter aufwies und er verletzt war und Schmerzen hatte.“

Die Erklärung Boroujerdis erfolgte einen Tag, nachdem das iranische Parlament die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zum Fall des verstorbenen inhaftierten Bloggers bekannt gegeben hatte.

Der Parlamentsabgeordnete Ahmad Tavakoli hatte gestern das Schweigen der offiziellen Stellen zum Tod von Beheshti kritisiert.

Wie die Webseite Khaneh Mellat heute meldet, sollen Sicherheitskräfte der Islamischen Republik heute bei einer Sitzung erscheinen und zum Fall Beheshti Bericht erstatten. Boroujerdi betonte, die Untersuchung des Todesfalls sei eine sensible Angelegenheit und erfordere große Sorgfalt.

Der Chef der Menschenrechtskommission der Islamischen Republik gab gestern bekannt, dass Justizchef Ayatollah Sadegh Larijani per Sonderanordnung eine Untersuchung des Todes von Sattar Beheshti in Auftrag gegeben habe.

Der 35jährige Blogger Sattar Beheshti war am 30. Oktober von der iranischen Cyber-Polizei festgenommen worden und verstarb Berichten zufolge Tage später an den Folgen von Folter. Er soll wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Aktivitäten in sozialen Netzwerken und Facebook“ in Gewahrsam genommen worden sein.

Er soll in der Stadt Rabat Karim beigesetzt worden sein, ohne dass seine Familie anwesend war.

Immer wieder sind in den letzten Jahren [Gewissens-]Gefangene in iranischen Gefängnissen zu Tode gekommen, unter ihnen Hoda Saber, Mohsen Ruholamini, Mohammad Kamrani, Amir Javadifar, Ramin Aghazadeh Ghahremani, Zahra Kazemi, Zahra Bani Yaghoub, Akbar Mohammadi und Omidreza Mirsiafi.

Ahmad Tavakoli rief die Justiz gestern auf, die Repressionen gegen Blogger einzustellen und sich auf korrupter Regierungsmitglieder zu konzentrieren.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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