Fall Sattar Beheshti: Gefangene protestieren gegen Verlegung Abolfazl Abedinis

Abolfazl Abedini

Zamaaneh, 18. November 2012 – 41 politische Gefangene in Trakt 350 des Teheraner Evin-Gefängnisses haben in einem Brief gegen die Verlegung Abolfazl Abedinis protestiert. Abedini ist über die Folterung des in Haft verstorbenen Bloggers Sattar Beheshtis „am besten informiert“.

Die Verfasser des Briefes schreiben, dass Abedini in das Gefängnis von Ahvaz im Südwesten Irans verlegt wurde, nachdem er vor dem Untersuchungsrichter des Teheraner Strafgerichts ausgesagt hatte, was er über Beheshtis Tod weiß. Beheshti war am 30. Oktober von der iranischen Cyber-Polizei festgenommen worden und starb im Polizeigewahrsam.

In dem von 41 Inhaftierten des Trakts 350 von Evin unterzeichneten Brief heißt es: „Nach der grausamen Ermordung Sattar Beheshtis kam der Untersuchungsrichter des Teheraner Strafgerichts am Dientsag, dem 13. November 2012 nach Evin und stellte mehreren Personen in Trakt 350 Fragen. Einer dieser Befragten war Abolfazl Abedini, ein Aktivist der Grünen Bewegung, der am meisten mit Sattar Beheshti gesprochen hat, als dieser in Trakt 350 war. Sattar Beheshti hatte Herrn Abedini Einzelheiten seiner Folter und Misshandlung durch die Sicherheitspolizei berichtet.“

Der Untersuchungsrichter habe Abedini zugesichert, dass keine der von ihm weitergegebenen Informationen zur Situation Beheshtis im Gefängnis gegen ihn verwendet werden würde. Dennoch wurde Abedini am 15. November 2012 aus Trakt 350 abgeholt, so der Brief. Dabei habe Abedini seinen Mitgefangenen gegenüber angedeutet, er werde aus Protest gegen seine Verlegung in den Hungerstreik treten.

Dieselben Gefangenen hatten letzte Woche in einem Brief erklärt, an Sattar Beheshtis Körper Folterspuren bemerkt zu haben, als dieser sich wenige Tage vor seinem Tod in Trakt 350 aufhielt.

Sattar Beheshti war am 30. Oktober wegen seines regimekritischen Blogs und kritischer Facebook-Einträge verhaftet worden. Fünf Tage später erfuhr seine Familie durch Gefängnisbeamte, dass er in Haft gestorben war. Aus dem erwähnten Brief der 41 politischen Gefangenen aus Trakat 350 sowie einer von Beheshti selbst schriftlich verfassten Beschwerde geht hervor, dass er von der Cyber-Polizei schwer gefoltert wurde, was schließlich zu seinem Tod geführt haben könnte.

Nach einer Welle der Empörung in in- und ausländischen Medien haben das iranische Parlament und die iranische Justiz eine Untersuchung des Todes von Sattar Beheshti eingeleitet. Bislang wurden mehrere Personen angeklagt und sind gegen Kaution auf freiem Fuß. Die Gerichtsmedizin hat bestätigt, dass die Leiche des Verstorbenen einige Spuren von Folter aufwies.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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