Sattar Beheshtis Mutter: „Mein Sohn wurde im Gefängnis getötet“

Zamaaneh, 21. November 2012 – Die Mutter des eine Woche nach seiner Festnahme im Gewahrsam der iranischen Cyber-Polizei verstorbenen Bloggers Sattar Beheshti hat gegenüber oppositionellen Medien erklärt, sie glaube den offiziellen Erklärungen der Behörden zum Tod ihres Sohnes nicht und sei überzeugt, dass er im Gefängnis umgebracht wurde.

Beheshti, der auf seinem Blog und auf Facebook regierungskritische Ansichten vertreten hatte, war etwa eine Woche nach seiner Verhaftung im Gefängnis gestorben.

Gegenüber der oppositionellen Webseite Saham News gab seine Mutter an, sie habe bei der Beerdigung ihres Sohnes Blutflecken am Leichentuch bemerkt. Ihr Sohn sei weder krank gewesen, noch habe er Medikamente genommen.

Im Bericht der Gerichtsmedizin heißt es bislang noch, dass Beheshti eines natürlichen Todes gestorben sei und dass er Herzprobleme gehabt habe. Außerdem ist die Rede von Herzmedikamenten, die Beheshti eingenommen haben soll.

Beheshtis Mutter erklärte, ihre Familie werde von Sicherheitskräften unter Druck gesetzt und unter Drohungen angehalten, keine Medieninterviews zu geben.

Oppositionelle Medien hatten als Erste vom Tod Sattar Beheshtis berichtet. Später bezeugten 41 politische Gefangene, die Beheshti vor seinem letzten Verhör gesehen hatten, schriftlich, an seinem Körper Folterspuren gesehen zu haben.

Beheshtis Tod löste in den Medien eine Welle der Empörung aus, was die Regierung schließlich veranlasste, den Fall untersuchen zu lassen.

Justizsprecher Gholamhossein Mohseni Ejeie bestätigte, dass der Leichnam Beheshtis Hämatome aufgewiesen habe. Im Bericht der Gerichtsmedizin heißt es jedoch, diese Hämatome seien nicht ursächlich für den Tod gewesen.

Der vor dem iranischen Parlament verlesene Bericht kommt allerdings zu dem Schluss, dass weitere juristische Nachforschungen nötig seien.

Sattar Beheshtis Mutter bleibt dabei, dass ihr Sohn getötet wurde und hat die Justiz aufgefordert, den Fall aufzuklären.

Ihr sei von offizieller Seite Blutgeld für ihren Sohn angeboten worden, was sie jedoch abgelehnt habe.

Ihre Familie werde überwacht, und man habe ihr einen Haftbefehl für ihre Tochter gezeigt, so Beheshtis Mutter gegenüber Saham News.

In dem Bericht heißt es, Beheshtis Schwester habe während der Beisetzung in Rabat Karim mit Saham News gesprochen. Sie sei daraufhin vorübergehend verhaftet und davor gewarnt worden, mit den Medien zu sprechen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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