Sicherheitschef nimmt Stellung zu Sattar Beheshtis Tod

Esmail Ahmadi Moghaddam

Zamaaneh, 28. November 2012 – Der Chef der iranischen Sicherheitskräfte Esmail Ahmadi Moghaddam hat eingeräumt, dass der Polizei bei der Inhaftierung Sattar Beheshtis „gewisse Nachlässigkeiten“ unterlaufen sein könnten. Er bestritt jedoch, dass es für eine Ermordung des Anfang November in Polizeigewahrsam verstorbenen Bloggers Motive gegeben haben könnte.

Wie die Nachrichtenagentur Mehr News berichtet, erklärte Moghaddam am Dienstag: „Die wichtigste mögliche Ursache des Todes von Sattar Beheshti könnte ein psychologischer Schock während seiner Haft im Evin-Gefängnis sein.“

Beheshti war am 30. Oktober von der iranischen Cyber-Polizei festgenommen worden. Fünf Tage später verstarb er im Gewahrsam der Polizei. Seine Familie wirft seinen Verhörbeamten vor, dass Beheshti unter Folter gestorben sein könnte.

„In der Krankenstation von Evin waren Beheshti Beruhigungsmittel verabreicht worden. Als er der Cyber-Polizei übergeben wurde, verboten die Beamten ihm, das Medikament einzunehmen, da er kein Rezept dafür hatte. Dies könnte als eine gewisse Nachlässigkeit eingestuft werden. Am Körper Beheshtis waren jedoch keine Anzeichen für Schläge vorhanden.“

Der Teheraner Staatsanwalt sowie Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni Ejei hatten hingegen zuvor bestätigt, dass bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung des Leichnams an mindestens fünf Stellen Hämatome festgestellt worden seien.

„Ein weiterer Fehler im Vorgehen der Polizei bestand darin, [Beheshti] im Büro zu behalten. Hätte er sich im Haftbereich aufgehalten, wären alle Vorkommnisse von den Überwachungskameras aufgezeichnet worden… Ein auf den Tod Beheshtis abzielendes Verhalten der Polizei ist aber auszuschließen, selbst wenn der Ort, an dem Beheshti festgehalten wurde, nicht dem Standard entsprach.“

Zu jüngst laut gewordenen Forderungen des Parlamentsabgeordneten Mehdi Davatgari nach einem Rücktritt des Chefs der Cyber-Polizei sagte Ahmadi Moghaddam: „Der Chef der Cyber-Polizei war über diesen Fall nicht informiert. Wenn sich die Äußerung des Abgeordneten auf den Chef der Teheraner Cyber-Polizei bezieht, werden wir den Fall selbst untersuchen, und wenn irgendwelche Fehler und Mängel festgestellt werden, werden wir uns darum kümmern. Gegen wen können wir zum jetzigen Zeitpunkt, wo noch nichts bewiesen wurde, vorgehen?“

Mehdi Davatgari, ein Mitglied des parlamentarischen Ausschusses zur Untersuchung des Todes von Sattar Beheshti, hatte am Montag erklärt, die Cyber-Polizei habe sich im Fall Behehsti definitiv Fehler zuschulden kommen lassen; ihr Chef müsse deshalb zurücktreten oder entlassen werden.

Ahmadi Moghaddam zufolge werden die Beamten, die Sattar Beheshti verhaftet und verhört hatten, derzeit von der Justiz untersucht.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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