Monatsarchiv: November 2012

Untersuchungsausschuss im Fall Sattar Beheshti fordert Rücktritt des Chefs der Cyber-Polizei

Sattar Beheshti

Zamaaneh, 27. November 2012 – Mehdi Davatgari – Mitglied im parlamentarischen Ausschuss für nationale Sicherheit, der den Tod des iranischen Bloggers Sattar Beheshti im Gefängnis untersucht – hat den Rücktritt des Chefs der iranischen Cyber-Polizei gefordert. Gegenüber der Nachrichtenagentur Fars News erklärte Davatari, die Übergriffe der Polizei gegen Sattar Beheshti seien mittlerweile „bestätigt“. Der Blogger sei „ohne Vorliegen eines Haftbefehls der Justiz“ verhaftet und unter „absolut ungesetzlichen“ Bedingungen inhaftiert worden. Weiterlesen

Erneut Verhaftung durch iranische Cyber-Polizei

Zamaaneh, 26. November 2012 – Nach Angaben der oppositionellen iranischen Webseite Kalemeh hat die iranische Cyber-Polizei einen weiteren politischen Aktivisten verhaftet. Omid Dehdarzadeh sei am Sonntag Nachmittag von der Cyber-Polizei in Ahvaz festgenommen worden, so die Kalemeh.

Dehdarzadeh war bereits zuvor wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ von Sicherheitskräften verhaftet und vor Gericht gestellt worden. Er wurde damals zu einer zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von 6 Monaten und 75 Peitschenhieben wegen „Beleidigung von Regierungsoffiziellen“  verurteilt worden. Außerdem erhielt er eine Geldstrafe von mindestens 10 Millionen Rial wegen „Widerstandes gegen die Festnahme“. Weiterlesen

Iranische Arbeitervereinigungen fordern Untersuchung von Sattar Beheshtis Tod

Sattar Beheshti

Zamaaneh, 25. November 2012 – Drei iranische Arbeiterorganisationen haben die Regierung in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, den Fall des in Polizeigewahrsam verstorbenen Bloggers Sattar Beheshti untersuchen zu lassen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Nach Angaben der oppositionellen Webseite Kalemeh wurde das vom 25. November datierte Statement von der Gewerkschaft „Vahed“ der Transitverkehrsfahrer, dem Labour Union Projekt und dem Zentrum für den Schutz der Arbeiterrechte verfasst. Weiterlesen

Sattar Beheshtis Familie musste Verhörbeamte schriftlich entlasten

"If he died a natural death, why didn't they allow us to wash [his dead body] ourselves, so that we ourselves could carry out his entire burial ceremony? Why did they threaten my daughter, telling her, 'If you have no mercy on yourself, you should at least have mercy on your 6-month-old baby?' Why didn't they let me see my son's face for the last time? Only one of our kin was able to see Sattar and said that his shroud was bloody in the lower area of his legs and that his body was bruised," said Gohar Eshghi.ICHRI, 24. November 2012 – Von einer Quelle aus dem nahen Umfeld der Familie des [in Polizeigewahrsam verstorbenen Bloggers und Arbeiteraktivisten] Sattar Beheshti erfuhr ICHRI, dass dessen Mutter wenige Tage nach seinem Begräbnis in ein Notariat gebracht wurde, wo sie ein Dokument unterschreiben musste, das die iranischen Behörden von jeder Verantwortung freispricht – obwohl die Behörden zugesagt hatten, die für den Tod Beheshtis verantwortlichen Personen aufzuspüren und strafrechtlich zu verfolgen. „Mit dieser Entlastung und der Erklärung der Gerichtsmedizin wollen sie die Verhörbeamten aus der Sache heraushalten“, so die Quelle gegenüber ICHRI.

Beheshtis Mutter Gohar Eshghi erklärte gegenüber ICHRI, dass sie um ein persönliches Treffen mit Justizchef Sadegh Larijani bitte, um mit ihm über die Untersuchung des Todes ihres Sohnes sprechen zu können. Weiterlesen

Ahmad Zeidabadi nach sechsmonatiger Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert

Ahmad Zeidabadi is a prominent Iranian journalist and political activist. Security forces arrested Zeidabadi the day after the disputed June 2009 presidential election. He was sentenced to six years in prison at Rajaee Shahr Prison in Karaj, outside Tehran.

Ahmad Zeidabadi

ICHRI, 23. November 2012 – Ahmad Zeidabadi ist ein bekannter iranischer Journalist und politischer Aktivist sowie Generalsekretär der Alumni-Organisation Advar-e Tahkim-e Vahdat.  Sicherheitskräfte verhafteten ihn einen Tag nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom Juni 2009. Er wurde später zu 6 Jahren Haft im Gefängnis Rajai Shahr in Karaj verurteilt.

Am Samstag, dem 17. November wurde Zeidabadi nach sechsmonatiger Krankheit und wiederholten Bitten seiner Familie um medizinische Behandlung in ein Teheraner Krankenhaus gebracht.

ICHRI sprach mit einer Quelle aus dem nahen Umfeld Zeidabadis. Die Quelle möchte aus Sicherheitsgründen anonym bleiben.  Weiterlesen