Fall Sattar Beheshti: Chef der Cyber-Polizei gefeuert

Zamaaneh, 1. Dezember 2012 – Der Chef der Teheraner Cyber-Polizei ist heute vom Befehlshaber der Sicherheitskräfte der Islamischen Republik entlassen worden. Grund seien „Fehler bei der Überwachung und Behandlung des Falles“ von Sattar Beheshti, dem Blogger, der im vergangenen Monat im Polizeigewahrsam verstarb.

Die Nachrichtenagentur Fars News berichtete am Samstag, dass der Chef der Cyber-Polizei im Großraum Teheran Mohammad Hassan Shokrian nach der juristischen Untersuchung des Falles Beheshti auf Anordnung von Kommandant Esmail Ahmadi Moghaddam seiner Position enthoben worden sei. Als Grund für die Entlassung wurden „Fehler und Schwächen bei der Überwachung der Arbeit der seinem Kommando unterstehenden Kräfte und das Versäumnis, den Verstorbenen einem angemessenen gesetzlichen Verfahren zuzuführen“.

Der Repräsentant der im Fall Beheshti eingesetzten parlamentarischen Untersuchungskommission hatte zuvor erklärt, es sei klar, dass es Verstöße gegeben habe. Die Cyber-Polizei könne nur durch einen Rücktritt ihres Chefs wieder rehabilitiert werden.

Der Chef der iranischen Sicherheitskräfte hatte auf die Äußerungen des Parlamentariers mit den Worten reagiert, der Chef der Cyber-Polizei sei in den Fall nicht verwickelt. „Wenn sich der Abgeordnet in seinen Äußerungen auf den Chef der Teheraner Cyber-Polizei bezieht, werden wir der Sache selbst nachgehen. Wenn Fehler gemacht wurden, werden wir uns damit beschäftigen.“

Der 35jährige Sattar Beheshti war am 30. Oktober verhaftet worden. Fünf Tage später informierten Gefängnisbeamte seine Familie über seinen Tod.

Mehrere Berichte sprechen davon, dass er unter Folter starb. Seine Familie hat erklärt, dass Beheshti vor seiner Verhaftung vollkommen gesund gewesen sei und dass sein Tod mit der Behandlung im Gefängnis zusammenhänge.

Offizielle Stellen der Islamischen Republik haben zur Erklärung von Beheshtis Tod mehrere Szenarien ins Feld geführt, u. a. einen „Schock“ und einen „natürlichen Tod“.

Die Gerichtsmedizin hatte bestätigt, dass der Leichnam Beheshtis an fünf Stellen Hämatome aufwies, wollte aber nicht so weit gehen, seinen Tod mit diesen Anzeichen eines Traumas in Verbindung zu bringen.

Politische Gefangene in Evin, die Beheshti kurz vor seinem Tod gesehen hatten, haben bestätigt, dass an seinem Körper Spuren von Folter zu sehen waren. Bevor er zu seinem letzten Verhör abgeholt wurde, habe er gesagt, dass er Angst um sein Leben habe.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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