Iranische Journalisten fordern Ende der Schikanen gegen Angehörige von Gefangenen

Alireza Rejaie

Zamaaneh, 16. Dezember 2012 – 117 Journalisten haben den iranischen Justizchef aufgefordert, dafür zu sorgen, dass in den Gefängnissen tätige Verhörbeamte die Familienangehörigen von Gefangenen belästigen und bedrohen.

Wie die oppositionelle Webseite Kalemeh berichtet, reagieren die Journalisten mit ihrem Schreiben auf einen Brief des [politischen Gefangenen] Abolfazl Ghadiyani, in dem dieser beschreibt, wie die Familie [seines Mitgefangenen] Alireza Rejaie schikaniert und bedroht wird. Die Journalisten schreiben: „Es ist nicht zu viel verlangt, dass die familiären Grenzen eines aus welchen Gründen auch immer inhaftierten Journalisten nicht überschritten werden und dass die Familie ihre Menschen- und Bürgerrechte auf ein Leben ohne Angst vor Drohungen und Gewalt zurück erhält.“

Ghadiyani hatte in seinem Brief an den iranischen Justizchef Ayatollah Larijani beschrieben, wie Verhörbeamte der Islamischen Republik in ihren Methoden sogar noch über die des berüchtigten Geheimdienstes des Schah-Regimes SAVAK hinausgehen. „Schon viele Male wurde von den unwürdigen Methoden degenerierter Verhörbeamter der Revolutionsgarden und des Geheimdienstministeriums gegenüber unschuldigen Angehörigen politischer Gefangener berichtet, die heute in politisch motivierten Gerichtsverhandlungen über die willensschwachen Richter herrschen. Sie haben mit Sicherheit davon gehört, aber nichts unternommen, um ihnen Einhalt zu gebieten“, schreibt Ghadyiani. „Sofort nach der illegalen Verhaftung Alireza Rejaies haben sie begonnen, seine Familie auf vielfältigste Weise zu schikanieren und die Situation für sie unerträglich gemacht“.

Die 117 Journalisten greifen in ihrer Erklärung Ghadiyanis Berichte auf und fordern von der Justiz umgehenden Maßnahmen, um die Schikanen gegen Rejaies Familie zu beenden und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen.

Alireza Rejaie war im Mai 2011 wegen „Vergehen gegen die Sicherheit“ verhaftet und ist seither inhaftiert. Der Politikwissenschaftler war Leiter verschiedener reformorientierter Zeitungen, darunter Toos und Jameeh.

Seit der von Wahlbetrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl von 2009 werden viele bekannte Reformer verhaftet und verfolgt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

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