Nasrin Sotoudeh darf am Begräbnis ihrer Mutter teilnehmen

Nasrin Sotoudeh

Zamaaneh, 23. Dezember 2012 – Die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh hat von der iranischen Gefängnisbehörde die Erlaubnis erhalten, am Begräbnis ihrer kürzlich verstorbenen Mutter teilzunehmen. Wie die Webseite We-change berichtet, wurde Sotoudehs Mutter Safouri Fakhrian am Samstag, dem 22. Dezember beigesetzt. Sotoudeh durfte dem Begräbnis für die Dauer von 3 Stunden beiwohnen. Berichten zufolge wurde sie nach der Zeremonie, dem Empfang und kurzem Austausch mit Freunden und Familienangehörigen wieder ins Evin-Gefängnis zurückgebracht.

Sotoudeh dankte allen Unterstützern und Freunden mit den Worten: „Dem Fehlen meiner Mutter habe ich heute die Möglichkeit zu verdanken, bei meinen Kindern, meiner Familie und meinen Freunden zu sein.“

Zum Engagement aller Frauenrechtsaktivisten sagte sie: „Wir alle kämpfen für dieselben Ideale und müssen an dem Kampf für diese Ideale mit größtmöglicher Geduld und größtmöglichem Anstand festhalten.“

Sotoudeh, die im September 2010 verhaftet wurde, durfte ihre Eltern während ihrer Inhaftierung nicht sehen. Safouri Fakhrian verstarb am 20. Dezember, allen Bitten um Gewährung eines Besuchs ihrer Tochter wurden abgelehnt.

Sotudehs Vater, der zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung auf der Intensivstation eines Krankenhauses lag, verstarb kurze Zeit darauf.

Aus Protest gegen die Verletzung der Rechte von Gefangenen war Sotoudeh vor Kurzem in einen Hungerstreik getreten. Sie protestierte damit auch gegen die Verletzung ihrer eigenen Gefangenenrechte und die Verfolgung und Drangsalierung ihrer Familie. Nachdem die Behörden sich bereiterklärten, das gegen ihre 12jährige Tochter verhängte Ausreiseverbot aufzuheben, beendete Sotoudeh ihren Hungerstreik nach 49 Tagen.

Nasrin Sotoudeh ist wegen ihrer Mitarbeit im Zentrum für den Schutz der Menschenrechte in Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt. Kürzlich wurde sie für ihr Engagement für die Menschenrechte vom Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis geehrt.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Zamaaneh

Update/Richtigstellung: Am 27. Dezember erklärte Sotoudehs Ehemann Reza Khandan im Interview mit der Webseite CHRR, seine Frau sei bisher nicht freigelassen worden; Berichte über die Gewährung von Hafturlaub könne er nicht bestätigen

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