Justizvertreter mit Zanyar Moradi und Loghman Moradi zusammengetroffen

CHRR, 12. Januar 2013 – Ein Vertreter des Obersten Justizrates [„Supreme Judicial Council“] ist bei einem Besuch im Gefängnis Rajai Shahr mit den beiden zum Tode verurteilten kurdischen Gefangenen Zanyar Moradi und Loghman Moradi zusammengetroffen. Zanyar Moradis Vater Eghbal Moradi sagte in einem Interview mit CHRR: „Ich habe leider keine genauen Informationen darüber, worum es bei dem Treffen ging, aber wir haben aus Teheran erfahren, dass der Rat einen Hinrichtungsaufschub abgelehnt hat und dass die Hinrichtung jederzeit vollstreckt werden kann.“

„Diese Woche war die Rede davon, dass die Hinrichtung bevorstehen könnte, und leider stimmt das. Während der 42 Monate, die Zanyar in Haft ist, durfte er kein einziges Mal Besuch erhalten. Nur ein Mal, nachdem er zum ersten Mal inhaftiert worden war und bevor gegen ihn Anklage erhoben wurde, konnten seine Großeltern ihn besuchen. Loghmans Familie durfte ihn in dieser Zeit zwei Mal kurz besuchen, aber wir haben Zanyar überhaupt nicht gesehen und durften auch nicht mit ihm telefonieren.“

„Als ich den Brief las, den Zanyar aus dem Gefängnis geschrieben hat, war ich überhaupt nicht überrascht über seine Gefühlslage, weil ich selbst viel Zeit in den Gefängnissen der Islamischen Republik verbracht habe. Ich wusste, dass sie jederzeit jede Ungerechtigkeit gegen meinen Sohn vollstrecken können, nach denen ihnen gerade der Sinn steht. Was Zanyar geschrieben hat, ist absolut wahr. Die Misshandlungen und die Folterungen, die er beschreibt, überraschen nicht; die Beamten machen, was sie wollen. Diese beiden Jungs wurden schwer gefoltert, und wie sie erklärt haben, sind sie bereit, über die Einzelheiten dessen, was man ihnen angetan hat, in einem fairen Gerichtsverfahren zu berichten.“

„Ich danke aufrichtig allen politischen Aktivisten und Menschenrechtsaktivisten in der ganzen Welt, die gegen dieses ungerechte Todesurteil für Zanyar und Loghman protestiert haben. Ich hoffe, dass unsere Bemühungen zu einem positiven Ergebnis führen werden.“

Auf die Frage, was er sich von den Justizbehörden wünschen würde, die ihm seinen Angaben zufolge nie Gehör geschenkt haben, sagt Eghbal Moradi:  „Die Behörden hören seit 32 Jahren die Schreie der Mütter, Väter, Familienangehörigen und Freunde der Gefangenen, und doch hat sich die Situation verschlechtert. Jedes Mal, wenn die Verantwortlichen unter Druck geraten, zahlen die Gefangenen den Preis. Ich habe keine Erwartungen an die Obrigkeit. Wenn sie irgendetwas menschliches in sich haben, müssen sie unsere Schreie hören und wissen, dass das nicht meine Stimme allein ist. Es ist die Stimme aller Menschen in diesem Land, die sagen: ‚Genug ist genug, hört mit diesem Unrecht auf. Genug getötet, genug der Hinrichtungen.'“

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Committee of Human Rights Reporters

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