Tagesarchiv: 30. Januar 2013

Irans Geheimdienstministerium: Weitere Festnahmen von Journalisten möglich

RFE/RL, 30. Januar 2013 – Das iranische Geheimdienstministerium wirft den am vergangenen Wochenende verhafteten Journalisten vor, einem der „größten mit dem Westen verbundenen Mediennetzwerk“ anzugehören. Dieses Netzwerk werde von der britischen BBC und einigen westlichen Regierungen geführt, so das Ministerium. BBC weist diese Vorwürfe als haltlos zurück.

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Die Verhaftung von etwa 14 Journalisten mehrerer reformorientierter iranische Zeitungen und einer halbamtlichen Nachrichtenagentur ist offenbar Teil einer  Repressionskampagne im Vorfeld der für den 14. Juni dieses Jahres angesetzten Präsidentschaftswahlen.Das Geheimdienstministerium ließ in einer Erklärung verlautbaren, es sei möglich, dass im Verlauf der weiteren Ermittlungen weitere Journalisten verhaftet oder vorgeladen werden. Einige der Inhaftierten könnte wieder freikommen, da sie „vermutlich nichts von den Auslandsverbindungen wussten“.

Menschenrechtsgruppen haben die Verhaftungen kritisiert.

Unter Verwendung von Berichten von ISNA, BBC und AFP

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty

Journalist Ali Dehghan verhaftet

Zamaaneh, 30. Januar 2013 – Im Zuge der Verhaftungswelle der iranischen Behörden gegen iranische Journalisten, die in den letzten Tagen im In- und Ausland für Empörung sorgte, ist jetzt auch der Journalist Ali Dehghan festgenommen worden.

Die mit iranischen Sicherheitsbehörden assoziierte Webseite Bulletin News gab bekannt, dass Dehghan – Redakteur des Wirtschaftsressorts der Tageszeitung Bahar – mit einem gerichtlichen Haftbefehl verhaftet worden sei. Vorwurf: Er sei ein „mediales Element, das mehreren zersetzerischen Gruppen nahesteht“. Weiterlesen

Reformorientierte iranische Zeitungen protestieren gegen Verhaftung von Journalisten

RFE/RL, 30. Januar 2013 – Mehrere der reformorientierten Zeitungen, die am 27. Januar bei Razzien iranischer Sicherheitskräfte durchsucht wurden, haben öffentlich gegen das repressive Vorgehen und die Verhaftung von Mitarbeitern protestiert.

So prangert die reformorientierte iranische Tageszeitung Shargh in ihrer Ausgabe vom 30. Januar die Verhaftung ihres Mitarbeiters Pouria Alami an. Die Stelle, wo normalerweise Alamis Kolumne erscheint, bleibt in dieser Ausgabe unbedruckt. Der weiße Fleck ist mit dem Hinweis versehen, dass „die Kolumne bis auf weiteres nicht mehr erscheint“.

Shargh

Protest gegen die Verhaftung Pouria Alamis auf der Frontseite der Zeitung Shargh

Alami ist einer von mehr als einem Dutzend Journalisten, die im Verlauf des Wochenendes verhaftet wurden. Die reformorientierte Presse soll [mit der neuen Repressionswelle] vor den für den 14. Juni angesetzten Präsidentschaftswahlen zum Schweigen gebracht werden (mehr darüber hier).

Auch die ebenfalls von den Attacken der Regierung betroffene Tageszeitung Bahar protestiert gegen die Razzien und Verhaftungen. Weiterlesen