Inhaftierter Reformer Tajzadeh kritisiert „absolute Monarchie“ des obersten iranischen Führers

Mostafa Tajzadeh mit seiner Frau Fakhrolsadat Mohtashamipour

Payvand News/Radio Zamaaneh, 28. Mai 2013 – Der politische Gefangene Mostafa Tajzadeh, eine führende Persönlichkeit aus dem Lager der iranischen Reformer, schreibt in einem im Gefängnis verfassten Brief, das iranische Establishment lasse den Reformern keine Alternative zu einem Boykott der [im Juni stattfindenden] Präsidentschaftswahl. Der Ausschluss Akbar Hashemi Rafsanjanis, Esfandiar Rahim Mashaeis und anderer Bewerber von einer Kandidatur für die Wahl habe schlicht „einem Sieg des vom obersten iranischen Führer auserwählten Kandidaten den Weg bereitet… was nichts anderes bedeutet, als dass das politische System in Iran sich zu einer absoluten Monarchie des geistlichen Oberhaupts gewandelt hat“, schreibt Tajzadeh.

Tajzadehs Brief wurde auf der Webseite Norooz veröffentlicht, die der verbotenen Reformpartei „Islamische Iranische Partizipationsfront“ nahesteht. Er schreibt: „Angesichts des Elends, dass das Establishment über unser Land, unseren Glauben und unsere Menschen gebracht hat, hatten wir erwartet, dass sie sich beim Volk entschuldigen und mit der Zulassung einer freien, gesetzlichen und aussagekräftigen Wahl den Weg zur Genesung einschlagen würden, damit sich ein Fenster der Hoffnung für einen Ausweg aus der derzeitigen düsteren Situation öffnen kann.“

Der iranische Wächterrat hatte den Spitzenkandidaten der iranischen Reformer Akbar Hashemi Rafsanjani und den von Mahmoud Ahmadinejad uns seinen Unterstützern nominierten Esfandiar Rahim Mashaei von einer Kandidatur ausgeschlossen. Von den vom Wächterrat zugelassenen acht Personen ist zu erwarten, dass ihr Handeln von absolutem Gehorsam gegenüber den Wünschen des obersten Führers geleitet sein wird.

Ayatollah Khamenei

Tajzadeh, der als Teil der Reformregierung unter Mohammad Khatami im Innenministerium tätig war, war unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet worden, als die Vermutung, die Wahl sei zu Gunsten Mahmoud Ahmadinejads gefälscht worden, landesweite Massendemonstrationen auf den Straßen des Landes auslöste.

„Ein krasser Rückgang der Wahlbeteiligung vor allem im Vergleich mit 2009, große Probleme in der wirtschaftlichen Führung, Korruption innerhalb der Regierung, wachsende Risse innerhalb der Konservativen, ein Anstieg des Drucks durch internationale Sanktionen und die ständig wachsende öffentliche Unzufriedenheit werden das absolutistische System schneller in eine Krise stürzen, als [die Verantwortlichen] denken“, propheizeit Tajzadeh in seinem Brief.

Da die Wahl „manipuliert und ungesetzlich“ sei und die herrschenden Konservativen das „Recht auf freie Wahlen“ gestohlen hätten, gebe es keine Alternative zu einem Boykott der Wahlen, so Tajzadeh abschließend.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Payvand News/Radio Zamaaneh

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