Präsidentschaftswahl: Drohungen gegen Angehörige der Mitarbeiter von Radio Farda

Czech Republic -- Logo for Radio Farda programs, Prague,19Nov2009RFE/RL, 7. Juni 2013 – Einhergehend mit der [für kommenden Freitag angesetzten] Präsidentschaftswahl sind Angehörige von Journalisten von Radio Farda zunehmenden Schikanen durch iranische Behörden ausgesetzt. Offenbar soll damit eine der wenigen den Wählern noch zur Verfügung stehenden unabhängigen Nachrichtenquellen geschwächt werden.

„In den letzten Wochen haben die Schikanen zugenommen, und die iranischen Behörden treffen alle möglichen Vorkehrungen gegen alles, was ihre Kontrolle über die Wahlen beeinträchtigen könnte“, so Armand Mostofi, Direktor von Radio Farda.

Radio Farda, der persischsprachige Dienst von RFE/RL, hat allein im Mai neuen Fälle dokumentiert, in denen in Iran lebende Angehörige von Mitarbeitern zur Arbeit ihrer Verwandten in Prag vernommen wurden. Sie sollten ihren Verwandten nahelegen, ihre Arbeit aufzugeben oder, alternativ, zu bleiben, aber verdeckt für den iranischen Geheimdienst zu arbeiten. Ferner wurde den Angehörigen indirekt mit dem Verlust von Jobs oder Ausbildungsmöglichkeiten gedroht, in einigen Fällen wurden sie aufgefordert, ihre Verwandten auszuspionieren.

Die von den iranischen Behörden praktizierten Methoden ließen Detailwissen über die Beziehungen und Aktivitäten der Journalisten von Radio Farda erkennen, so Mostofi. Damit sei klar, dass sowohl die Berichterstattung als auch die [Mitarbeiter und deren] Angehörigen von Radio Farda von Iran systematisch überwacht würden. Die Journalisten hätten zudem in letzter Zeit von Attacken auf ihre E-Mails berichtet, ausgehend von „staatlich geförderten Angreifern …die einen Account oder Computer gefährden sollen“ (Google).

Angehörige von Journalisten seien von den iranischen Behörden zudem mit der Drohung erpresst worden, dass sie mit einem Ausreiseverbot belegt werden würden, sollten sie nicht kooperieren. Die Sender von Radio Farda werden regelmäßig gestört, Journalisten werden Ziel von Cyber-Angriffen wie E-Mail-Hacking, Schikanen und Diskreditierungskampagnen auf sozialen Medien.

Radio Farda wird von Prag aus produziert und gesendet und ist in Iran eine der wichtigsten Quellen für unzensierte Informationen.  Mehr als 2 Millionen Nutzer trotzen Monat für Monat der iranischen Regierung, indem sie über Proxies die Webseite des Senders besuchen, die in Iran blockiert ist. Radio Farda und sein Satireprogramm „Pasfarda“ sind auch in sozialen Medien aktiv. Bei Facebook haben sie zusammen 538 000 Fans. Iraner beteiligen sich aktiv an den wöchentlichen Anrufsendungen, täglich gehen hunderte E-Mails und SMS von Nutzern ein. Über Satellitenradio und Kurzwelle hören Iraner die Programme von Radio Farda.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Radio Free Europe/Radio Liberty

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