Archiv der Kategorie: Augenzeugenbericht

Was ist aus den tausenden Verwundeten der Proteste nach der Wahl geworden? Interview mit einem Betroffenen

Kalemeh/Enduring America, 12. Dezember 2011 – Es gibt keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Menschen nach der iranischen Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 getötet, verletzt und eingesperrt wurden.

Vergangenen Monat starb Alireza Saboori, der bei den Demonstrationen am 15. Juni 2009 einen Kopfschuss erlitten hatte, in den USA. Dies veranlasste Mohammad (Farhad) Yeganeh Tabrizi, der bei den Ashura-Demonstrationen im Dezember 2009 verletzt worden war, aus seiner Anonymität herauszutreten. „Ich habe mich schon damit abgefunden, dass mich früher oder später das gleiche Schicksal ereilen wird. Was mich zur Zeit aber quält, ist der Umstand, dass die tausenden Verletzten, deren Schmerzen um ein Tausendfaches höher sind als der Tod derer, die bei den Demonstrationen nach der Wahl gestorben sind, in Vergessenheit geraten.“ Weiterlesen

12. Juni 2011: „Sie verhafteten junge schöne Frauen“

15. Juni 2009: Ein Basiji auf einem Dach in Teheran

RFE/RL, 14. Juni 2011 – Auf seinem Blog hat Mehdi Khazali seine Beobachtungen vom „Schweigemarsch“ der Opposition am 12. Juni festgehalten, der anlässlich des 2. Jahrestages der umstrittenenen Präsidentschaftswahl von 2009 in Teheran stattfand. Aus den Protesten nach der Wahl war damals die oppositionelle Grüne Bewegung geboren worden.

Oppositionelle Webseiten hatten berichtet, dass Dutzende Demonstranten verhaftet wurden.

Khazali, Sohn eines bekannten erzkonservativen Geistlichen, ist Anhänger der Opposition und Kritiker des iranischen Establishments. Bei der Niederschlagung der Proteste nach der Wahl von 2009 war er verhaftet worden.

Einige Auszüge aus Khazalis Blogeintrag: Weiterlesen

Folter und Vergewaltigung in der Islamischen Republik nach der Präsidentschaftswahl – ein Opfer berichtet

„Wir sind viele. Es sind Menschen, die wegen ihres Rufs, wegen ihres Lebens, nicht reden. Menschen, die da draußen sind. Menschen wie ich. Glauben Sie mir, sie sind da draußen. Sie brauchen euch. Sie brauchen euch alle.“

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Vergewaltigung und Folter: Vermächtnisse der Repression nach der Präsidentschaftswahl

ICHRI, 10. Juni 2011 – Zum 2. Jahrestag der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 und der danach einsetzenden Repression hat International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) heute die auf Video aufgenommene Aussage einer jungen Gefangenen veröffentlicht, in der sie die Einzelheiten der von ihr nach ihrer willkürlichen Verhaftung erlittenen schweren Folter und wiederholten Vergewaltigung beschreibt.

Ihre kraftvolle Aussage steht im Widerspruch zur offiziellen Aussage des Regimes, derzufolge es gegen Demonstranten seitens der Sicherheitskräfte keine Folter und Vergewaltigung im großen Stil gegeben haben soll. Weiterlesen

Folter in Evin: Eigene Erlebnisse und Interviews eines Journalisten

Saeed Pourheydar

ICHRI, 2. Juni 2011 – In einem Interview mit ICHRI hat der nach der Präsidentschaftswahl von 2009 zwei Mal verhaftete und schließlich zu 5 Jahren Haft verurteilte Journalist Saeed Pourheydar seine eigenen Erfahrungen und Haftumstände und die Folter anderer politischer Gefangener im Evin-Gefängnis beschrieben.

Saeed Pourheydar hatte früher für mehrere reformorientierte Zeitungen geschrieben. Wie er der Kampagne „International Campaign for Human Rights in Iran“ [ICHRI] berichtete, wurde er zum ersten Mal nach der Präsidentschaftswahl von 2009 am 6. Februar 2010 vom Geheimdienstministerium in seiner Wohnung und zum zweiten Mal am 10. Oktober 2010 nach einer Vorladung zum Gericht im Evin-Gefängnis verhaftet. Nach seiner ersten Verhaftung saß er einen Monat lang in Abteilung 240 von Evin ein, nach der zweiten Verhaftung verbrachte er bis zur Urteilsfällung durch das Berufungsgericht 52 Tage im Gefängnis. Als das Berufungsgericht sein Urteil bestätigte, verließ Pourheydar Iran. Zur Zeit lebt er im Ausland. Weiterlesen