Archiv der Kategorie: Blogeinträge

Sattar Beheshtis letzter Blogeintrag (29. Oktober 2012)

Sattar Beheshti

Tavaana, ohne Datum –  In seinem letzten Blogeintrag vor seiner Verhaftung beschreibt der iranische Blogger Sattar Beheshti, wie er von den Sicherheitsbehörden wegen seiner regimekritischen Meinungen bedroht wurde. Gleichzeitig erklärt er seine Entschlossenheit, auch weiterhin über die Repression des Regimes zu schreiben: „Ich werde nicht schweigen, selbst wenn der Tod am Horizont wartet.“

Nachdem er am 30. Oktober 2012 wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit auf sozialen Netzwerkseiten und auf Facebook“ verhaftet worden war, wurde er ins Evin-Gefängnis gebracht. Mitgefangene dort haben erklärt, er sei verhört, gefoltert und getötet worden.

In seinem von Tavaana ins Englische übersetzten letzten Blogeintrag schreibt Beheshti: „Hört auf, uns zu drohen. Angst hat keinen Platz mehr in unseren Herzen. Weder Peitsche noch Folter können uns einschüchtern und uns daran hindern, andere zu informieren.“

Der Wortlaut seines Blogposts:

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Hossein Ronaghi Malekis erster Blogeintrag nach Beginn seines Hafturlaubs

5. Juli 2012

„There are no clocks on the wall,
There is no time.
There are no shadows moving on the floor of the cell from dawn to dusk.
There is neither light nor darkness and there is no door.“

نه ساعتی بر دیوار استو
نه زمانی .
سایه یی نمی جنبد از سپیده دمان تا شامگاه
بر کف سلول
نه نوری هست
نه حتا ظلماتی –
بیرون در
دیگر دری نیست .

32 Monate nach meinem letzten Blogeintrag habe ich mich heute, an dem Tag, den sie als Tag der Schreibkunst bezeichnen, entschlossen, den Stift in die Hand zu nehmen und zu schreiben, und mitzuteilen, dass es mir gut geht, weil das Gesicht meiner Mutter vor Glück leuchtet, sie nicht mehr weint und der nervöse Tick in ihren Augen nachgelassen hat. Weiterlesen

Mehdi Khazali klagt die Verhältnisse in Justiz und Gefängnissen an

Mehdi Khazali

Baran, 16. Februar 2012 – Der erklärte Regimekritiker Dr. Mehdi Khazali befindet sich seit seiner Festnahme am 9. Januar im Evin-Gefängnis in einem Hungerstreik. Bei seiner gewaltsamen Verhaftung wurden ihm mehrere Zähne und ein Arm gebrochen. Der Ophtalmologe ist der Sohn des erzkonservativen Geistlichen Ayatolllah Khazali, der ein loyaler Anhänger Ayatollah Khameneis ist. Er hat sich öffentlich von seinem Sohn und dessen Ansichten losgesagt

Mehdi Khazali ist seit der gefälschten Präsidentschaftswahl von 2009 mehrfach verhaftet worden, zuletzt im Juli. Bei der gewaltsamen Festnahme erlitt er Verletzungen.

Am Tag seiner letzten Verhaftung [9. Januar] hatte Khazali angekündigt, er werde einen Hungerstreik zu beginnen und notfalls bis zum Tod durchhalten: „Ich werde in den Hungerstreik treten und bis zum Märytrertod gehen; ich werde ihr Essen nicht anrühren“. In den letzten 39 Tagen haben mehrere politische Aktivisten, religiöse Persönlichkeiten sowie der frühere iranische Präsident Mohammad Khatami ihn gedrängt, seinen Hungerstreik zu beenden – vergeblich.

Es folgt die Übersetzung eines Briefes, mit dem Dr. Khazali auf ein Schreiben Hojatoleslam Ahmad Montazeris – des Sohnes des verstorbenen Großayatollahs Montazeri – antwortet. Montazeri hatte ihn gedrängt, seinen Hungerstreik zu beenden. Der Brief ist auf der Webseite Baran veröffentlicht, die von Khazalis Anhängern betrieben wird. Weiterlesen

Hausarrest für Oppositionsführer Mehdi Karroubi zeigt erste gesundheitliche Folgen

Mehdi Karroubi

7. November 2011 –  Mehdi Karroubis Sohn Mohammad Taghi Karroubi berichtet heute auf seinem Weblog unter Berufung auf seine Mutter Fatemeh Karroubi, sein Vater leide infolge des mittlerweile seit 100 Tagen bestehenden Frischluftmangels an Atemwegsproblemen.

Es folgt die Übersetzung des Blogeintrags von Mohammad Taghi Karroubi. Weiterlesen

Wir haben unser Leben – von Jila Bani Yaghoub

Bahman Ahmadi Amouie

10. Oktober 2011 – Von Jila Baniyaghoob

Seit längerem frage ich mich, warum die iranischen Justiz- und Sicherheitsbehörden meinen Ehemann Bahman und mehrere hundert weitere politische Gefangene eingesperrt haben, und wie viele der Ziele, die sie mit diesen Inhaftierungen verfolgten, sie inzwischen wohl erreicht haben.

Vor einigen Tagen fiel mir eine Erinnerung wieder ein, die mir sagte, dass ich mir über ihre Ziele nicht zu viele Gedanken machen sollte, und dass ich nicht versuchen sollte, sie zu verstehen. Weiterlesen