Archiv der Kategorie: Geschichte und Hintergründe

Kurzmeldungen aus der iranischen Zivilgesellschaft – 25. Juni 2012

Arseh Sevom, 25. Juni 2012 – Themen dieser Ausgabe: Gedenken an Neda | 10 000 Unterschriften gegen die Subventionsreform | Arbeiteraktivisten schikaniert | Tribunal untersucht die Massenhinrichtungen im Iran der 1980er Jahre | Nargess Mohammadi: „Sie sind verantwortlich für alles, was mir zustößt“ | Friedensnobelpreisträgerin: Die Islamische Republik will den Tod von Gewissensgefangenen | Polizei stürmt Konzert in Teheran | Todesstrafe für Alkoholkonsumenten | Löwen- und Bärenjungen in Mashhads Straßen unterwegs Weiterlesen

„Wisst ihr, wie es ist, bettelarm zu sein?“ – Die Situation der Arbeiter in Iran

Zamaaneh, 10. März 2012 – Akbar Falahzadeh beschreibt die mit steigender Inflation, dem Niedergang des Produktionssektors und wirtschaftlichem Missmanagement immer dramatischer werdende Situation der Arbeiter in der Islamischen Republik Iran.

„Wisst ihr, wie es ist, bettelarm zu sein?“ Diese Frage beherrscht das Denken der meisten iranischen Arbeiter. Ihre derzeitige katastrophale Situation ist in der iranischen Geschichte ohne Beispiel.

Die Arbeiterlöhne sind im Verhältnis zur Inflation in Iran zur Zeit nur noch ein Almosen und reichen kaum, um die Ausgaben einer Familie zu decken. Doch selbst dieses niedrige Einkommen wird monatelang nicht ausgezahlt. Weiterlesen

Irans Krieg gegen das Vergnügen

Die iranische Polizei präsentiert nach Verhaftungen und Razzien bei Parties im Oktober 2010 alkoholische Getränke

RFE/RL, 2. Oktober 2011 – Eine Frau in der iranischen Stadt Mashhad ist zum jüngsten Opfer von Irans längstem und unkonventionellstem Krieg geworden – dem Krieg gegen das Vergnügen.

Die junge Frau, deren Name und Alter nicht bekannt gegeben wurden, sprang am Wochenende des 24./25. September aus dem 6. Stockwerk eines Gebäudes in den Tod.  Offenkundiger Grund: Wie floh vor einer Razzia von Sicherheitskräften bei einer gemischten Party, bei der sie anwesend gewesen war. Vergnügen, durchmischt mit Angst vor Verhaftung und Anklage – ein tödlicher Cocktail.
Hadi Ghaemi von der Menschenrechtsorganisation „International Campaign for Human Rights in Iran“ (ICHRI) ist der Meinung, dass die iranischen Behörden für den Tod der jungen Frau verantwortlich sind: „Diese Razzien der Sicherheitskräfte und der Polizei in Privatwohnungen stellen einen klaren Verstoß gegen die Menschenrechte und Angriffe auf das Privatleben der Menschen dar.“ Weiterlesen

„Interrupted Lives“: Portraits of Student Repression in Iran

Film in voller Länge: http://www.iranrights.org/student-movie.php

Quelle: http://www.iranrights.org/student-exhibit.php

Kahrizak – Täter und Opfer eines unheilvollen Ortes

Kahrizak

Masih Alinejad/Jaras, 20. Juli 2011 –  „Kahrizak“. Für Ortsansässige war dies kein wirklich unbekannter Begriff, doch erst die hochgradig fragwürdigen Präsidentschaftswahlen von 2009  verschafften diesem Wort  bittere, schmerzhafte und tragische Bekanntheit. Die Öffentlichkeit im In- und Ausland erfuhr von einem Ort namens Kahrizak – einer Haftanstalt, in der Demonstranten, die gegen die Wahl protestiert hatten, misshandelt, geschlagen, vergewaltigt und gefoltert wurden und in einigen Fällen sogar ihr Leben verloren.

Die Haftanstalt Kahrizak liegt am südlichen Rand von Shahr Ray, einer kleinen Stadt südlich von Teheran. In Umsetzung eines 2004 begonnenen Plans begannen die Sicherheitskräfte der Islamischen Republik unter dem Vorwand, die „Banden und Schläger“ dort sammeln zu wollen, in Kharizak alle Verhafteten festzuhalten. Kurz darauf begannen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten sowie das Komitee zum Schutz der Rechte von Gefangenen (PRDC), gegen die Misshandlung der Gefangenen zu protestieren. Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Shiva Nazar Ahari und das PRDC-Mitglied Mehdi Mahmoudian waren zwei der Aktivisten, die in der Öffentlichkeit über die schrecklichen Bedingungen in diesem Gefängnis informierten. Weiterlesen