Archiv der Kategorie: Getötete und ihre Familien

Mitangeklagter im Kahrizak-Prozess: Mortazavi ist unschuldig

Zamaaneh, 11. März 2013 – Ali Akbar Heydarifar, einer der drei im Zusammenhang mit den Folter- und Todesfällen in der Haftanstalt Kahrizak [vom Sommer 2009] angeklagten Juristen, hat die Verantwortung für die Verlegung der Gefangenen nach Kahrizak übernommen und erklärt, der damalige Teheraner Staatsanwalt Saeed Mortazavi sei  „unschuldig“.

Mortazavi ist der „Mittäterschaft bei Mord“ und gemeinsam mit Heydarifar und Richter Haddad der „Beteiligung an illegalen Verhaftungen“ angeklagt. Im Sommer 2009 waren in Kahrizak mindestens drei Gefangene [genauer: verhaftete Teilnehmer an den Protestdemonstrationen gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahl, d. Übers.] ums Leben gekommen. Weiterlesen

Prozess um Todesfälle von Kahrizak geht in die zweite Runde

Zamaaneh, 10. März 2013 – Der wegen „Mittäterschaft bei Mord“ derzeit vor Gericht stehende ehemalige Teheraner Staatsanwalt Saeed Mortazavi hat nach der zweiten Verhandlungsrunde gegenüber Reportern angegeben, die Legitimität des den für seinen Fall verantwortlichen Vorsitzenden Richters anzuzweifeln.

Wie die Nachrichtenagentur Mehr News berichtet, fand die zweite Verhandlungsrunde im Fall Kahrizak am heutigen 10. März hinter verschlossenen Türen im Strafgericht Teheran statt.

Im Zusammenhang mit den Folterungen und Todesfällen von Gefangenen in der Haftanstalt Kahrizak von 2009 stehen neben Saeed Mortazavi auch Hassan Zareh Dehnavi, auch bekannt unter dem Namen „Richter Haddad“, und der ehemalige stellvertretende Staatsanwalt Ali Akbar Heydarifar unter Anklage. Weiterlesen

Mutter des getöteten Bloggers Sattar Beheshti fordert Gerechtigkeit

Zamaaneh, 6. März 2013 – Die Mutter des iranischen Bloggers Sattar Beheshti, der fünf Tage nach seiner Verhaftung durch die iranische Cyber-Polizei für tot erklärt wurde, hat damit gedroht, sich öffentlich das Leben zu nehmen, sollten die Behörden kein Verfahren gegen die Verantwortlichen einleiten.

In einem am 6. März bei Saham News veröffentlichten Interview erklärte Gohar Eshghi: „Ich will Gerechtigkeit, sonst nichts. Ich rufe alle Menschenrechtsinstitutionen, die Vereinten Nationen und vor allem die iranische Regierung auf, alles zu unternehmen, um sicherzustellen, dass das Gerichtsverfahren im Fall des Mordes an meinem Sohn öffentlich ist, und ich erkläre hiermit, dass ich mir vor dem Gerichtsgebäude das Leben nehmen werde, wenn meiner Forderung nicht nachgekommen wird.“ Weiterlesen

Yasan Moussavi verhaftet und nach Evin gebracht

CHRR, 6. Februar 2013 –Agenten des Geheimdienstministeriums haben am 3. Februar Yasan Moussavi in seiner Teheraner Wohnung festgenommen und ins Evin-Gefängnis gebracht.

Der 1984 geborene Yasan Moussavi hatte sich bei der Präsidentschaftswahl von 2009 für die Wahlkampagne Mir Hossein Moussavis engagiert. Sein Bruder Hooman Moussavi wurde damals verhaftet. Yasan Moussavi wurde in der Zwischenzeit mehrmals vorgeladen und verhört.

Nach CHRR vorliegenden Berichten erfolgte seine Verhaftung am 3. Februar ohne Vorankündigung. Am 5. Februar kontaktierten Justizbeamte seine Familie, um ihr mitzuteilen, dass er einen Monat in vorläufigem Gewahrsam bleiben werde.

Yasan Moussavi war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung allein in seiner Wohnung. Zeugen berichten, dass die Agenten sich Zutritt verschafften, indem sie Türschlösser aufbrachen. Sie hätten dann eine umfangreiche Durchsuchung der Wohnung durchgeführt und u. a. Moussavis Computer und eine Satellitenschüssel konfisziert.

Yasan Moussavis Bruder Hooman Moussavi ist ein ehemaliger politischer Gefangener, der nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftete wurde. Er verbrachte 2 Jahre in Evin. Auch die Eltern der beiden Brüder waren politische Gefangene. Sie wurden Ende der 1980er Jahre während der Massenhinrichtungen in iranischen Gefängnissen exekutiert.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: Committee of Human Rights Reporters

Fall Sattar Beheshti: Anwältin fordert raschen Prozess

Zamaaneh, 19. Januar 2013 – Die Anwältin der Familie des in Polizeigewahrsam verstorbenen Bloggers Sattar Beheshti hat eine rasche Aufarbeitung der von der Familie erhobenen Klage gefordert.

Gegenüber der Nachrichtenagentur ISNA erklärte Giti Pourfazel am Samstag, dem 19. Januar: „Laut Akte hat der Bericht der letzten gerichtsmedizinischen Untersuchung ergeben, dass Sattar Beheshti keines natürlichen Todes gestorben ist.“

Sattar Beheshti war am 30. Oktober in seiner Wohnung unter dem Vorwurf der „regimefeindlichen Propaganda, Beleidigung der Werte des Regimes und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ verhaftet worden. Fünf Tage später wurde der Familie mitgeteilt, dass  er im Gewahrsam der Cyber-Polizei gestorben sei. Weiterlesen