Archiv der Kategorie: Interview

Sattar Beheshtis Mutter fordert Exhumierung und Autopsie der Leiche ihres Sohnes

sattar-beheshti-gohar-eshghi-sahamnews2Saham News, 11. Juli 2013 – In einem Interview mit Saham News hat Sattar Beheshtis Mutter Gohar Eshghi auf die Veröffentlichung des Berichtes der Gerichtsmedizin reagiert. In dem Bericht war als Ursache für den Tod ihres Sohnes „psychologischer Druck“ festgestellt und erklärt worden, der Tod stehe nicht in ursächlichem Zusammenhang mit „von den Verhörbeamten zugefügten Schlägen“. Gohar Eshghi fordert nun vom Gericht und hochrangigen Justizbeamten die Exhumierung und unabhängige Autopsie des Leichnams unter Aufsicht von Ärzten ihres Vertrauens und Ärzten der Vereinten Nationen.

Mehrere Monate, nachdem Sattar Beheshti im Gefängnis starb, hatte der Leitende Gerichtsmediziner Dr. Ahmad Shojaei erklärt, die fachgerechte forensische Untersuchung habe zwei mögliche Todesursachen ergeben – psychologischen Druck sowie physische Traumata infolge der Beheshti zugefügten Schläge. Nach weiteren Untersuchungen dieser beiden Möglichkeiten teilte die Gerichtsmedizin nun mit, dass die Schläge, die Sattar Beheshti zugefügt wurden, nicht tödlich gewesen seien und somit als Todesursache ausgeschlossen werden könnten.

Ferner erklärte der Leitende Gerichtsmediziner, Beheshti habe keine Schläge auf empfindliche Körperteile erhalten; toxikologische Untersuchungen hätten erwiesen, dass keine Anomalien vorlägen, die einen „unnatürlichen“ Tod nahelegten. Weiterlesen

Advertisements

Aktivist Saeed Madani zu 6 Jahren Haft und Exil verurteilt

Saeed Madani, Politologe und nationalreligiöser Aktivist

ICHRI, 26. Juni 2013 – Der politische Aktivist Saeed Madani ist zu 6 Jahren Haft im Exil in Bandar Abbas und zusätzlich zu 10 Jahren Exil verurteilt worden. Die Ehefrau des Soziologen und Gastprofessors, Mansoureh Ettefagh, sprach mit ICHRI über die Verurteilung.

„Saeed war im Gericht und durch die Anklageschrift über die gegen ihn vorliegenden Anklagen informiert worden und hatte eine ungefähre Vorstellung davon, welches Urteil ihn erwarten könnte. Aber der Richter hat das zulässige Strafmaß bis aufs Äußerste ausgeschöpft. Meinem Mann werden ‚Versammlung und Verdunkelung mit der Absicht der Gefährdung der nationalen Sicherheit und ‚regimefeindliche Propaganda zu Gunsten oppositioneller Gruppen und Organisationen‘ zur Last gelegt. Mit dem Argument, dass er ‚umfangreichen Aktivitäten im Inland‘ nachgegangen sei, wurde er zu einer Haftstrafe im Exil und 10 zusätzlichen Jahren Exil in Bandar Abbas verurteilt. Aber warum Exil? Warum so viele Jahre Haft?“

Sie beabsichtige, gegen das Urteil in Berufung zu gehen und hoffe, dass das Urteil in zweiter Instanz aufgehoben werde, so Mansoureh Ettfagh. Weiterlesen

Arbeiteraktivist Afshin Osanloo in Haft gestorben – Interview mit seiner Schwester

Bildquelle: Radio Zamaaneh

Jaras, 22. Juni 2013 –  Der im Gefängnis Rajai Shahr inhaftierte Arbeiteraktivist Afshin Osanloo ist am 20. Juni nach einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus gebracht worden. Er hat den Herzinfarkt jedoch nicht überlebt.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur ISNA bestätigte der Direktor der Teheraner Gefängnisse Afshin Osanloos Tod. Osanloo sei im Jahr 2010 verhaftet worden und sollte im kommenden Februar freigelassen werden. Er sei nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus Shahid Rejai in Karaj verstorben.

Schon viele politische Gefangene haben in der Vergangenheit die harten Haftbedingungen und die Nachlässigkeit des Gefängnispersonals mit ihrem Leben bezahlen müssen. Weiterlesen

Kouhyar Goudarzi: „Die iranische Zivilgesellschaft befindet sich in einem Zustand der Verzweiflung“

Kouhyar Goudarzi

Kouhyar Goudarzi

RFE/RL, 25. April 2013 – Der bekannte iranische Menschenrechtsaktivist Kouhyar Goudarzi – in seiner Heimat mit Studienverbot belegt, mehrfach inhaftiert und zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt – war vor einiger Zeit aus Iran geflohen.

Während seiner Zeit im Gefängnis wurde Goudarzi – Mitglied und einstiger Leiter der Organisation „Committee of Human Rights Reporters“ – mit dem John Aubuchon Freedom of the Press Award 2010 geehrt. Die Auszeichnung wird alljährlich an Personen verliehen, die sich für Pressefreiheit und offene Regierungsformen einsetzen. Auch bei der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste nach der Präsidentschaftswahl von 20o9 wurde Goudarzi wie viele andere verhaftet.

In einem aus der Türkei geführten Interview sprach Goudarzi mit Golnaz Esfandiari von RFE/RL über die Beweggründe, die ihn schließlich zur Flucht aus seinem Heimatland veranlassten. Weiterlesen

Verhörbeamte legten Ehefrauen von politischen Gefangenen offenbar Scheidung nahe

Alireza Rajaie, Abolfazl Ghadyani

ICHRI, 12. Dezember 2012 – In einem Brief an den iranischen Justizchef Sadegh Larijani fordert der politische Gefangene Abolfazl Ghadyani diesen auf, dafür zu sorgen, dass Verhörbeamte des Geheimdienstministeriums aufhören, Angehörige politischer Gefangener „zu schikanieren und zu korrumpieren“. Der am Dienstag, dem 11. Dezember auf der Webseite Kalemeh veröffentlichte Brief nennt namentlich den Verhörbeamten des Journalisten und politischen Gefangenen Alireza Rajaie, der dessen Ehefrau schikaniert hatte.

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Briefes erklärte Ghadyanis Ehefrau Marzieh Rahimi im Interview mit ICHRI: „Mit diesem Brief hat Abolfazl gezeigt, dass er nach wie vor für das Versprechen einsteht, das er sich selbst und seinem Gott gegeben hat: Nicht zu schweigen, wenn die Rechte eines anderen Menschen verletzt werden. Ich mache mir keine Sorgen um meinen Mann. Was wollen sie einem kranken 67jährigen Mann noch antun? Sie haben ihn ins Gefängnis gesteckt, obwohl er an mehreren Erkrankungen leidet, und für jeden Protestbrief, den er aus dem Gefängnis heraus veröffentlicht, konstruieren sie neue Anklagen gegen ihn. Bis jetzt sind wegen seiner Briefe sechs oder sieben Verfahren gegen ihn eröffnet worden. Er geht nicht mehr zu seinen Gerichtsverhandlungen, weil er die Qualifikation dieser Gerichte nicht anerkennt. Viel mehr können sie Abolfazl nicht antun.“ Weiterlesen