Archiv der Kategorie: Lese-/Hörempfehlung

Aufrecht sterben – Rapper Shahin Najafi trotzt der Todes-Fatwa

Shahin Najafi lässt sich offensichtlich nicht beeindrucken von Todesdrohungen aus Iran und dem Kopfgeld von 100.000 US-Dollar, das die regimenahe Website Shia Online auf ihn ausgesetzt hat. Gestern veröffentlichte er einen neuen Song aus dem Unterschlupf beim Schriftsteller Günter Wallraff. “Istadeh mordan” (Aufrecht sterben) ist der trotzige Widerspruch des Dichters gegen die Vertreter eines radikalen Islam, der gegen Andersdenkende Hass und Mord propagiert – hier der Text auf Englisch.
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„Transparency for Iran“ steht kurz vor dem Aus!

Der Verein „Transparency for Iran“ hat in einer E-Mail vom 1.6.2012 über seine finanziell bedingte drohende Auflösung informiert. Ich möchte diese Mail meinen Leserinnen und Lesern hier zur Kenntnis geben, weil ich die Arbeit von TfI sehr schätze und den Verlust der außerordentlich bereichernden Berichterstattung dieses Vereins sehr bedauern würde. Bitte unterstützen Sie Transparency for Iran und helfen Sie, den Fortbestand der Seite zu gewährleisten!

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Der Rapper Shahin Najafi und die “Todes-Fatwa”

Shahin Najafi

Arshama3, 11. Mai 2012 – Seit gestern kursiert die Nachricht vom religiös begründeten Todesurteil gegen den 31jährigen Rapper Shahin Najafi, der seit 2005 im Kölner Exil lebt, auch in deutschen Medien. Anlass ist Najafis neuester Song „Naghi“, mit dem er insbesondere den religiösen Aberglauben geißelt, den das islamische Regime seit der Machtübernahme Ahmadinedjads verbreitet. In dem Text, der sich an den 10. Imam der Schiiten richtet, geht es nicht nur um Islamkritik oder die in Iran überaus beliebten Nasenoperationen, wie schon ARD-Korrespondent Reinhard Baumgarten aus Teheran berichtet hat. Najafi nimmt außerdem die jüngsten politischen Skandale und gesellschaftlichen Ereignisse des Landes aufs Korn.

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Iran: Internet-Experte ohne Anklage in Haft – ROG befürchtet digitale Apartheid

Berlin (ots) – Iran: Internet-Experte ohne Anklage in Haft / ROG befürchtet digitale Apartheid

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die sofortige Freilassung des iranischen Internet-Experten Mohammad Solimaninja. Er sitzt seit drei Monaten im Gefängnis und wird nach Informationen von ROG massiv unter Druck gesetzt, die Regierung beim Aufbau eines „nationalen Internets“ zu unterstützen.

Solimaninja hatte das populäre Business-Netzwerk u24 betrieben und die Webseiten zahlreicher iranischer Nichtregierungsorganisationen betreut. Am 10. Januar wurde er vor ein Revolutionstribunal in Karadsch geladen und anschließend verhaftet. Beamte des Ministeriums für Nachrichtenwesen und Sicherheit durchsuchten sein Haus und beschlagnahmten Computer, Festplatten und CDs. u24 ist seither nicht mehr zugänglich.

Seit einem Monat wird Solimaninja im berüchtigten Trakt 209 des Geheimdienstministeriums im Evin-Gefängnis in Teheran gefangen gehalten – bisher ohne Anklage. Seiner Familie zufolge ist er in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren.

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Reaktionen der Iraner auf Grass‘ Gedicht

TFI, 7. April 2012 – Während staatliche Medien und regimetreue Internetaktivisten Günter Grass wie einen Helden verehren, stößt sein Gedicht bei einem Teil der iranischen Internetaktivisten auf Skepsis und Ablehnung. Ein einflussreicher Kulturpolitiker und Freund des Präsidenten Ahmadinedschad hat sich  in einem Brief an Grass für das Gedicht bedankt.

Das israelkritische Gedicht von Günter Grass, „Was gesagt werden muss“, wurde schon einen Tag nach seiner Veröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung ins Persische übersetzt und ins Netz gestellt. Seitdem sorgt es in der virtuellen Welt der Iraner für Aufregung. Fast alle großen und kleinen iranischen Nachrichtenportale haben sich zum Gedicht des Literaturnobelpreisträgers Grass geäußert. Der Tenor: Das „antizionistische Gedicht“ unterstütze den Iran gegen Israel. „Ich bewundere deine  Stärke und deinen Mut. Du hast den Nobelpreis für Frieden verdient.“ Das steht in einem Kommentar auf dem den Konservativen nahe stehenden Nachrichtenportal „Tabnak“. Ein anderer Kommentar wirft den iranischen Künstlern und Literaten vor, sie würden sich dem Westen anschmeicheln: „Lernt von Günter Grass und tanzt nicht nach der Musik des Westens!“
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