Archiv der Kategorie: Statement – Zahra Rahnavard

Rahnavard fordert Ende der Diskriminierung von Frauen in der Islamischen Republik

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 20. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/06/rahanavard-call-for-end-t.html

Zahra Rahnavard

Zahra Rahnavard [die Ehefrau des Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi] hat zum ersten Jahrestag der Ermordung von Neda Agha Soltan [am 20. Juni] in einem Statement erklärt, Freiheit und Demokratie könnten nicht verwirklicht werden, ohne dass „die Diskriminierung von Frauen beendet wird“.

In ihrem auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Statement betonte sie, die Grüne Bewegung stünde in der Schuld des „Widerstands“ der Frauen, die „an der vordersten Front der Bewegung“ stünden.

Rahnavard nannte Neda Agha Soltan, Shabnam Sohrabi und Taraneh Moussavi – drei bei den Protesten nach der Wahl getötete Frauen – als Beispiele für die Frauen in der Grünen Bewegung und bezeichnete den 20. Juni als Jahrestag des Todes standhafter und freiheitssuchender Frauen.

Die Oppositionsführerin nannte diesen Tag darüber hinaus einen ruhmreichen Ausdruck der Präsenz von Nation und Volk in der Geschichte Irans.

Am 19. Juni 2009 hatte Irans Oberster Führer [Ali Khamenei] seine Unterstützung für Mahmoud Ahmadinejad erklärt und betont, dass die Wahlen allen Annahmen in der Bevölkerung zum Trotz gesund und gültig gewesen seien. Er hatte zudem gewarnt, dass weitere Straßenproteste für die Teilnehmer schwere Folgen haben könnten.

Am 20. Juni waren Millionen Menschen wieder auf die Straße gegangen, um Ahmadinejads Wahlsieg in Zweifel zu ziehen. Sicherheitskräfte griffen die Demonstranten brutal an, dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen und Verletzten.

Neda Agha Soltan wurde an diesem Tag erschossen; ein Videoclip hielt ihre letzten Momente fest, in denen sie auf der Straße verblutete. Es wurde im Internet verbreitet und rief weltweit Empörung über die Niederschlagung der Proteste hervor. Neda Agha Soltan wurde zur Symbolfigur für die Grüne Reformbewegung im Iran.

Zahra Rahnavard verwies ausdrücklich auf die wichtige Rolle, die Frauen als aktive Demonstrantinnen in den Straßén, als unbeugsame Gefangene, Journalistinnen, Lehrerinnen, Arbeiterinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Mütter und Ehefrauen von Gefangenen, die auf die Freilassung ihrer geliebten Kinder und Ehemänner warten, für die Grüne Bewegung gespielt haben.

Rahnavard rief das Establishment dazu auf, die Forderungen der Frauenbewegung nach so vielen Jahren des Kampfes Ernst zu nehmen und zu handeln, um alle frauendiskriminierenden Gesetze abzuschaffen. Weiterhin forderte sie die Freilassung aller politischen Gefangenen, Pressefreiheit und freie Wahlen, um „die gegenwärtige Krise zu beenden und Rationalität in der Gesellschaft zu fördern“.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Zahra Rahnavard verurteilt Angriffe auf Reformkleriker

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 17. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/06/attacks-on-reformist-cler.html
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Zahra Rahnavard

Die iranische Oppositionsführerin [und Ehefrau Mir Hossein Moussavis] Zahra Rahnavard hat die Angriffe auf das Büro Ayatollah Saneis verurteilt und als „Einschüchterungstaktik“ bezeichnet, mit der die in der iranischen Gesellschaft präsenten führenden schiitischen Geistlichen kontrolliert werden sollen.

Sie erklärte, die Angriffe entlarvten die „Niederlage der herrschenden Parteien“ im vergangenen Jahr und fügte hinzu, es werde nun versucht, die politische Atmosphäre in der heiligen Stadt Qom zu „radikalisieren“.

In ihrer letzten Erklärung, die auf der Webseite Kalemeh veröffentlicht wurde, verurteilte sie die Übergriffe gegen führende Mitglieder der Geistlichkeit, denen ihren Worten zufolge im vergangenen Jahr auch andere Reformgeistliche wie Ayatollah Dastgheib zum Opfer fielen.

Ayatollah Yousef Sanei

Vergangene Woche hatten regierungstreue Kräfte Ayatollah Saneis Büro in Qom angegriffen, das Gebäude verwüstet und die Wände mit Parolen gegen den Reformkleriker besprüht.

Am selben Tag wurde das Büro des verstorbenen Ayatollah Montazeri in Qom angegriffen.

In den vergangenen Monaten waren auch die Büros von Ayatollah Sanei in Qom, Mashhad, Teheran und anderen Großstädten von Anhängern der Regierung überfallen worden.

Ayatollah Sanei gehört zu den unverhohlensten Kritikern der Islamischen Republik. Er gilt wegen seiner fortschrittlichen Ansichten über religiöse Fragen, vor allem über Frauenrechte, als reformorientierter schiitischer Führer.

In der Präsidentschaftswahl von 2009 unterstützte er Mahmoud Ahmadinejads Hauptgegner Mir Hossein Moussavi, und er hat die gewaltsame Unterdrückung der Proteste gegen die Wahl durch die Regierung im vergangenen Jahr wiederholt verurteilt.

Die konservative Fraktion der Geistlichen hat versucht, Ayatollah Saneis Qualifikation als „Quelle der Emulation“ [„Marja“] für schiitische Anhänger in Frage zu stellen.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Rahnavard: “Jahrestag der Wahlen wird begangen”

Veröffentlicht bei Green Voice of Freedom am 22. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://en.irangreenvoice.com/article/2010/may/22/1929

GVF – In einem Interview mit der Zeitung Le Monde sprach Zahra Rahnavard, die Ehefrau von Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, über neue Demonstrationen im Vorfeld des ersten Jahrestages der gefälschten Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009.

Frau Rahnavard sagte, der Grund, warum die Behörden ihren Mann Mir Hossein Moussavi bisher noch nicht verhaftet hätten, sei, dass sie „das Volk nicht noch mehr provozieren“ wollten. „Das Regime benutzt andere Druckmittel“, sagte sie. „So haben sie z. B. meinen Bruder, einen unpolitischen Elektroingenieur, verhaftet und sechs Monate in Einzelhaft körperlich und psychologisch unter Druck gesetzt. Sogar sein Sohn war einen Monat lang inhaftiert. Später wurde der Neffe meines Mannes während der Demonstrationen am Feiertag Ashura ermordet.“

Das Interview mit der französischen Zeitung fand nur wenige Wochen vor dem Jahrestag der gefälschten Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Juni statt, die von großangelegten Protesten gefolgt wurden, die das politische Establishment in Iran erschütterten. Moussavi und der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karroubi haben beide zu Demonstrationen aufgerufen, um den ersten Jahrestag des 12. Juni zu begehen.

Rahnavard fügte hinzu, dass die regierungstreuen Medien eine Kampagne des „Charactermordes“ gegen die Führer der Grünen Bewegung und gegen sie selbst gestartet hätten. Sie erklärte: „Sowohl mein Mann als auch Herr Karroubi und Herr Khatami leisten gegen alles Widerstand, damit die Forderungen des iranischen Volkes erfüllt werden.“

Sie ging auch auf die Angriffe ein, bei denen sie während der Proteste am 11. Februar in der Teheran-Universität mit Tränengas und elektrischen Schlagstöcken attackiert worden war. „Seither habe ich Kopfschmerzen und Lungenprobleme. Aber ich bin bereit zu sterben, wenn ich die retten kann, die für Freiheit kämpfen. Ich bin bereit für Opfer, für das Gefängnis, für Folter, im Namen der Freiheit. Ich habe keine Angst. Ich bin gläubig, und ich fühle mich von Gott beschützt. Aber ich erkläre hiermit, dass das Regime dafür verantwortlich gemacht werden wird, wenn meine Familie ernste Probleme bekommt oder einem Plot zum Opfer fällt.“

Die Universitätsprofessorin und frühere Präsidentin der Al-Zahra-Universität in Teheran erklärte, die Grüne Bewegung sei eine Bewegung für die Durchsetzung der Forderungen des Volkes, und eine Fortsetzung der Verfassungsrevolution von 1906. „Und die Präsidentschaftswahl war eine Gelegenheit, um diese Forderungen zu artikulieren: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie“, sagte sie und fügte hinzu, die Grüne Bewegung habe nicht zum Ziel, das Regime zu stürzen – eine Äußerung, die von den Führern der Bewegung immer wieder wiederholt wird. „Die Bewegung will Reformen. Sie will eine Zivilgesellschaft. Sie ist friedlich. Ich betone, sie ist friedlich, auch wenn die Gegenseite zu Waffen und Gewalt greift.“

Frau Rahnavard betonte nochmals, dass ihr Ehemann entschlossen sei, mutig für seine Überzeugungen einzustehen. Er werde nicht so leicht aufgeben. Moussavi, Khatami und Karroubi würden ihren Kampf für Demokratie in Iran fortsetzen.

„Eines Tages wird der endgültige Sieg für das Volk kommen.“

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Zahra Rahnavard: “Warum Hinrichtung?”

Veröffentlicht bei Green Voice of Freedom am 11. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://en.irangreenvoice.com/article/2010/may/11/1858
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

GVF – Nach der plötzlichen und ungerechten Hinrichtung von fünf iranischen politischen Gefangenen am vergangenen Sonntag hat Zahra Rahnavard, die Ehefrau von Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, ihre Empörung über dieses grauenvolle Ereignis zum Ausdruck gebracht.
Es folgt die Übersetzung des vollständigen Wortlautes ihrer schriftlichen Stellungnahme, die auf der Webseite Jaras veröffentlicht wurde.

Die provokanten und gewaltsamen Hinrichtungen, die das Regime in letzter Zeit durchführen ließ, vor allem die Hinrichtung von fünf jungen Menschen am Sonntag, dem 9. Mai unter dem Vorwand, sie hätten antirevolutionären Gruppen angehört, werfen für jeden freiheitsliebenden und kritischen Menschen verschiedene Fragen auf. Zum Beispiel:

• Warum Hinrichtung? Warum werden die schlimmsten Arten der Bestrafung gegen Personen und die Nation angewendet?

• Wurden die juristischen Procedere in einer gerechten Weise eingehalten? Haben Geständnisse, die unter Folter abgelegt wurden, juristischen Wert?

• Hat die Justiz in diesen Fällen unabhängig gehandelt, geurteilt und die Todesurteile vollstreckt, oder fand all das unter Druck der Sicherheitskräfte statt?

• Waren diese überstürzten Hinrichtungen ein Weg, kurz vor dem Jahrestag des 12. Juni [dem Tag der Präsidentschaftswahlen von 2009] Vergeltung an der Bevölkerung zu üben?

• Die Grüne Bewegung strebt bei all ihrer Diversität und all ihrem Pluralismus die Stärkung einer zentralen Führung und der nationalen Einheit aller ethnischen Gruppen Irans an, die die Rechte von Minderheiten respektiert. Wie kommt es also, dass die derzeitigen Machthaber sich auf die Provokation einer alten ethnischen Gruppe durch Unterdrückung und Hinrichtung kurdischer Jugendlicher und der kurdischen Minderheit zubewegen? Die Schlüsselfrage ist: Begünstigen diese Handlungen die nationale Einheit, oder begünstigen sie den Separatismus mit all seinen Folgen?

• Sind Hinrichtung und Gewalt gegen Gottes freundlichste Geschöpfe [? „benign subjects“] ein Grund zum Stolz für dieses Regime, oder ein Zeichen von Schwäche und Verzweiflung? Hat nicht unser Prophet Frauen als Blumen beschrieben?

• Auch wenn das Regime immer wieder behauptet, islamisch zu sein: Haben diese gewaltsamen Handlungen, Verhöre, Langzeitinhaftierungen und Hinrichtungen dazu geführt, dass der Islam für Frauen attraktiver geworden ist? Oder haben sie den Frauen und der Jugend vielmehr Grund dazu gegeben, dem Islam in einem Maße zynisch gegenüber zu stehen, in dem sogar grundlegende Praktiken wie Gebete und Fasten in Frage gestellt werden?

Dieses Abschlachten von Frauen bedeutet, dass das Regime schließlich den Aufrufen zur Beendigung der Diskriminierung nachgekommen ist. Allerdings hat das Regime dieses Ziel so umgesetzt, dass es jetzt Männer und Frauen gleichermaßen unterdrückt – durch Inhaftierung, Folter, Verhöre, Zwangsmaßnahmen und Hinrichtungen.

Gleichzeitig verhindert das Regime Maßnahmen, die diskriminierende und bevormundende Gesetze in allen wichtigen Gremien und Gerichten verbieten.

Zum Schluss möchte ich als Zahra Rahnavard, als ein kleiner Teil dieser Nation, eine Botschaft an all die trauernden Mütter und Frauen senden, deren Söhne und Ehemänner entweder hingerichtet oder durch die Hände von Söldnern auf den Straßen ermordet worden sind: Tapfere, mutige Frauen! Ich bin bei euch in dieser Zeit der Trauer und des Schmerzes, und ich weiß, dass das geflossene Blut den Sieg vermehren wird, und dass der Lohn für den hohen Preis des Verlustes unserer Jugend Freiheit und Demokratie sein werden. Doch leider unterdrückt das Regime die Nation – eine Nation, die keine Zuflucht hat außer Gott selbst.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Zahra Rahnavards Interview mit Kalemeh, 11. März 2010

Veröffentlicht auf Khordaad 88 am 11. März 2010
Quelle (Persisch): Kalemeh
Übersetzung Persisch-Englisch: http://khordaad88.com/?p=1302
Referenziert von Enduring America
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Dr. Zahra Rahnavard, Malerin, Bildhauerin und Professorin an der Teheran-Universität, beginnt ihre Ansprache mit dem Wunsch nach der Freilassung aller politischer Gefangener, vor allem der weiblichen. Sie sagt: „Ich hoffe, dass alle weiblichen Gefangenen vor Neujahr freigelassen werden. Jede von ihnen, angefangen bei den Frauenrechtsaktivistinnen und Kinderrechtsaktivistinnen über die Journalistinnen, bis hin zu den namenlosen Frauen, die verhaftet wurden, als sie auf den Straßen protestierten, und den Studentinnen, die nichts anderes getan haben, als ihre Rechte einzufordern.

Auch die Trauernden Mütter vergaß Rahnavard nicht: „Unsere Herzen und Gebete sind bei den trauernden Müttern, deren Blumen verwelkt sind. Den Müttern von Neda, Sohrab, Seyed Ali, Ashkan, Kianoush, Ramin Ramezani, Alireza Eftekhari, Mahram Cheghini, den Müttern unschuldiger Märtyer wie Naser Amirnejad, Iman Namzai, Kaveh Sabzalipour und denen, deren Namen wie nicht einmal kennen. Und bei den Müttern und Familien, deren Angehörige nach der Wahl große Verletzungen erlitten haben. Manche wurden bei den Protesten verletzt, manche wurden in Haft gefoltert, und manche sind nun schon seit vielen Monaten im Gefängnis.“

Sie ergriff die Gelegenheit, um allen freiheitsliebenden Männern und Frauen ein glückliches neues Jahr zu wünschen: „Ich hoffe, dass das kommende Jahr ein Jahr der Freiheit, der Demokratie, der Gerechtigkeit und des Endes der Diskriminierung insbesondere von Frauen sein wird.“

Die Webseite Kalemeh hat ein ausführliches Interview mit Dr. Rahnavard geführt, das unten abgedruckt ist

Es ist gut, dieses Interview mit einer Frage zu Frauen und der Grünen Bewegung zu beginnen. Vor einiger Zeit haben Frauenrechtsaktivistinnen in einem veröffentlichten Statement geschrieben, dass in keinem der nach dem Wahltag veröffentlichten Statements und Diskussionen die Rede von ihren Forderungen war. Diese Aktivistinnen schreiben, dass sie glauben, die Frauenfrage sei ein großer Teil der momentanen Krise, und ohne den Versuch, diese Probleme zu lösen, habe keine Lösung Bestand. Aus diesem Grund haben einige dieser Aktivistinnen einen kritischen Brief an die Herren Karroubi und Moussavi gerichtet. Was denken Sie darüber? Glauben Sie, dass die Präsidentschaftskandidaten nach der Wahl die Frauen und ihre Probleme aus den Augen verloren haben?

Seien wir einmal ehrlich: Warum sollten wir Frauen herumsitzen und darauf warten müssen, dass sich jemand unserer annimmt? Wir sind diejenigen, die einen Schritt nach vorn machen müssen. Wir können viel aus den Geschichten großer historischer Frauengestalten lernen. Wir haben eine mehrere tausend Jahre alte Geschichte, aus der wir zehren können. Die Zeit, als die Menschheit laut Koran eine geeinte Nation war, oder die Zeit, in der manchen Theoretikern zufolge Frauen die wichtigsten Entscheidungsträgerinnen waren, als – wie archäologische Funde zeigen – Götter weiblich waren und die Welt regierten. Wenn uns die Zivilisation etwas zu sagen hat, dann ist es, dass die ersten Gewerbetreibenden – Weberinnen, Töpferinnen und Bäuerinnen (wenn nicht sogar Jägerinnen) Frauen waren. Natürlich gab es in jenen Zeiten ungeschriebene Übereinkünfte, die die Aufgaben zwischen Männern und Frauen gemäß physischer, wirtshaftlicher, religiöser und traditioneller Überzeugungen aufteilten. Zwar ist nicht historisch gesichert, dass es einst eine ausschließlich von Frauen regierte Gesellschaft gab, aber wir wissen zumindest, dass es Zeiten gab, in denen Frauen eine bedeutende Rolle in den Gesetzen und der Regierung ihrer Gesellschaften spielten (selbst wenn sie nicht an der Spitze der Macht standen).

Was hält uns davon ab, von ihnen zu lernen? Im dritten Jahrtausend, während der letzten Wahl, wurden Frauen vielleicht als Bürger erster Klasse behandelt, aber unmittelbar nach der Wahl wurde dieser Status ihnen blitzartig wieder genommen. Trotz dem, was geschehen ist, streben wir nach unseren Forderungen wie Freiheit, Beseitigung der Diskriminierung (gegen Frauen), Gewalt und Ende der Polygamie.

Sind die Grüne Bewegung und die Frauenrechtsbewegung miteinander verbunden? Wenn ja, können Sie uns etwas über diese Verbindung sagen?

In allgemeineren Fragen gibt es eine beträchtliche Überlappung zwischen den beiden Bewegungen. Bei spezifischeren Fragen gibt es für die Frauenrechtsbewegung eine Notwendigkeit, sich abzuzweigen und ihre eigene Agenda obenan zu stellen, über die Unterstützung hinaus, die sie von der Grünen Bewegung erhält. Wenn es um Grundrechte wie Geschlechtergleichheit, Demokratie und Einhaltung der Gesetze geht, stimmen beide Bewegungen völlig miteinander überein. Aber ich möchte unbedingt betonen, dass Bewegungen für allgemeine politische Reformen und Revolutionen in der Geschichte gezeigt haben, dass der Kampf der Frauen für ihre Gleichberechtigung von der allgemeinen Demokratiebewegung unterschieden werden muss.

Im Iran ist es unmöglich zu erwarten, dass die allgemeine politische Bewegung – in diesem Fall die Grüne Bewegung – in der Lage sein wird, Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen ohne Hilfe einer etablierten und unabhängigen Frauenbewegung erfolgreich abzuschaffen. Der gesetzliche Schub für eine Gleichheit der Geschlechter hinsichtlich doppelter Standards bei Entschädigungszahlungen, Gerichtsentscheidungen, gesetzlich sanktionierter Polygamie, Scheidungsgesetzen, dem Staatsangehörigkeitsrecht und anderen tief verwurzelten doppelten Standards muss mit Nachdruck von Befürwortern der Frauenbewegung kommen.

Die allgemeinen politischen Bewegungen der letzten beiden Jahrhunderte, wie z. B. die Industrielle Revolution, die Französische Revolution, das Streben nach Demokratie in Amerika, die bolschewistische Revolution, der Fall des Russischen kommunistischen Regimes, haben nicht viel zur Verbreitung der Verbesserung von Frauenrechten beigetragen. Erst viel später, als die Frauen ihren eigenen, gesonderten Kampf begannen, fingen sie an, ihre gesetzlichen Rechte voranzubringen.

Welche Verantwortung hat die Grüne Bewegung hinsichtlich der Geschlechtergleichheit?

Die Grüne Bewegung muss verstehen, dass die Frauen heute die vorderste Front bilden. Sie ergreifen auf eine beeindruckende Weise die Initiative und bringen Opfer, sehr ähnlich wie während der Islamischen Revolution. Daher darf die Bewegung den Aspekt der Frauenrechte nicht übersehen. Sie muss achtsam mit den Fragen der Frauenrechte umgehen und das Thema der Geschlechtergleichheit in ihre Agenda aufnehmen. So wie Moussavi in einem seiner früheren Interviews gesagt hat: Wir sind Freunde der Frauenbewegung, und diese Freundschaft bedeutet Kameradschaft.

Realität ist allerdings, dass die Grüne Bewegung wie ein Schirm für viele andere wichtige soziale Bewegungen ist, wie zum Beispiel für die Frauenbewegung, die Arbeiterbewegung, die Studentenbewegung und die Lehrerbewegung. In den allgemeinen Parolen der Grünen Bewegung geht es um Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Wenn die Grüne Bewegung zu stark zu einer dieser untergeordneten Bewegungen tendiert, wird sie als parteiisch wahrgenommen werden. Wie ich schon sagte, die Frauenbewegung muss, auch wenn sie von der Grünen Bewegung unterstützt wird, selbst aktiv sein und ihre Agenda auch unabhängig von der Grünen Bewegung vorantreiben.

Gleichzeitig muss die Grüne Bewegung in ihren Statements und Ansichten die Bedeutung jeder dieser untergeordneten Bewegungen würdigen und die Verbesserung des politischen Umfeldes fordern, und sie muss auf eine Regierung drängen, die letztlich die Wünsche jeder dieser untergeordneten Bewegungen erfüllt – ohne dabei voreingenommen zu wirken.

Wie sieht die Rolle der Regierung in dieser Situation aus?

Ich habe immer wieder gesagt, dass diese Regierung ungesetzmäßig ist. Aber da sie offiziell etabliert worden ist und sich selbst als offiziell anerkennt, muss sie unabhängig davon ihre Pflichten entsprechend erfüllen. Diese dürfen nicht darin bestehen, dass Familien zerstört und Frauen und Kinder durch die Nichtbeachtung ihrer Forderungen, Unterdrückung und frauenfeindliche Gesetzesvorschläge im Namen der Förderung der Familie zum Elend verdammt werden. Diese Gesetzesentwürfe dienen (in Wirklichkeit) nur den Hedonisten.
Wenn die Regierung von sich behauptet, legitim zu sein, dann muss sie umgehend alle frauenfeindlichen Gesetze zurückziehen, Kommissionen zur Wiederherstellung der Rechte von Frauen benennen und, inspiriert durch die Ideale der Frauenbewegung, mit dem Parlament und der Justiz zusammenarbeiten (um diese Ideale zu verwirklichen). Diese Regierung ist jedoch unfähig dazu.

In der Zeit nach der 10. Präsidentschaftswahl beschloss eine Gruppe von Parlamentsabgeordneten gemeinsam mit ihren Anhängern, das sogenannte Familien-Unterstützungsgesetz zu verabschieden. Dies geschah, während jeder Anflug eines Protests seitens der Studenten, Lehrer, Arbeiter und Journalisten gegen Verletzungen der Bürgerrechte mit Drohungen, Verhaftungen und unfairen Gerichtsprozessen beantwortet wurde. Warum haben sie es so eilig mit der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Polygamie legalisiert und noch rückwärtsgewandter ist als das vor 35 Jahren
verabschiedete Gesetz?

(Auch für mich) ist das rätselhaft. Einerseits versuchen sie, einen Vorteil aus der Situation zu schlagen, um ihre Agenda gegen den Willen der freiheitsliebenden Frauen dieses Landes voranzutreiben. Sie denken, dass die Grüne Bewegung den Frauenfragen keine Beachtung schenkt und dass sie die Gelegenheit nutzen können, ihre rückwärtsgewandten Forderungen durchzusetzen. Natürlich ist das (aus ihrer Sicht) eine Gelegenheit für sie, nicht aber der Grund. Was also ist der Grund? (Ich glaube, dass) diese Regierung eine rückwärtsgewandte geistige Haltung hat, die die Gewalt sucht. Sie stehen in Verbindung mit repressiven Gruppen, die bestimmte Schichten der islamischen Gesellschaft beeinflussen – die, die die Kettenmorde begingen, andere anklagten und bedrohten und ihre Gegner bei öffentlichen Zusammenkünften physisch angriffen – um eine geschlossene Gesellschaft zu bilden. Heute sind diese Gruppen an der Macht und haben die Autorität, ihre Ansichten anderen aufzuzwingen und durchzusetzen. Doch selbst, wenn sie vorübergehend damit Erfolg haben, werden sie langfristig unterliegen. Sie müssen wissen, dass sie ihre rückwärtsgewandten Ideen nicht ewig im Namen des Islam präsentieren können. Der Islam ist eine progressive Religion. Sie hat das Potential, mit der modernen Welt zu interagieren. Neue Ideen und das dynamische Prinzip des Ijtihad [1] haben Möglichkeiten für Innovation in einem zeitgemäßen Kontext geschaffen. Insgesamt glaube ich, dass das Parlament von der Regierung unter Druck gesetzt wird, damit es diese frauenfeindlichen Gesetze billigt.

Sie haben in einem Interview einmal gesagt, dass Sie diese Regierung nicht anerkennen und dass Sie keine Kompromisse mit ihr eingehen werden. Dieses Interview wurde vielfach veröffentlicht und stand im Mittelpunkt der Tagesnachrichten. Warum glauben Sie wird Ihren Worten diese Aufmerksamkeit zuteil?

Damals gab es Gerüchte, dass die Führer der Grünen Bewegung jeder auf seine Weise Kompromisse mit der Regierung eingehen würden. Natürlich war diese Interpretation falsch. Derartige Gerüchte wurden von Zeitungen der Rechtskonservativen (sie verdienen die Bezeichnung „Prinziplisten“ nicht) weiter befördert. Sie machten aus unbegründeten Gerüchten eine große Sache, um die Menschen zu demoralisieren (ganz zu schweigen davon, dass sie mit diesen Versuchen letztlich keinen Erfolg hatten). Sie glorifizierten Meldungen darüber, dass die Grüne Bewegung Angst hat, dass sie verloren hat, und dass sie den von ihr eingeschlagenen Kurs bereut.
Ich als Mitglied der Grünen Bewegung, die ich Seite an Seite mit den Menschen stehe, habe gesagt, was ich denke. Ich habe nichts neues gesagt. Was ich gesagt habe, waren die Worte von Menschen, die sich geweigert haben, zurückzustehen. Diese Menschen sind es, die die Führer der Grünen Bewegung auf die Forderungen der Natur von Freiheit und Demokratie hinleiten.

Wie sehen Sie die Zukunft der Grünen Bewegung?

Wenn eine Nation ihre Geschicke verändern will, wird sie definitiv Erfolg haben. Dies ist die Botschaft der Hoffnung aus dem großen Koran. Wenn du Gott hilfst, wird Gott dir wieder helfen und deinen Schritt auf deinem Weg festigen. Es ist das Versprechen des Allmächtigen. Wenn unsere Schritte auf diesem Weg gefestigt sind, werden wir auf jeden Fall siegen, und wir werden unsere Gedanken und unser Leben mit neuem Leben erfüllen können.

Viele sind sehr besorgt, dass es an den Feierlichkeiten am letzten Mittwoch des Jahres zu Gewaltausbrüchen kommen könnte. Wie kann man Ihrer Meinung nach Gewalt verhindern?

Diese Feierlichkeiten gehören zu den uralten nationalen Riten der Iraner. Es ist ein Tag der Freude, ein Tag, an dem die Menschen lächeln und die Not und das Elend von ihren Gesichtern vertreiben. Es ist die Zeit, in der die Natur frühlingshaft in bunten Farben und Blumen erblüht. Dank der Feierlichkeiten zu Nowrooz und dem ersten Tag des Frühlings, und dank dem freundlichen Geist dieses Tages und seines Geschenks der Freiheit wird die Grüne Bewegung auf jeden Fall fröhlich und stolz sein. Die Grüne Bewegung steht zu dem Ziel des Mitgefühls, des Widerstandes und der Ruhe. Wir werden Menschen wie Neda, Sohrab und anderer Märtyrer gedenken. Wir werden keine Gewalt anwenden, wir werden alle Menschen lieben, ganz gleich, ob sie Grün sind oder eine andere Farbe vertreten. Wir sagen den Militärs, dass wir auch sie lieben. Seid unsere Brüder und gebt den Menschen Blumen statt Schlagstöcken und Gewehrkugeln. Wenn es Gewalt geben wird, dann wird es die Gewalt der Regierung sein.

In den vergangenen neun Monaten sind sie mehrmals angegriffen worden. Manchmal waren die Angriffe physischer Natur, so wie der am „Tag der Studenten“ oder am Jahrestag der Revolution. Manchmal hatten die Angriffe die Form von Verleumdungen und Anschuldigungen regierungsnaher Medien. Ein Führer der Gegner der Grünen Bewegung ging so weit zu sagen, dass Sie eine Zionistin sind und die Minderheit der Baha’i unterstützen, und dass Sie ihre wahren Ansichten vor dem Volk geheim gehalten hätten. Was ist der Grund für all diese Gewalt gegen Sie?

Sie wissen sehr genau, dass unsere Frauen auf den Gebieten der Wissenschaft und der Staatsführung [? „executive“] sehr fähig sind. Sie wissen auch, wie leidenschaftlich ich mich der Grünen Bewegung verschrieben habe, und sie kennen meine Rolle darin. Da es für sie zur Zeit keine Vorteile bringen würde, mich ins Gefängnis zu stecken, haben sie sich dazu entschlossen, mich auf der Straße und in den Medien zu quälen. Was für Illusionen! Unsere guten Menschen haben noch nicht die etwa dreißig Bücher vergessen, die ich geschrieben habe und in denen ich meine Überzeugungen und Prinzipien klar dargestellt habe. Was ich tun kann, verdanke ich Gott. Ich werde ihnen lediglich sagen, was im Koran geschrieben steht – dass sie nichts bekämpfen dürfen, was von Gott gegeben ist, denn es ist sein Wille.

Sie werden es nicht schaffen, mich mit dem Fluch ihrer Lügen und Verleumdungen zum Schweigen zu bringen, denn die Grüne Bewegung versorgt mich mit dem frischen Sauerstoff, den ich brauche, um fröhlich und munter weiterzumachen.

In einer der Medienattacken haben die Gegner der Grünen Bewegung gesagt, dass Moussavi seine Frau Zahra Rahnavard als seine Stabschefin nominiert hätte. Ist dies als Angriff auf Sie zu verstehen, oder ist das in Wirklichkeit eine Anerkennung gegenüber einer Frau?
Den Herren, die diese Gerüchte verbreitet haben und die ebenfalls mit der Rechten in Verbindung stehen, ist es nicht vergönnt, die Freude zu erfahren, die es bereitet, wenn man als Intellektueller für die Freiheit seiner Nation kämpft. Sonst wüssten sie, dass wir, wenn sie uns Intellektuellen und Künstlern alles geben würden, was es auf dieser Erde gibt, einschließlich aller Macht im Lande, ihnen all das sofort zurückwerfen würden, denn wir sind vollkommen glücklich damit, mit unserem Intellekt und unserer Kunst zu arbeiten und unsere wunderbaren Studenten zu unterrichten.

Dennoch habe ich beschlossen, in der Wahlkampagne aktiv zu werden, um unsere außer Acht gelassene Verfassung, unsere Freiheiten und unsere Demokratie zu unterstützen, und ich werde das auch weiterhin tun. Vielleicht ist es so, wie sie sagen, und diese komischen Statements von Gegnern der Grünen Bewegung preisen die Frau mehr, als dass sie sie verurteilen. Ich sage ihnen von hier aus, dass ich nur eine von vielen Frauen in der Grünen Bewegung bin, und alle von ihnen sind fähiger als ich es bin. Was wollen sie mit all diesen Frauen machen?

Frau Rahnavard, Sie sind als Künstlerin bekannter. Sie haben als Bildkünstlerin gearbeitet. Eines ihrer berühmtesten Werke ist die „Mutterskulptur“, die auf dem Platz der Mütter in Teheran aufgestellt wurde und die während der ersten beiden Jahrzehnte der Islamischen Republik zu einer der berühmtesten Skulpturen in Iran wurde. Einige Ihrer Widersacher haben der Skulptur Schlingen um den Hals gelegt. Was empfinden Sie dabei?

Einem Künstler ist sein Werk so nah wie sein eigener Körper. Es kommt aus dem Herzen. Der Künstler lässt all seine Liebe in die Kunst einfließen, und die Kunst wird zu einem Märchen all der unerzählten Geschichten, Schreie, Geheimnisse, Moral und Träume, die der Künstler hat. Aber wenn die extremistischen Kräfte Menschenleben nehmen, nur weil diese Menschen Freiheit suchen – sei es durch Hinrichtungen, brutale Schläge oder andere Mittel, was können wir von ihrem Umgang mit einer Bronzestatue erwarten? Wie können sie verstehen, wofür diese Statue steht? Wie können sie Mutterschaft und Kunst verstehen? Sie haben die Reaktion unseres wunderbaren Volkes gesehen, das gesagt hat, wenn sie die Statue wegnehmen, würden sie Rahnavard selbst an ihre Stelle stellen. Ich mache mir jetzt Sorgen um alle meine Werke. Die Gemälde und Skulpturen können leicht zum Objekt solcher Brutalitäten werden. Ich hoffe, Gott wird uns alle vor ihren Illusionen bewahren.

Was hat die Grüne Bewegung dieser Tage erschüttert, und was sind Ihre Erwartungen für die Zukunft?

Die Islamische Revolution war trotz ihrer Größe und Pracht ein unvollständiges Projekt, dessen Ziele und Ideale in der Islamischen Republik hätten verwirklicht werden sollen, was aber nicht geschah. Die Grüne Bewegung setzt sich daher für Ziele wie Freiheit, Demokratie, Frauenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein.

Was Ihre Frage nach dem Kummer der Grünen Bewegung betrifft, bitten Sie mich nicht, all die Kümmernisse und Leiden aufzulisten, die die Bewegung ertragen hat, denn diese aufzuschreiben würde ganze Ozeane voller Tinte erfordern. Ich will keine Vergleiche anstellen, aber das Einsperren von Intellektuellen, das Abhacken von Händen, das Bauen von Türmen aus Schädeln und das Auftürmen von Leichen wurde in der Geschichte der Diktaturen schon früher (viele Male) dokumentiert. Ich hoffe, dass die, die im Moment an der Macht sind, aus diesen schrecklichen Beispielen lernen und unserer geliebten Republik ersparen, ein so schreckliches und bitteres Schicksal zu erleiden.

Was also sollen sie tun? Was erwarten wir? Was muss getan werden, damit wir zufrieden sind? Es ist wichtig, dass das Richtige getan wird – von wem es getan wird, ist nicht wichtig. Also erwarten wir vom Regime, dass es die Presse- und Medienfreiheit wiederherstellt, die Journalisten, Fraune, Männer, die Jungen und die Alten befreit. Wir wollen, dass die Regierung dem Militär Blumen gibt, damit sie diese dem Volk als Entschädigung für ihre Taten schenkt. Wir wollen, dass sie die Gefangenen freilassen, sodass die Gefängnisse von Kerkern für Freiheitssuchende zu Orten voller Blumen, zu Gärten werden. Sie sollen in Kulturzentren und wissenschaftliche Forschungslabore verwandelt werden, alle Anstrengungen sollten vereint werden, damit unsere Industrie und Landwirtschaft sich entwickeln, so dass unsere Jugend weniger Probleme mit Arbeitsplätzen, Heirat und Ausbildung hat. Auf internationaler Ebene wollen wir wohlbedachte und freundschaftliche Politik, die unseren nationalen Interessen entspricht. Wir wollen, dass die Forderungen der Frauen, der Arbeiter, der Lehrer und Künstler erfüllt werden. Wir wollen, dass sie uns die Freiheit des Ausdrucks und der Gedanken garantieren. Diese und viele andere Forderungen können von jedem anständigen Establishment erfüllt werden. Unter den Zivilbewegungen hat die Grüne Bewegung eine besondere Sympathie für die Frauenbewegung. Die Grüne Bewegung fordert Freiheit für alle Gefangenen, vor allem der Frauen, deren Ehemänner, Mütter und Kinder ungeduldig auf den Tag ihrer Freilassung warten[2].

[1] Ijtihad ist ein Terminus des islamischen Gesetzes, der den Prozess einer rechtlichen Entscheidungsfindung durch die unabhängige Interpretation der gesetzmäßigen Quellen beschreibt.

[2] Kurz vor Nowrooz, dem iranischen Neujahr.