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Todesurteile: Möglicherweise auch Neffe eines hohen iranischen Justizbeamten betroffen

Veröffentlicht auf Persian2English am 15. Januar 2010
Quelle (Persisch): Amir Kabir Newsletter, referenziert von
Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Neda Shayesteh für Persian2English
Quelle (Persisch): http://persian2english.com/?p=4347
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia

Nach den schweren Tumulten an Ashura begann eine Welle des Terrors. Regierungsnahe Quellen sprachen von 300 Verhaftungen, während es nach Angaben unabhängiger Quellen mehr als 1500 Verhaftungen gegeben haben soll.

Beunruhigende Berichte über unmenschliche Behandlung weiblicher Gefangener kommen aus dem Gefängnis Eshrat Abad, von dem manche glauben, dass es ein neues Kahrizak werden könnte.

Wie der Amir Kabir-Newsletter berichtet, ist ein weiterer wichtiger Aspekt des „blutigen Sonntags“ (Ashura) die Verhaftung bzw. der Tod von Angehörigen mehrerer bekannter Persönlichkeiten des Landes. Einer von ihnen ist Amir Arshad Tajmir, der Sohn der Fernsehsprecherin Shahin Mahinfar. Ein weiterer Fall ist die Verhaftung von Hossein Mahmoodi, eines Verwanten von Hojatoleslam Montazeri [nicht Großayatollah Montazeri, d. Übers.]. Dieser Fall wurde bisher geheimgehalten.

Eine dem Chef des iranischen Verwaltungsgerichts Hojatoleslam Mohammad Jafar Montazeri nahestehende Quelle teilt mit, dass Montazeris Neffe, der an Ashura verhaftet wurde, ohne Beisein seines Anwalts verhört wurde, sein Name stehe nun auf der Hinrichtungsliste.

Der Medizinstudent Hossein Mahmoodi wurde in Teheran am Sonntag, dem 27. Dezember verhaftet, als er an einer Kundgebung gegen die Regierung teilnahm. Seine Familie wusste nichts über seinen Aufenthaltsort, bis er sie schließlich selbst informierte.

Die Familie von Hossein Mahmoodi setzte sich mit Hojatoleslam Montazeri in Verbindung, der mit der Justiz in Kontakt steht, um die Hinrichtung ihres Sohnes zu verhindern, auf ihre Anfrage ist jedoch noch keine Reaktion erfolgt. Laut Amir Kabir-Newsletter ist diese Angelegenheit bereits an Justizchef Sadegh Larijani berichtet worden.

Nachdem bestätigt wurde, dass Hossein Mahmoodi auf der Liste der wegen Gewaltanwendung zum Tode Verurteilten steht, wurde die Liste modifiziert.

Der informierten Quelle zufolge bemühen sich Hojatoleslam Montazeri und seine Angehörigen um Geheimhaltung des Falles.

Am 14. Januar bedankte sich Hojatoleslam Montazeri in einem Brief bei allen, die an Ashura teilgenommen hatten. Der Brief wurde bei IRNA veröffentlicht.

Sadegh Larijani hatte Jafar Montazeri im vergangenen September zum Chef des iranischen Verwaltungsgerichts ernannt.
Freitag, 15. Januar 2010
Amir Kabir Newsletter