Archiv der Kategorie: Azadegan

Mehdi Khazali erneut in Einzel- und Isolationshaft

Khazali's familyAzadegan, 15. März 2013 – Der Sohn des seit mehr als 75 Tagen im Hungerstreik befindlichen inhaftierten Dr. Mehdi Khazali, Mohammad Saleh, hat auf seiner Facebook-Seite über seinen vergeblichen Versuch berichtet, seinen Vater am vergangenen Donnerstag zu besuchen:

Heute Morgen fuhr ich nach Evin, um meinen Vater zu besuchen. Ein unfreundlicher alter Mann – der stellvertretende Aufseher von Trakt 209 – sagte in unverschämtem Ton zu mir: „Er darf keinen Besuch bekommen, nicht telefonieren, und er sitzt in Einzelhaft.“

Ich fragte: „Warum?“

Er sagte: „Anordnung des Richters.“

Ich fragte, welcher Richter das verfügt habe. Er sagte: „Derselbe Richter, den Sie gestern getroffen haben.“

Ich sagte, der Richter habe uns gesagt, dass er die Freilassung meines Vaters angeordnet und ihm – dem Aufseher – zugeschickt habe. Er – der Aufseher – habe den Empfang der Anordnung quittiert.

Der Aufseher: „Er spielt Spielchen mit euch.“

All diese Vorgehensweisen sind ungesetzlich, aber wie mein Vater sagt: „Das Gesetzt hat in Evin keinen Zutritt.“

Mohamad Saleh Khazali
Freitag, 15. März 2013

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Persian Banoo
Persisch: Blog Azadegan

Evin: Mehdi Khazali seit 63 Tagen im Hungerstreik

دکتر مهدی خزعلیEintrag auf der Facebook-Seite von Mohammad Saleh Khazali (Sohn von Dr. Mehdi Khazali), 2. März 2013

„Heute war der 63. Tag des Hungerstreiks meines Vaters. Um 18 Uhr klingelte das Telefon, ich ging ran. Ich hörte eine Stimme, die Zeugnis ablegte von 63 Tagen Hungerstreik, einen Vater, der nach all dieser Zeit im Hungerstreik so geschwächt ist, dass er sich kaum mehr auf den Beinen halten kann. Einen Vater, der das Gespräch nach wenigen Minuten mit den Worten beendete: „Meine Beine machen nicht mehr mit, ich kann nicht mehr stehen. Ich werde mich jetzt verabschieden.“

Samstag, 2. März 2012, 23:30 Uhr

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Persian Banoo
Persisch: Azadegan

Nasrin Sotoudeh nach Hafturlaub wieder im Gefängnis

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Bildquelle: Banouye Sabz

21. Januar 2013 – Facebook-Eintrag von Reza Khandan, Ehemann der inhaftierten iranischen Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

„Man kann sagen, dass Nasrin noch einmal verhaftet wurde.

Vor ihrer Freilassung hatte man uns gegenüber betont, dass dieser Hafturlaub lang und sozusagen dauerhaft sein würde.

Nasrin wäre anderenfalls gar nicht bereit gewesen, nach zweieinhalb Jahren Haft für 3 Tage das Gefängnis zu verlassen.

[Sie meinte] Ein dreitägiger Hafturlaub würde die Kinder noch mehr belasten und verstören. Sie hatte Recht – genau das ist eingetreten.

Am heutigen Montag um 23 Uhr ging Nasrin wieder ins Gefängnis. Ihre Kinder weinten und wollten sich nicht von ihrer Mutter trennen, unsere Freunde standen angesichts der Rückberufung ins Gefängnis unter Schock.

Sie leerte den Koffer, den sie für eine Reise gepackt hatte, füllte ihn mit den Sachen, die sie im Gefängnis brauchen wird, und ging.

Reza Khandan
Dienstag, 12:40 Uhr“

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Persian Banoo
Persisch: AzadeganBlog
Foto entnommen aus:  banouyesabz.wordpress.com

Lesen Sie dazu: Appell von Amnesty International vom 23. Januar 2013 (englisch)

Nasrin Sotoudeh: Zustand weiterhin schlecht, Sorge wegen Erklärung zur Preisverleihung

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh

16. Dezember 2012 – Facebook-Eintrag von Reza Khandan, Ehemann der inhaftierten iranischen Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

„Heute haben wir Nasrin mit mehreren Familienangehörigen besucht. Obwohl sie nicht mehr im Hungerstreik ist, hat sich ihr körperlicher Zustand seit letzter Woche nicht besonders verbessert. Trotz ihrer vorhersehbaren Verdauungsprobleme wird sie nicht medizinisch behandelt. Unser Antrag auf medizinischen Hafturlaub wurde nicht beantwortet.

Als wir auf ihre Erklärung zu sprechen kamen, die sie anlässlich der Verleihung des Sacharow-Preises verfasst hatte, sagte Nasrin: „Ich habe die Erklärung drei Tage nach Beendigung meines Hungerstreiks geschrieben, als es mir körperlich sehr schlecht ging. Ich habe vieles zu erwähnen vergessen, unter anderem den Hausarrest von Frau Rahnavard, Herrn Moussavi und Herrn Karroubi.“

Sie bat mich, diesen werten Menschen ihre Entschuldigung zu überbringen. Erst als sie ihre Erklärung schon abgeschickt hätte, seien ihr diese und andere wichtige Unterlassungen aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt habe sie aber keine Möglichkeit mehr gehabt, [aus dem Gefängnis heraus]  dafür zu sorgen, dass Ergänzungen hinzugefügt werden. Nasrin hat sich diese Sache sehr zu Herzen genommen.“

Reza Khandan
Sonntag, 16. Dezember 2012
20:20 Uhr

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Persian Banoo
Persisch: Azadegan

Reza Khandan: Nasrin wird bald nicht mehr aus eigener Kraft stehen können

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh

Azadegan, 2. Dezember 2012 – Am 47. Tag des Hungerstreiks der inhaftierten iranischen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh berichtet ihr Ehemann Reza Khandan spät abends auf seiner Facebook-Seite:

Nasrin setzt ihren Hungerstreik fort. Weder will sie irgendwelche Extra-Annehmlichkeiten für sich selbst, noch hat sie irgendeine ungesetzliche oder unmögliche Forderung.

Sie will nicht, dass ihre [minderjährige] Tochter, die sie in den letzten 9 Monaten nicht einmal für 30 Sekunden anrufen durfte, von der Justiz verfolgt wird und dass gegen sie wegen ihrer Mutter, einer offenkundig unschuldigen politischen Gefangenen, Rechtsfälle konstruiert werden. Weiterlesen