Archiv der Kategorie: Inside Iran

Reaktionen Teheraner Bürger auf die neuen EU-Sanktionen

Inside Iran, 24. Januar 2012 – Der folgende Artikel basiert auf Interviews mit Iranern in Iran. Die Autorin lebt außerhalb des  Landes. Die Namen der Interviewten wurden aus Sicherheitsgründen geändert.

Während das staatliche iranische Fernsehen seine Zuschauer über die neuesten Entwicklungen der „Occupy Wall Street“-Bewegung aufklärte, beschlossen die EU-Staaten ein Ölembargo gegen Iran. Sofort verlor die iranische Währung an Wert. Ein US-Dollar kostet jetzt 21.000 Rial. Jede von der Regierung herausgegebene Goldmünze kostet 10 Millionen Rial. Die Reaktionen der Iraner auf den instabilen, chaotischen Markt variieren zwischen Panik, Depression und Wut. Weiterlesen

Ahmadinejad entlässt 14 Berater

Inside Iran, 3. Januar 2011 – Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat am Samstag, dem 1. Januar überraschend 14 seiner Berater für Politik, Kultur und Wirtschaft entlassen.  Der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr News zufolge erklärte Mehdi Kalhor, Ahmadinejads früherer Berater für Medien und Kommunikation, der iranische Präsident habe „bei der Sitzung am Samstag uns allen gedankt und uns dann entlassen.“ Weiterlesen

Aufnahmen enthüllen: Revolutionsgarden waren in Präsidentschaftswahl involviert

Veröffentlicht bei Inside Iran am 9. August 2010
Quelle (Englisch): http://www.insideiran.org/media-analysis/audio-reveals-irgc%E2%80%99s-interference-in-presidential-election/

Von Arash Aramesh

Es ist eine Audio-Aufnahme aufgetaucht, in der zu hören ist, wie ein wichtiger iranischer Offizieller des Geheimdienstes, vermutlich aus den Reihen des Geheimdienstes der Islamischen Revolutionsgarden, die Involvierung des IRGC in das Vorgehen gegen die Opposition vor und nach den iranischen Präsidentschaftswahlen vom letzten Jahr beschreibt.

Die Aufnahme stammt von einer privaten Ansprache, die der General irgendwann nach der Wahl vom 12. Juni vor mehreren hochrangigen Geistlichen und staatlichen Offiziellen in der nordostiranischen Stadt Mashhad hielt. Weiterlesen

Druck auf Rafsanjani von Irans Hardlinern: Seine Kinder sollen Proteste organisiert haben

Veröffentlicht auf Inside Iran am 10. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.insideiran.org/media-analysis/iran%E2%80%99s-hardliners-pressure-rafsanjani-children-charged-with-organizing-protests/
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

von Arash Aramesh

Der Nachrichtenagentur der Islamischen Republik IRNA zufolge hat das iranische Justizsystem klage gegen Faezeh und Mehdi Hashemi, zwei Kinder von Ayatollah Akbar Hashemi Rafsanjani eingereicht. In einem Interview mit IRNA vom 10. März gab der hochrangigste Justizbeamte der Provinz Teheran, Alireza Avaie, bekannt, dass beim Allgemeinen Gericht und beim Revolutionsgericht Klagen gegen Mehdi und Faezeh Hashemi eingereicht wurden.

Avaie zufolge sei dieser Schritt im Interesse des Regimes, niemand dürfe über dem Gesetz stehen. Zuvor hatte der Generalstaatsanwalt von Iran, Gholam-Hossein Mohseni Ezhei, gesagt, dass die iranischen Gerichte jeden Fall gegen Rafsanjanis Kinder untersuchen würden, sofern Beschwerden gegen sie eingereicht würden.

Mehdi und Faezeh Hashemi wird vorgeworfen, nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 12. Juni [2009] in Teheran Unruhen angezettelt zu haben. Faezeh Hashemi hatte an einigen Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen und war von unbekannten Sicherheitskräften für kurze Zeit festgenommen worden. Mehdi Hashemi hatte Iran im vergangenen Sommer verlassen, kurz nachdem die Regierung ihm vorgeworfen hatte, Mir Hossein Moussavis Wahlkampagne unterstützt zu haben. Mehdi Hashemi wird zudem beschuldigt, eine Rolle in den – so die Regierung – „Aufständen“ in Teheran gespielt zu haben. Dies bezieht sich auf die anhaltenden Proteste.

Analysten meinen, dass die regierungstreuen Kräfte in der Justiz mit engen Verbindungen zu Präsident Mahmoud Ahmadinejad und den Islamischen Revolutionsgarden beunruhigt über die jüngste Wiederannäherung Rafsanjanis an den Obersten Führer Ali Khamenei sein könnten. Es wird angenommen, dass Ahmadinejad und die Hardliner innerhalb der Revolutionsgarden befürchten, dass eine enge Partnerschaft zwischen Khamenei und Rafsanjani ihre politische Macht gefährden könnte. Aus diesem Grunde könnten die Hardliner versuchen, Rafsanjani und seine Familie mit den Anklagen gegen zwei seiner Kinder in Misskredit zu bringen.

Ayatollah Rafsanjani selbst hat zu den jüngsten Äußerungen der Justiz über seine Kinder noch nicht Stellung genommen. Bei einem Anlass vor zwei Monaten in Mashhad hatte Rafsanjani jedoch versichert, dass sein Sohn nichts zu befürchten habe und nach Iran zurückkehren würde, wenn er von den Gerichten vorgeladen werden sollte.