Archiv der Kategorie: International Center for Human Rights in Iran

Untersuchungen zu Haleh Sahabis Tod beendet

ICHRI, 28. März 2013 – Haleh Sahabi, Mitglied der Gruppe „Mütter für den Frieden“, war bei der Beerdigung ihres Vaters am 1. Juni 2011 gestorben, nachdem sie bei Übergriffen der Sicherheitskräfte einen Schlag abbekommen hatte.

Zwei Jahre nach Sahabis Tod hat ein Teheraner Gericht nun mitgeteilt, sie sei eines „natürlichen Todes“ gestorben, und die Untersuchungen eingestellt. In einem Interview mit Rooz Online sagte Sahabis Ehemann Taghi Shamekhi, das Gericht habe sich geweigert, Filmaufnahmen und Fotos über den Zwischenfall in Augenschein zu nehmen, obwohl vier Augenzeugen vor Gericht bezeugt hatten, dass Sahabi kurz vor ihrem Tod von einer Person geschlagen worden sei.

Die Familie habe sich schriftlich an den Justizchef gewandt und eine Überprüfung der am Ort des Vorfalls gemachten Video- und Fotoaufnahmen erbeten, habe aber bislang keine Antwort erhalten, so Shamekhi. Die Familie plane trotz des Abschlusses der Untersuchungen, eine weitere Beschwerde einzureichen und zu fordern, dass die Person, die den Schlag gegen Sahabi ausgeführt hat, vor Gericht gestellt und eine juristische Untersuchung eingeleitet wird. „Wir hoffen, dass unsere Hartnäckigkeit sich eines Tages auszahlen wird und dass die wahre (Todes)Ursache enthüllt wird.“ Weiterlesen

Aktivist Abolfazl Tabarzadi mit schweren psychischen Störungen aus dem Gefängnis entlassen

Activist Abolfazl Tabarzadi

Abolfazl Tabarzadi

ICHRI, 23. November 2012 – Der Student und Menschenrechtsaktivist Abolfazl Tabarzadi ist nach sechs Monaten Haft im Gefängnis Karoun aus der Haft entlassen worden, nachdem durch einen Gerichtsmediziner und einen Richter seine Haftuntauglichkeit festgestellt worden war. Tabarzadi, der an schweren psychischen Störungen leidet, wird derzeit im Haus seiner Familie behandelt. Gegenüber ICHRI gab seine Großmutter Sakineh Zibaei an, die Familie wisse nicht, was ihm im Gefängnis Karoun widerfahren sei.

„Nach vier Monaten Haft wurde er im Januar 2012 wegen schwerer paranoider Halluzinationen ins Krankenhaus gebracht. Die Gerichtsmedizin gewährte ihm einen zweimonatigen medizinischen Hafturlaub, und jetzt wird er behandelt“, so Sakineh Ziabei.

„Ich weiß nicht, was in diesen sechs Monaten mit ihm geschehen ist. Er sagt nichts. Aber immer, wenn die Sprache auf Verhöre und Gefängnis kommt, ist er verstört. Er ist in Behandlung und nimmt jeden Tag sieben Tabletten ein. Seiner Familie wurde unter Drohungen untersagt, mit den Medien zu sprechen“, so Zibaei weiter. „Mein Enkel hat große psychische Probleme und war zwei Monate im Krankenhaus. Der Richter hat ihn jetzt für haftuntauglich erklärt, und er durfte nach Hause. Ich weiß nicht, wann er wieder wie vorher sein wird.“ Weiterlesen

Ehemaliger Teheraner Bürgermeister bleibt trotz Zahlung der Kaution im Sicherheitstrakt inhaftiert

Mohammad Tavassoli

ICHRI, 5. April 2012 –  Der 74jährige inhaftierte ehemalige Teheraner Bürgermeister Mohammad Tavassoli wird weiterhin in Haft gehalten, obwohl sich sein körperlicher Zustand verschlechtert hat und die [für seine Freilassung] geforderte Kaution von der Familie hinterlegt wurde. Dies teilte Dr. Mehdi Nourbakhsh – ein naher Verwandter Tavassolis – in einem Interview mit ICHRI mit. Nourbaksh zufolge habe Tavassolis Familie sich schriftlich an den Justizchef und den Geheimdienstchef gewandt und eine Freilassung Tavassolis über die Feiertage zum iranischen Neujahr (21. März – 2. April) erbeten.

Die Familie habe auf ihre Briefe keine Antwort erhalten und sei nun in erhöhter Sorge um Tavassoli. Weiterlesen

Zum Tode verurteilter Kurde Habibollah Golparipour schreibt Protestbrief

Habibollah Golparipour

Zamaaneh, 19. März 2012 – Der zum Tode verurteilte kurdisch- iranische politische Gefangene Habibollah Golparipour  hat nach Angaben der Webseite „International Campaign for Human Rights in Iran“ [ICHRI] vor seiner kürzlich erfolgten Verlegung aus dem Gefängnis Oroumiyeh nach Semnan einen Brief verfasst, in dem er schreibt, die Sicherheitskräfte hätten ihn „mit physischer und psychologischer Folter an den Rand des Todes“ geführt.

Gründe für die Verlegung nach Semnan sind nicht bekannt; Menschenrechtsgruppen befürchten, dass sie in Verbindung mit seiner baldigen Hinrichtung stehen könnte. Weiterlesen

6 iranische politische Gefangene mit Menschenrechtspreis des ICHR ausgezeichnet

Nasrin Sotoudeh


ICHR, 15. Dezember 2011 – Das Internationale Menschenrechtszentrum (ICHR) hat heute bekanntgegeben, dass es den iranischen politischen Führer und politischen Gefangenen Heshmatollah Tabarzadi für seinen Einsatz für die Menschenrechte mit einem renommierten Preis ausgezeichnet hat. In den Bereichen „Studenten“, „Arbeiter“, „Kultur“, „Menschenrechte“ und „Rechtsbeistand“ wurden außerdem fünf weitere iranische Preisträger geehrt. Entgegengenommen wurden die Preise im Namen der inhaftierten Preisträger von bekannten Aktivisten bei einer Gala am 11. Dezember 2011. Weiterlesen